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| Third Time Is The Charm, Leviathan Records, 2006 |
| David T. Chastain |
Guitar |
| Eric Johns |
Vocals |
| Mike Haid |
Drums |
| Dave Swart |
Bass |
| Produziert von: David T. Chastain |
Länge: 52 Min 28 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Even Now | 7. Heaven Help Me Now |
| 2. It's Not True | 8. Going Down To Texas |
| 3. I Don't Want You | 9. Don't Go |
| 4. I'm Down | 10. Love Train |
| 5. Caught You Red Handed | 11. Reflections |
| 6. Broken Man | 12. Ladies Of The Night |
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Seit gefühlten 78 Jahren soliert sich David T. Chastain auf etwa doppelt so vielen Platten durch den Saitendschungel. Diesmal ist er mit der dritten CD seiner Band SOUTHERN GENTLEMEN am Start und es bewahrheitet sich, was mancher schon immer befürchtet hat: Blues- und Heavyrock sind keinesfalls auf die leichte Schulter zu nehmen (H-E-A-V-Y!!!) und können selbst das beschwingteste Kerlchen zu einem Broken Man machen, der unheilvoll I'm Down brüllt, während er auf den Love Train wartet um Down To Texas zu gehen. Ja ja, bloß keine Frühlingsgefühle aufkommen lassen, immer schön bedeutungsschwanger bleiben und um Himmels Willen keine Gelegenheit für ein tödliches Gitarrensolo auslassen. Und noch eins, oh, ja, gib's mir, hau rein, noch eins, aaaaah, Baby, Don't Go, yeaaaah, oh Jesus, mein gehörnter Liebling, du machst mich wirklich fertig...
Chastain ist ein wirklich extraordinärer Gitarrist, das hat vor über 20 Jahren auch schon Mike Varney erkannt und ihn flugs auf sein Flitzefinger-Label Shrapnel Records geholt. Inzwischen betreibt David T. längst sein Leviathan Label und findet zwischendurch immer wieder Zeit für eigene Projekte. Sei es nun unter dem Namen CHASTAIN, CJSS, als Gastmusiker oder Initiator anderer Bands oder eben mit den SOUTHERN GENTLEMEN. Nie, wirklich nie, vergisst Chastain dabei seine eigene Bedeutung als Gitarrist. Und das macht es etwas kompliziert, denn leicht ist bei solchen Helden schwer etwas und dementsprechend unlocker kommen viele dieser Ergüsse daher. Je älter die Protagonisten werden desto krampfhafter halten sie sich am Gitarrenhals fest. Man darf das natürlich nicht pauschalieren, auch Junggötter wie Joe Bonamassa befestigen schon nach relativ kurzer Zeit im Business die Hose mit Gürtel UND Hosenträger.
Genug gelästert, reden wir über "Third Time Is The Charm".
Wesentlichster Unterschied zu den beiden (aller guten Dinge sind drei, wie der Albumtitel schon sagt) Vorgängern ist der neu hinzugekommene Sänger Eric Johns. Vorher bei einer nicht weiter bekannten Kapelle beschäftigt, überzeugt der schwer tätowierte Langhaardackel überraschenderweise fast durchgehend. Ein astreiner Shouter, der in seinen besten Momenten an Danny Joe Brown und in den schwächeren an Phil McCormack, beide bekanntlich von MOLLY HATCHET, erinnert. Zwischen all den angestrengt hingegrölten Klischeesätzen - die sich selbstverständlich um die alles überlagernde Gitarre winden - blitzt doch die eine und andere Passage mit echtem Groove und beinahe Soul auf.
Noch mehr Schwung wäre wohl entstanden, wäre die CD nicht getrennt nach Bass und Gesang, Drums und Gitarre in drei verschiedenen Studios aufgenommen worden. Gruppendynamik schreibt sich anders.
Eines hat David T. Chastain ähnlich gestrickten Kollegen wie beispielsweise Pat Travers oder Rick Derringer allemal voraus: Er bekommt wenigstens halbwegs eigenständige Nummern hin und er dudelt nicht gänzlich alles mit Egotrip-Selbstplagiaten zu, wie die genannten Altstars zuletzt. Das letzte Quäntchen Authentizität fehlt Chastain allerdings in allen seinen Projekten, auch CHASTAIN krankte mit seinem Power Metal immer daran, weil er nie etwas wirklich neues anstellt. Bestes Handwerk und brillante Fingerfertigkeit alleine reichen nicht für den Olymp. "Third Time Is The Charm" ist zweifellos ein mächtig rockendes Bluesrock-Monument, muss sich aber zwangsläufig immer mit den uralten Vorbildern vergleichen lassen - und belegt unterm Strich immer nur den zweiten Platz. Vor allem bei den simpel gestrickten Menschen, die Rock & Roll als Unterhaltungsmusik verstehen. Gitarristenanbeter dürfen vor David T. Chastain und den SOUTHERN GENTLEMEN auf die Knie sinken und huldigen. Und noch ein Solo, oh, ja, gib's uns...
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