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| Soldiers Of Rock - The Anthology, Castle Music/Sanctuary Records, 2004 |
| Adrian Gurvitz |
Guitar, Vocals |
| Paul Gurvitz |
Bass, Vocals |
| Buddy Miles |
Drums ("A Third Of A Lifetime") |
| Mike Kelly |
Drums ("A Third Of A Lifetime") |
| Carmine Appice |
Drums ("A Third Of A Lifetime") |
| Tony Newman |
Drums ("Mahesha" & "Three Man Army Two") |
| Produziert von: Three Man Army & Lou Reizner ("A Third..."), Cy Langston ("T.M.A. Two") |
Länge: 143 Min 00 Sek |
Medium: Do-CD |
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| CD 1: | |
| 1. Polecat Woman | 9. Take Me Down To The Mountain |
| 2. Mahesha | 10. Whats My name |
| 3. Another Day | 11. Daze |
| 4. Flying | 12. I Can'T Make The Blind See |
| 5. Travellin' | 13. Burning Angel |
| 6. Woman | 14. Take A Look At The Light |
| 7. Three Man Army | 15. My Yiddishe Mamma |
| 8. In My Eyes | 16. Hold On |
| CD 2: | |
| 1. Irving | 9. A Third Of A Lifetime |
| 2. The Trip | 10. Can't Leave The Summer |
| 3. Butter Queen | 11. Midnight |
| 4. Together | 12. See What I Took |
| 5. Come Down To Earth | 13. Space Is The Place |
| 6. Agent Man | 14. Doctor |
| 7. Today | 15. You'll Find Love |
| 8. Nice One | 16. Don't Wanna Go Right Now |
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"Three Man Army was a forgettable British hard rock band of the early '70s...". Fein, wenn dies die amerikanische Musikjournalisten-Koryphäe Richie Unterberger sagt, dann ist meine Sünde lässlich. 30 Jahre und mehr habe ich diese Band nämlich einfach negiert. Wahrscheinlich liegt es aber eher nicht an Richies Meinung, sondern an meiner von früher Jugend an antimilitaristischen Grundhaltung und vor allem daran, dass THREE MAN ARMY nie populär genug waren um STATUS QUO, DEEP PURPLE und Co. aus meinem Kinderzimmer zu verdrängen.
Wer ist nun diese drei Mann Armee? Kurz nach der Steinzeit, also 1968/69, gab es eine Band namens GUN die einen Hit namens Race With The Devil hatte und ansonsten bedeutungslos war. So bedeutungslos, dass die Brüder Adrian und Paul Curtis die Auflösung beschlossen (die der Band, sich selbst haben sie nur in Gurvitz statt Curtis umbenannt). Nach einem Jahr bei Buddy Miles (Adrian Gurvitz) bzw. mit eigener Band (Paul) entstand das gemeinsame Projekt THREE MAN ARMY. 1971 natürlich gradezu sensationell innovativ, Trios gab es bekanntlich kaum, von unbedeutenden Acts wie CREAM einmal abgesehen. Entsprechend sensationell waren wohl auch die Verkaufszahlen des Debuts "A Third Of A Lifetime".
Der Zeitgeist ist eine Schlampe, denn die beiden Brüder hatten sich durchaus namhafte Schlagzeuger für ihr Projekt gesucht. Buddy Miles von Hendrix' BAND OF GYPSYS, Carmine Appice von VANILLA FUDGE und Mike Kelly von SPOOKY TOOTH.
Beim zweiten Album "Mahesha" (1972) war Tony Newman fester Drummer und so ging es zu einer U.S.-Tour mit den DOOBIE BROTHERS und den BEACH BOYS. Klasse Idee, diese Bands mit einem Heavyrock-Trio zusammenzuspannen...
Weil Anfang der Siebziger nicht nur harte Trios rar waren, hatten die Herrn Curtis auch noch die Idee eine Rockoper zu schreiben. Dies war so revolutionär (von unbedeutenden Acts wie den WHO oder den KINKS einmal abgesehen), dass keine Plattenfirma das Ergebnis jemals veröffentlichen wollte. Deswegen machte man sich wacker auf, um das dritte "normale" Studioalbum namens "Three Man Army Two" zu produzieren. Aus irgend einem Grund ging diese geschickte Marketingstrategie nicht auf und Schlagzeuger Newman wechselte in die Band von David Bowie. Da standen sie dann da, die beiden Brüder, und hatten keinen Drummer mehr. A good drummer is hard to find und deswegen fragten sie den arbeitslosen Ginger Baker (ehemals beim unbedeutenden Heavytrio CREAM) und nach der Namensänderung in THE BAKER GURVITZ ARMY wurden sie von mir auch in den Jahren 1974-77 weiterhin ignoriert. No Army - No War! Bezeichnenderweise hieß ein späteres Soloalbum von Paul Gurvitz "No Gun - No Army".
Jetzt liegt also eine Doppel-CD mit den gesammelten Werken dieser Band vor mir und es bleibt nicht viel mehr zu sagen als: Dumm, sehr dumm, Mister Unterberger! In ihrem amerikanischen Überlegenheitsdünkel haben Sie wohl ein paar Kleinigkeiten überhört?
Es kann sein, dass THREE MAN ARMY 1971 ausgesprochen konventionell geklungen haben. Aber die despektierliche oben zitierte Äußerung aus dem All Music Guide ist sicher neueren Datums. Gar so vergessenswert ist diese Band nämlich nicht. Bis auf einige wenige Totalschnitzer (Together vom ersten Album ist wirklich ekelhaft schnulzig) und exzessiv ausgerollte Instrumentalplattheiten gibt es nämlich nur wenig zu bemängeln. Es war halt die Zeit, als Gitarristen noch Gitarre spielen konnten und Schlagzeuger auf mehr als die Vier einschlugen. Richie kommt aus Seattle und die fragwürdige musikalische Entwicklung dieser Stadt seit Ende der Achtziger hat sich möglicherweise auf sein Hörempfinden ausgewirkt.
Natürlich sind alle vergleichbaren Bands jener Zeit in der einen oder anderen Variation herauszuhören, natürlich klingt manches etwas angestaubt, natürlich kann man über den Geschmack der frühen Siebziger durchaus streiten und teilen muss man ihn nicht. Und wenn sich die Gurvitz-Brüder tausendmal bei LED ZEPPELIN bedienten, Kracher wie Polecat Woman und viele andere sind kackfrischer Hardrock mit großen Gitarrentürmen, furiosen Schlagzeugleistungen, selbstverständlich bluesigen Roots, einer satten Portion Good-Time-Boogie und einer Zeitlosigkeit, die sich vielleicht erst mit diesem großen Abstand dem Zuhörer erschließt. Dass dabei auch federleichte Songs wie Flying entstanden sind, die man durchaus einem Eric Clapton zu DEREK AND THE DOMINOS-Zeiten zuschreiben könnte, ist um so schöner für den Archäologen.
Die THREE MAN ARMY kann man auch heute noch ohne ohralen Gichtanfall hören.
Eine feine Wiederveröffentlichung mit diversen bisher unveröffentlichten Stücken und dem kompletten Albumrepertoire bzw. eine feine Entdeckung für Pazifisten wie mich.
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