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| The EP Sessions 2007-2008, Metal Heaven, 2009 |
| Danny Bowes |
Vocals |
| Luke Morley |
Guitar |
| Ben Matthews |
Guitar, Keyboards |
| Chris Childs |
Bass |
| Harry James |
Drums |
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Länge: 73 Min 50 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Survivor | 9. I Believe |
| 2. Yesterday's News | 10. Last Man Standing (Live) |
| 3. Chain Reaction | 11. Like A Satellite (Live) |
| 4. Midlife Crisis | 12. See My Baby Walking |
| 5. Dirty Dream (Live) | 13. So Sad Today |
| 6. What A Beautiful Day (Live) | 14. Only You Can Make Me Cry |
| 7. Make My Day | 15. Yesterday's News (Naked Version) |
| 8. Bette Davis Meltdown | 16. I Believe (Missionary Position Version) |
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Der Schwanengesang der Donnergötter besteht leider nur aus einer Zusammenfassung dreier EPs. Der vorläufige Schwanengesang, denn es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn nicht noch wenigstens eine Live-CD/DVD der Abschiedstournee erscheinen würde, die ersten "Instant-Live"-CDs sind schon angekündigt (also Direktmitschnitte, die man oft schon gleich nach der Show mitnehmen kann). Exitus und Compilation sind die zwei blöden Nachrichten. Die gute ist, dass die drei Kurzläufer aus den Jahren 2007 und 2008 (uha, daher wohl der Name "The EP Sessions 2007-2008") in hiesigen Plattenschränken ausgesprochen unterrepräsentiert sind, so dass die Normalfans nun eine Zusammenfassung in Form von 16 der ursprünglich 18 Songs gut gebrauchen können.
Ja, THUNDER ist bald endgültig Geschichte. Nach der Auszeit zwischen 1999 und 2002 die zweite Auflösung, diesmal mit wenig Aussicht auf ein neuerliches Comeback. Schade ist das, wir verlieren eine wunderbare Band, die über all die Jahre nie Schrott ablieferte und speziell in den geschäftlich selbstbestimmten Jahren seit 2002 einen kreativen Höhenflug erlebte, allerdings auch eine Arbeitswut an den Tag legte, die man beinahe hyperaktiv nennen musste. Irgendwie war klar, dass das nicht ewig so weitergehen konnte. Vielleicht ist es am Ende doch eine gute Entscheidung, die Band jetzt mit Würde zu begraben, bevor irgendwann Inspiration und Spaß flöten gehen. Außerdem ist klar, dass man Danny Bowes, Luke Morley, Ben Matthews, Chris Childs und Harry James bald in neuen Projekten wieder sehen wird, wir müssen also nicht weinen. Noch dazu stehen so viele Scheiben von THUNDER im Schrank, das reicht für viele tolle Nächte.
Die ursprüngliche Idee, nämlich einfach ein paar neue Songs, Liveaufnahmen und Neueinspielungen älterer Nummern auf EPs zu bannen, war als Pausensnack für die ganz treuen Fans okay, als "Abschiedsgeschenk" ist es nicht ganz adäquat, denn bei manchen Aufnahmen ist tatsächlich eine leichte Müdigkeit auszumachen. Gleich der Eröffnungstrack Survivor geht nicht richtig los, wird aber von Yesterday's News sofort im Anschluss ins Reich des Vergessens befördert. Später gibt es Yesterday's News in der "naked version" und mit flotter Harmonika. Das wäre nun nicht unbedingt nötig gewesen, groovt aber immer noch gut. Das gilt nicht für den ausgemachten Langweiler I Believe, der in der akustischen Zweitauflage wenigstens den witzigen Zusatz "Missionary Position Version" hat. Auch für den herrlichen Humor hat man THUNDER immer geliebt.
Chain Reaction bringt ein tolles Solo von Luke Morley und ein lustiges Bass-Intro vom Leuchtturm Childs, ansonsten keine neuen Erkenntnisse. Erst mit Midlife Crisis schüttelt man die grauen Haare so richtig freudig erregt durch. Das ist funky, hat eine feiste Orgel, eine griffige Gitarrenlinie und Bowes brilliert auf höchstem Niveau.
Die Live-Aufnahmen sind erwartungsgemäß grandios, What A Beautiful Day von "Robert Johnson's Tombstone" lässt den Zuhörer bei Bowes' Anmache auch zuhause mitklatschen, Last Man Standing kultiviert die bleiernen ZEPPELIN-Töne und die Ballade Like A Satellite von "Laughing On Judgement Day", einer der insgesamt ca. drei guten Platten aus dem von NIRVANAs Come As You Are geprägten Jahr 1992, ist schlicht schön. Der Akustikblues See My Baby Walking wäre auf Robert Johnsons Grabstein ein schönes Licht gewesen, So Sad Today taugt nur als Zustandsbeschreibung und Only You Can Make Me Cry macht auch nicht bessere Laune. Das ist insgesamt ein wenig viel Beschaulichkeit, doch glücklicherweise gibt es noch Drücker wie Make My Day.
Bye bye, THUNDER. Ihr wart in den letzten 20 Jahren eine echte Lebenshilfe und auch ein Grund für manchen desperaten Schreiberling, nicht den Stift ins Kornfeld zu werfen. Danke für viele tolle Platten und viele noch tollere Konzerte. Wir sehen uns dann bald. Versprochen?
PS: Es heißt tatsächlich "ihr wart", nicht "ihr ward". Nach einigem Nachdenken kam mir der 2. Person Plural Indikativ Präteritum in den Sinn. Deutsch ist eine tolle Sprache. Rock & Roll ist allerdings die geilere.
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