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The Pirates:

Live In Japan -
2000

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Live In Japan - 2000
Live In Japan - 2000, Indigo / Sanctuary Records, 2002
Mick Green Guitars, Vocals
Johnny Spence Vocals, Bass
Frank Farley Drums
Länge: 65 Min 16 Sek Medium: CD
1. Peter Gunn11. Lonesome Train
2. Sweet Love On My Mind12. Please Don't Touch
3. I Can Tell13. Going Back Home
4. Lindy Lou14. You Don't Own Me
5. Drinkin' Wine Spo-Dee-O-Dee15. Honey Hush
6. I'm In Love Again16. Castin' My Spell
7. Gibson, Martin, Fender17. Baby Please Don't Go
8. A Shot Of Rhythm & Blues18. Shakin' All Over
9. Don't München It19. All In It Together
10. Brand New Cadillac20. Tear It Up

Schluss, Aus. Jagger, Richards, Wood und Watts haben den Titel verloren. Her mit dem Pokal und der Faltencreme. Unangefochten Erste in der Champions League der gesichtsältesten Rocker sind hiermit Mick Green, Johnny Spence und Frank Farley.

Geschichtsunterricht: THE PIRATES waren seit 1958 die Begleitband des legendären Rock'n'Rollers Johnny Kidd (Größter Hit: Shakin' All Over). Farley und Spence waren ab 1961 bei den Pirates, Green ab 1962. Johnny Kidd starb 1966 bei einem Autounfall. Green, Farley und Spence bildeten bis Anfang der 80er den Nukleus der ständig umbesetzten (NEW) PIRATES (irgendwann taucht dort auch Nick Simper, später Urmitglied von Deep Purple, auf). In den 80ern und 90ern zog Green mit unterschiedlichen Bands durch die Clubs und Oldie-Festivals und war als Gast auf Platten von u.a. McCartney, Van Morrison, Peter Green und Brian Ferry vertreten.
Gitarristen wie Cub Koda, Wilko Johnson oder Pete Townshend geben Mick Green als wesentlichen Einfluss an. Das liegt sicher nicht an seiner Technik oder Geschwindigkeit, sondern an der perfekten Verkörperung eines Rockers, die Green seit 40 Jahren darstellt.
Im Jahr 2000 reformierten sich die PIRATES in der alten Triobesetzung Green, Spence, Farley und spielten in England und ... Japan.

Mick Green hat es nie geschafft, wirklich aus dem Untergrund hervorzukommen. Für einen braven Rock & Roller viel zu hart, für einen Rockstar längst viel zu alt und immer viel zu weit am Zeitgeist vorbei. Und ausserdem ist er kein großer Songschreiber.
Das wird durch die völlig unübersichtliche und größtenteils obskure Veröffentlichungspolitik seiner Aufnahmen dokumentiert. Neben den semi-erfolgreichen LPs der Pirates aus den 70ern, gibt es eine Menge Live-CDs, Compilations etc., die oftmals soundtechnisch knapp an Körperverletzung grenzen. Erwähnenswert aus der Flut sind zwei Scheiben: "Don't Munchen It! - Live in Europe 78" und die französische LP "Sailing Through France" Anfang der 90er, auf der am Bass Johnny Gustafson (u.a. Ian Gillan Band, Roxy Music) vertreten war.

Keine Ahnung, wie die Band nach Japan kam, auf jeden Fall gaben sie 5 Konzerte zusammen mit Wilko Johnson als Package und die Japaner sind ganz offensichtlich völlig ausgeflippt. Die Coverbilder und Zuschauerreaktionen beweisen es (bei diesen Aufnahmen wurde ganz sicher nicht mehr im Studio herumgefummelt).

Die CD startet mit Peter Gunn, das Green in all den Jahren zu seiner Erkennungsmelodie gemacht hat. Und dann geht es bretthart durch einen zusammengeklauten und beileibe nicht neuen Set aus Rock & Roll und Rhythm & Blues der brachialen Sorte. Eine der wenigen Green-Kompositionen, Gibson, Martin, Fender, zeigt den Weg: No keyboards at all...

Die Verbindung Pirates/Green/Johnson macht Sinn, den die beiden haben unter anderem den Song Going Back Home zusammen geschrieben. Der war auf der 76er "Stupidity" von DR. FEELGOOD.
Erwähnenswert weiterhin die Nummer Don't München It (hier ausnahmsweise mit "ü" geschrieben). Bis heute weiß ich nicht, wie der Name zustande kam.
Sehr geil auch die Version von Honey Hush (von FOGHAT zu einem Boogie-Monster gemacht), der Gnadenlos-Stampfer I'm In Love Again, das Sauflied All In It Together, das QUO-Cover You Don't Own Me und der zweite Song von Henry Mancini, Brand New Cadillac, den ich bisher nur von Joe Grushecky und einer weiteren britischen Rhythm & Blues-Legende, THE DOWNLINERS SECT, kannte.
Nicht nur sind keine Keyboards zu finden, auch Balladen oder Schmuselieder sucht man vergeblich. Es geht immer nur straight vorwärts.

Ein klasse CD, die einen fast vollständigen Überblick über das Schaffen der Band gibt und beweist, dass heftigster Rock & Roll auch im hohen Alter noch möglich ist. Respekt die Herren!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 11.09.2002

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