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The Age Of Rock

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The Age Of Rock
The Age Of Rock, Eigenvertrieb, 2005
Ralf Zimmer Basses, Keyboards & Vocals
Dirk Hofacker Guitars
Karsten Wernet Drums
Produziert von: Under Pressure Länge: 63 Min 17 Sek Medium: CD
1. The Age Of Rock7. Believe
2. The Last Stand8. The Painter Of Battle Scenes
3. Ready To Go9. Time For Love
4. Nothing Is Like It Seems10. Fear Works
5. Burned Out11. Living On Stage
6. Under Pressure

"The Age Of Rock", hm, stellt da jemand die rhetorische Frage nach dem Alter des Herrn Dr. Rock? Oder sollte ich etwas verwechselt haben und es ist das Rock-Zeitalter gemeint? Wenn ja, dann geht's hier ja wohl eher um Vergangenheitsbewältigung, denn this years model ist Rockmusik nicht wirklich.
Und in der Tat, UNDER PRESSURE ist ein Trio, das zusammen gut und gern 100 Kerzen auf die Geburtstagstorte bringt. Mir recht, die wissen wenigstens was sie tun und sind im besten Fall auch noch auf meiner Wellenlänge.

UNDER PRESSURE kommen aus dem Saarland, existieren seit gut 2 Jahren, haben mit Ralf Zimmer einen alterprobten Funk- und Jazz-Bassisten als Mainman und Sänger, mit Dirk Hofacker einen Gitarristen, der Page, Van Halen, Satriani, Gilbert, Vai und Petrucci als Inspirationsquellen angibt und einen Schlagzeuger, der als Ausgleichssport Eisenbiegen betreibt. Interessant...
An solche CDs geht man immer leicht skeptisch heran, weil so viele, und vor allem akademische Vorbilder (ok, die Eisenbiegerei mal außen vor gelassen) oftmals zu einem reichlich verkopften "12.000 Noten pro Minute und bloß kein Gefühl" Ergebnis führen. Schaun wir also mal, was UNDER PRESSURE zu bieten haben.

U.P. haben zwei Gesichter. Auf der einen das straighte auf-die-Glocke Hardrock-Grinsegesicht und auf der anderen das jetzt-passt-mal-auf-ihr-Möchtegerns Progressiv-Lächeln. Selbst bezeichnet die Band ihre Musik als Modern-Hard-Rock. Ehrlich gesagt, mit dem Modern im Hard Rock könnte man ein Glaubensproblem bekommen, die Wurzeln von "The Age Of Rock" liegen zweifelsfrei in den Siebzigern und Achtzigern. Andererseits erfindet sich gute Musik ständig wieder neu, insofern ist die CD dann doch modern.

Die Jungs können ganz simpel und geradeaus rocken, tun das auch immer wieder ziemlich animalisch (The Age Of Rock, Time For Love), da kommt dann schon mal die gute alte Slideguitar zum Einsatz und lässt es mächtig rauchen (Living On Stage), aber sie schaffen es auch, richtig anspruchsvolle Mucke unters Volk zu bringen, ohne den banalen, ausschließlich 4/4 gewohnten Heavy-Proll gänzlich vors Hirn zu stoßen. Da ich mir ungern ans Köpfchen gehen lasse, muss was an der Scheibe dran sein.
RUSH ist das Zauberwort! Ich kann die zwar wegen Geddy Lees Gesang nicht ausstehen, aber nicht abzusprechen ist ihnen: Grandioses Können und die Gabe traumhafte Songs zu schreiben. Ohne Übertreibung, UNDER PRESSURE sind da ganz nah dran. Und vor allem nervt Ralf Zimmer gottlob nicht mit seinem Gesang. Exemplarisch sollte man sich Nothing Is Like It Seems anhören. In den Sechsminüter sind so viele Schmankerl eingebaut, dass der Prog-Fan aus dem Staunen nicht herauskommen wird und der durchschnittliche Headbanger trotzdem die Haare fliegen lassen kann. Oder Burned Out: Eingängiger Funky-Song, doch plötzlich überschlägt sich Zimmer am Bass und man meint den leibhaftigen Stanley Clarke zu hören.
Ebenfalls herausragend kommt immer wieder die Gitarre angeflogen, lässt aber all zu Vai'sche Anwandlungen nicht zu, und unser Eisenbieger ist ein exzellenter Trick- und Powerdrummer.

Den Spagat zwischen den Ansprüchen der beiden Zielgruppen, also Doof-Rocker und Intelligenz-Fachidiot, haben U.P. geschafft. Wenn sie das live ähnlich überzeugend hinkriegen, sollten sich im Laufe der Zeit ein paar andere Ziele als nur das einer regionalen Supergroup verwirklichen lassen.
Ganz großer Respekt für diese geile Stunde Rockmusik!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 28.01.2006

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