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| A Little Bit Rock'n Roll, Eigenvertrieb, 2002 |
| Volker Wicher |
Guitar, Vocals |
| Alexander Wicher |
Drums, Percussion, Vocals |
| Peter Bornschein |
Bass, Vocals |
| Marcel Wicher |
Guitar, Vocals |
| Gäste: |
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| Martin Zitzmann |
Hammond Organ (Revolution & The Loner) |
| Matthias von Hintzenstern |
Cello (Be Mine) |
| Produziert von: Marcel Wicher & Thilo Farr |
Länge: 59 Min 23 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Swingin And Rollin (3:53) | 7. Get Down (4:52) |
| 2. Rock, Groove, Crazy (3:40) | 8. I Got Trouble (For My Hometown) (6:28) |
| 3. Spain (4:59) | 9. Come On And Die With Me (4:51) |
| 4. Fortune Teller (5:25) | 10. Go Down (4:32) |
| 5. Be Mine (4:38) | 11. Revolution (4:53) |
| 6. I Want You (4:43) | 12. The Loner (6:27) |
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Es ist immer wieder schön, in diesen von schnellem Wandel und allgemeinen Oberflächlichkeiten geprägten Zeiten, eine bodenständige Musik zu hören, die etwas Wärme in diese Eiszeit fließen lässt. Diese Tonkonserve (in Form einer Silberscheibe) würde Euch der Hausarzt oder Apotheker dringend verordnen. Ein Mittel mit unbedingten Nebenwirkungen. Back to the Roots für die Seele!
Und das bei einer Veröffentlichung aus dem Rock-"Nobody"-Bundesland Thüringen?
"A Little Bit Rock'n Roll", der Titel ist Programm, ist zwar schon 1 Jahr auf dem Markt, bisher in der Fülle der Veröffentlichungsfluten aber untergegangen.
Die Protagonisten THE WISH aus Gera erhielten sehr viel Aufmerksamkeit durch ihre steigenden Liveaktivitäten, die einen gehörigen Eindruck hinterlassen... wer sie gehört und gesehen hat.
Das Rock'n Roll - Familienprojekt THE WISH existiert seit 1998 und fabriziert straighte Musik zwischen traditionellem Rock, Rockabilly und Blues. Teilweise wird dass Ganze noch mit einer Mixtur aus Funk und Ethnoelementen angereichert.
Gründer Volker Wicher (Jahrgang 1950) spielt seit 1965 Gitarre und kann auf eine erfüllte Bandbiographie verweisen. Er musizierte ab 1968 bei den DOMINOS, danach bis 1979 bei den überregional bekannten Coverrockern SIT. Danach knapp zwei Jahre bei der Hallenser Schubert Band. Unvergessen sind die Hardrocker ERLKÖNIG (von 1980-85). Wir pilgerten der Band hinterher, wegen der Eddie van Halen-Soli von Volker himself. Von 1985-89 war er bei PUR (die aus dem Osten) und leitete anschließend von 1995-98 das Hendrix-, Gallagher-Projekt RED HOUSE.
Womit klar wäre wo die Einflüsse bei seinem Gitarrenspiel liegen.
Weitere Mitstreiter sind seine zwei Söhne! Gute Elternstube.
Alexander Wicher (Jahrgang 1984) spielt seit 1991 Schlagzeug und gastierte von 1996-97 bei ROTTEN KIDZ.
Marcel Wicher (Jahrgang 1972) spielt seit 1985 Gitarre und verdiente sich seine ersten Sporen bei BÄD FROX + MOOCH PHILISTEN (1995-98).
Einziges Nichtfamilienmitglied Peter Bornschein (Jahrgang 1984) ist seit Januar 2001 als Bassist bzw. Backingvocalist beschäftigt.
"A Little Bit Rock'n Roll" zeigt beim Opener, eine Rockabilly Nummer im 60's Style, noch etwas Startschwierigkeiten, die aber spätestens beim 2. Track in Vergessenheit geraten. Danach spielt man sich in ansteckender Glückseligkeit durch die extrem mitreißenden Songs.
