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| Where The Wild Things Are, Favored Nations/Rough Trade, 2009 |
| Steve Vai |
Vocals, Guitar |
| Alex DePue |
Violin, Keyboards |
| Bryan Beller |
Bass |
| Jeremy Colson |
Drums |
| Dave Weiner |
Guitars, Sitar |
| Ann Amrie Calhoun |
Violin, Keyboards |
| Zack Weisinger |
Lap Steel |
| Produziert von: Steve Vai |
Länge 77 Min 57 Sek (CD); ca. 220 Min (DVD) |
Medium: CD & DVD |
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| 1. Paint Me Your Face | 15. Gary 7 |
| 2. Now We Run | 16. Beastly Rap (DVD) |
| 3. Oooo | 17. Treasure Island |
| 4. Building The Church | 18. Angel Food |
| 5. Tender Surrender | 19. Earthquake Sky (DVD) |
| 6. Band Intros | 20. The Audience Is Listening (DVD) |
| 7. Firewall | 21. The Murder (DVD) |
| 8. The Cyring Machine (DVD) | 22. Juice (DVD) |
| 9. Shove The Sun Aside (DVD) | 23. Whispering A Prayer (DVD) |
| 10. I'm Becoming (DVD) | 24. Taurus Bulba |
| 11. Die To Live | 25. Liberty (DVD) |
| 12. Freak Show Excess | 26. Answers |
| 13. Treasure Island | 27. For The Love Of God |
| 14. All About Eve | Par Brahm (nur CD) |
| '(DVD)' = DVD only | |
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Musik ist, laut Wiki, die sinnvoll organisierte Form von Schallereignissen. Als solches, so denke ich mir, wird sie vor allem mit den Ohren rezipiert; kommen die Augen als unverzichtbares Rezeptionsinstrument dazu, handelt es sich um Operette oder Musicals, also zwei sich ergänzende Kunstformen - Schauspiel und Musik.
Dem eingedenk habe ich also zuerst die CD gehört, bevor ich mir die DVDs zu Gemüte geführt habe.
Die ersten vier Stücke des Joe Satriani Eleven rauschen an dir als Nicht-Gitarrist nur so vorbei; Gitarristen haben hier sicherlich schon jede Menge zu Staunen. Es gniedelt und jault, zirpt und hämmert so wild wie lange nicht mehr gehört, und das schließt die Jeff Beck Live-CD mit ein.
Now We Run bietet wenigstens was zum Festhalten - so etwas in der Art von Heavy Rock. Tender Surrender ist dann ein Blues, der zumindest eingangs die eher stimmungsvolle Seite von Vais Spiel zeigt; und auch die, wo er mal ein bisschen Gas zurück nimmt. Hier steigt er in den Ring mit jeder x-beliebigen Bluesgitarrengröße, die dann vor allem in der zweiten Häfte des Stücks oft sicher rein zahlenmäßig - gerechnet in Noten pro Takt - schlechter abschneiden. Aber emotional, tja, da könnte es sein, dass die besser sind.
Stücke wie das funkige Fire Wall sind dann eben durch den Gesang strukturierter als die High-Speed Exkursionen und tatsächlich ganz, ganz prima, und Vais Solo ist - eingebettet in den Song - vollends überzeugend, wenngleich für meinen Geschmack fast zu lang und geschwätzig, aber er kriegt gerade noch so die Kurve. Die Band - allesamt Könner ihres Fachs - legt einen Funk dahin, dass dir die Ohren brummen. Der Scat-Gesang entbehrt nicht einer Spur Humor, und so ist das ein Highlight - EARTH, WIND AND FIRE auf Speed.
Uh-oh, Freak Show Excess - kann einen das nach den Trax 1-4 noch schrecken? Oh ja, zwischen Soloexkursionen sind zwecks Erholung noch ein paar Riffs eingeklemmt.
Die To Live hat Heavy Rock Strukturen mit einem melancholischen Zwischenteil über einem funky Bass. All About Eve bietet - mit Gesang - Erholung vom Guitar Overkill und schöne Geigenparts. Fast schon KANSAS-mäßig. Gary 7, Treasure Island und Angel Food sind akustische Pieces. Treasure... mit jeder Menge Schlagwerk und Rhythm.Dann geht es mit Tauras Bulba, dem Kosakenführer, mit leicht asiatischen Klängen wieder elektrisch, aber eher gemäßigt weiter, bevor Par Brahm uns mit indisch amutenden Klängen akustisch verabschiedet.
Um auf mein Eingangsstatement zurück zu kommen: die elektrischen Teile erzeugen bei mir über weite Strecken kein Bild und keine Emotion. Das ist soweit ich mich erinne die erste CD, wo ich denke, dass man sich hier zum völligen Musikgenuss auch die Bilder reinziehen müßte - und das ist bedenklich, heißt es doch, dass die Musik alleine nicht funktioniert. Denn, so abwechslungsreich und fesselnd ist, pardone me, die Vai'sche Kunst für mich nicht. Ich denke zwar, dass er technisch mehr drauf hat als die Hälfte aller Gitarristen hier auf Erden, aber die Kompositionen als solche sind allesamt um Vais Soli herum gebaut, Showcases seiner Fingerfertigkeit, und ab und zu wird dann eben fürs gemeine Volk ein Riff dazwischen gehauen.
Bei Jeff Beck dachte man, dass der bestimmt jede Menge Effektmaschinerie aufgebaut hat - und war dann bei der DVD erstaunt, dass dem nicht so war. Bei Vai weiß man, dass er Effekte einbezieht und wundert sich, wie wenig das bringt. Die Audience aber ist bei jedem länger als drei Sekunden gehaltenen Ton völlig aus dem Häuschen, und zu allem und jedem Trick wird frenetisch applaudiert.
Die DVD ins Laufwerk, aber auch hier wird man aus der Musik nicht schlauer. Vai macht den Mund auf und zu wie ein Karpfen auf dem Trockenen, die Haare wedeln, ab und zu dürfen die anderen Solisten das Spotlight mit Vai teilen - aber make no mistake - das ist eine Vai-Show.
Es ist schon nett, den Meister (anfangs in seinem langen Zauberermantel) zu sehen, wie er jedes Solo mit den entsprechenden Gesichtsausdrücken unterstreicht und umtanzt. Perfekt gefilmt, aber letztlich keine Bühnenshow sondern die Bewegung der Figuren auf der Bühne.
Also, wie auch immer: wer auf perfekte Show getrimmtes Hochgeschwindigkeitsgitarrengegniedel über vermeintlich komplizierten Heavyrock-Mustern mit Jazzeinsprengseln, Violinensoli (die, wenn man mal ehrlich ist, dem ganzen fast nichts beifügen, denn zumeist sind sie nur eine Verstärkung von Vais Soli oder für die lyrischen Stellen verantwortlich), und einer Funk-Brass Section zu den Heiligtümern seines Musik-erlebens zu zählen bereit ist und das gerne mag, bekommt hier das volle Pfund - voller bei der DVD als bei CD. Dieser möge dann die extra Kröten ausgeben und sich die DVD(s) kaufen - da gibt es 27 Tracks und Bonusmaterial.
Wer gute, einfallsreiche Gitarrenarbeit ohne Firlefanz mag, der wähle den Meister der Rockgitarrenmusik: Mr. Jeff Beck!
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