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| Unchain, Metal Heaven, 2005 |
| Tom Fischer |
Vocals |
| Ralph Däler |
Lead Guitar |
| Mike Schneider |
Rhythm Guitar |
| Emi Kiossovska |
Bass |
| Sämi Trutt |
Drums |
| Produziert von: Achim Köhler |
Länge: 50 Min 59 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Can Stay In Hell | 6. Steal My Baby |
| 2. Secret Garden | 7. Gotta Leave Your Mama |
| 3. Get It Live! | 8. Dark City |
| 4. Sabrina | 9. Save Me |
| 5. Yesterday | |
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"File under Hardrock". Bloß gut, daß uns die Plattenfirmen diese Kategorisierungen immer gleich mitliefern. Ohne wären wir sowas von aufgeschmissen. Ich hätte die CD sonst sicher unserem Drachentöter oder dem alternativ tönenden Rechtsanwalt aus Cottbus geschickt und die hätten dann sauber aus der Wäsche geguckt. Musik wie sie von UNCHAIN kommt, kennen die ja gar nicht mehr und wenn doch, dann höchstens aus hintersten Kindheitserinnerungen. Daß sie mich immer veräppeln wegen meiner Liebe zu solchen Tönen, sei hier nicht weiter erwähnt. Ich leide aber sehr darunter und weine oft.
UNCHAIN ist nun nicht gerade der einfallsreichste Name der Rock & Roll Geschichte, eigentlich hieß die Band aus Thun in der Schweiz bis vor kurzem noch MINES und diese CD ist unter dem altem Namen bereits im September 2004 schon einmal erschienen. Inzwischen haben sich der Leadgitarrist und der Drummer von der Band getrennt, die hat sich kurzerhand umbenannt und bringt die gleiche CD, diesmal mit Labeldeal, ein zweites Mal auf den Markt. Das geht so weit völlig OK, weil die Mucke eh wie aus den späten Siebzigern klingt. Und sie klingt so schweizerisch, wie KROKUS und KILLER nach AC/DC klangen.
Vor einem Jahr haben wir uns über die inzwischen aufgelöste Band BLACKBURN gefreut (die wegen der beiden weiblichen Mitglieder auch beim Drachentöter Anklang fanden!), UNCHAIN hauen in etwa in die gleiche Kerbe - und wieder ein Mädel in der Band, diesmal die äußerst nette Frau Emi am Bass.
Im Bandinfo steht "Knackige Gitarrenriffs auf stampfendem Rhythmus mit einer Prise Melodie versehen." Also ehrlich, das klingt wie zwei Zentner frische Kartoffeln, polternd auf dem Weg in den Keller und wenn sie unten sind, noch ein Schippchen Salz drüber, zum abschmecken. Natürlich stampft und kracht es die ganze Zeit und UNCHAIN sind weder neu noch aufregend, aber 7 der 9 Nummern dieses Debüts sind so astreiner Hardrock, daß sie ein wenig mehr Aufmerksamkeit verdient haben.
Die beiden ersten Songs sind simpel & straight und passen in etwa in die zweite Phase der angesprochenen KROKUS. Keinerlei Schielen auf heutzutage kommerziell verwertbare Sounds, einfach Rhythmusgitarre laut drehen, Bass auf Dauerboller justieren und durch.
Get It Live!, die Nummer 3, ist ein anderes Kaliber: Purer Goodtime-Rock & Roll aus der STATUS QUO Boogie-Schule. Angus hat früher solche Partynummern auch gemacht.
Wieder ein Schritt vorwärts, ungefähr in die Mitte der 80er, mit dem Melodicrocker Sabrina, die hoffentlich etwas aufregender ist als die doch sehr klischeebehaftete Gitarrenlinie.
Wo wir grade beim Klischee sind, der folgende Blues Yesterday klingt tatsächlich wie von vorgestern. Da läßt die Band gar keine Schablone aus. Die ansonsten gute Produktion von Achim Köhler (der auch u.a. PRIMAL FEAR macht) hat hier keine Chance, dem Hörer wird jede Menge Staub ins Ohr geblasen. Damit haben wir die beiden schwächeren Songs der CD gefrühstückt.
Glücklicherweise rockt das Ding danach wieder ordentlich und bringt mit Gotta Leave Your Mama das absolute Highlight der Scheibe. Ein weiterer Boogie, diesmal sehr nahe an den legendären ANGELS (FROM ANGEL CITY) aus Australien. Klasse Gesang von Tom Fischer und ein unwiderstehlicher Shuffle-Rhythmus. Noch mal Nähe zu den ANGELS gleich danach bei Dark City, diesmal die "normale" Hardrockschiene.
Zum Schluß ein Stampfer mit fetten Riffs, damit dem Infoblatt auch noch Recht gegeben wird...
Die Wurst zieht man mit solcher Musik heute nicht mehr vom Teller, das ist klar. Aber Oldtimern und Prog-Nicht-Verstehern wie mir, kommt Trink- und Hüpfmusik immer zur rechten Zeit. Schaun wir mal, was aus der Kapelle wird, die Nummer hier haben sie schon ziemlich gut hingekriegt.
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