Track 2 Rock, Groove, Crazy ist ein sich langsam entwickelnder Boogie-Rock und glänzt durch tolle Soli die im Übrigen immer auf die Songs zugeschnitten sind. Die nuancierte Steigerung des Härtepegels steht diesem auch gut zu Gesicht.
Das anschließende Spain wirkt durch seine Solo-Akustikgitarren und massive Country- und Folkeinflüsse überaus Bruce Cockburn like.
Was bei der gesamten Produktion auffällt, sind die mit starken Akzent (Ostthüringen lässt grüßen!) behafteten englischen Gesangsparts. Ich würde das aber nicht als abwertend bezeichnen, sondern es belegt das Werk mit einem gewissen Charme.
(Ich hab hier eine CD aus Texas auf dem Schreibtisch. Versteht auch kein Mensch. Red., Abt. Sprachforschung)
Track 4, Fortune Teller, weckt sofort Assoziationen zu Tom Petty. Hervorzuheben dabei der vorbildlich dargebotene Satzgesang. Wieder zieht sich die meisterhafte Gitarrenarbeit vom "Altrocker" wie ein Korsett um das Stück, die diesem seine endgültige Form verleiht.
Be Mine ist ein anmutiges locker intoniertes Unplugged-Teil mit echten Songwriterqualitäten. Durch den differenzierten Sound wirkt diese Komposition keinesfalls aufdringlich auf den Hörer.
Nachfolgendes I Want You könnte glatt als Soundtrack für einen Roadmovie herhalten. Beeindruckend hier wieder das superbe Solo im Mittelteil.
Get Down, mit seinem C.C.R.-Riff, kommt in der Melodieführung anfangs etwas holprig daher, entpuppt sich letztendlich als ziemlich eingängiger Country-Rock Song.
Bei I Got Trouble (For My Hometown) begibt sich die Band auf Latin Exkursionen (Tito & Tarantula standen hier Pate!), wobei das Feeling für den Blues erhalten bleibt.
Track 9, Come On And Die With Me ist ein Uptempoteil mit einem Tango-Rhythmus, der sich wie ein roter Faden durch den gesamten Titel zieht. Man könnte denken, dass dieses in einem Desaster endet. Nein! Das Crossover Experiment verleiht dem Song eine sehr eigene Patina. Ebenso gelungen finde ich Go Down, einen Clapton-Verschnitt, der ein passendes Beispiel für das gute Melodiegefühl ist. Auffällig der wunderbare Westcoast angehauchte Harmoniegesang und Guitarscapes auf hohem Niveau.
Track 11, Revolution, ist eine massenkompatible Reggae-Jamsession mit echten Mitsingambitionen. Es fehlen diesem Einwurf die Überraschungsmomente und verliert sich somit in Belanglosigkeit. Es könnte aber zum Party-Hit in jedem Coffee-Shop avancieren.
Der Abschlusstrack The Loner ist mein persönlicher Favorit. Mit seinem zentnerschweren Hammond-Orgelsound wird die VANILLA FUDGE- bzw. Jon Lord & Co. Vergangenheit wieder heraufbeschworen. Die Klasse Vocals erwecken sofort Erinnerungen an frühe DEEP PURPLE Zeiten. Ein würdiger Abgang für ein ehrliches Rock-Album aus deutschen Landen.
Produktionstechnisch braucht sich dieser, in den hauseigenen Wicher Music Studio recordete Output nicht hinter vergleichbaren internationalen Veröffentlichungen zu verstecken.
Alle Hobby- oder Nachwuchsgitarristen, die sich gern von lebendiger Mucke inspirieren lassen, sollten diesem frischen Act aus Ostthüringen ihr Ohr leihen.
My guitar is flyin', flyin trough the sky
My guitar is weepin', emotions so high. (Get Down)
Rock'n Roll will never die!
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