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| Way Back To The Bone, Metal Heaven, 2009 |
| Tommy Heart |
Vocals |
| Chris Lyne |
Guitars |
| Jogy Rautenberg |
Bass |
| Zacky Tsoukas |
Drums |
| Produziert von: Tommy Heart & Chris Lyne |
Länge: 49 Min 35 Sek |
Medium: CD |
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| 1. First Man On The Moon | 6. Here Comes The Night |
| 2. Lightning And Thunder | 7. Heartache Heartbreak |
| 3. Can't Stand Losing | 8. Coming Home |
| 4. Love Crashed Down (Boom Down!) | 9. Welcome To The Party |
| 5. Times Of Yesterday | 10. Take It While It's Hot |
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Die Bitte vor eineinhalb Jahren war, dass die Berliner Band SOUL DOCTOR doch Bescheid geben möge, ob das Schiff künftig Richtung Melodic Rock oder 'richtigem' Hard Rock dampfen soll. Nun ja, das haben Tommy Heart und Chris Lyne mit "Way Back To The Bone" ganz eindeutig befolgt und liefern (mal wieder) … Melodic Hard Rock. Ätsch. Aber macht uns das glücklich?
Ganz klar ist, dass jeder GOTTHARD-Fan, der seine Jeans ohne Weichspüler wäscht, nach "Way Back To The Bone" zufrieden grinsen wird. Klar ist auch, dass seine Freundin, die blonde Gerti aus der Wurstabteilung vom Kaufhaus Hertie, ebenfalls ein paar Schmuckstücke für ihren MP3-Kuschelplayer auf der fünften CD von SOUL DOCTOR finden wird. Andererseits könnten dem einen oder anderen Kollegen aus der Heavyfraktion die Gesichtszüge schon beim Opener First Man On The Moon entgleisen, so breitgetreten, klischeebehaftet und von einem Keyboard begleitet nudelt sich die Nummer durchs Rockradio. Lightning And Thunder huldigt danach der Spätachtziger-Ausgabe von WHITESNAKE, hat allerdings enormen Drive und nach gut zwei Minuten einen prima Zwischenspurt. Ganz verwirrt ist man dann nach Can't Stand Losing. Das changiert irgendwo zwischen TOTO, SURVIVOR und FOREIGNER, nervt mit dem synthetischen Keyboardsound, begeistert aber gleichzeitig mit hervorragendem Gesang und einer letztendlich packenden Hookline, ganz so wie es die Vorbilder in ihrer großen Zeit auch konnten. Guter Rock, vorvorgestrige Attitüde, Fragezeichen in den Augen. Der simple Hard Rock von beispielsweise "For A Fistful Of Dollars" ist endgültig verschwunden, kompositorisches Anspruchsdenken dafür in größerer Menge eingekehrt. "Way Back To The Bone" ist nicht zeitlos, dafür wird zu deutlich in der Bombastära der 80er gewildert, dennoch ist man auf einem annehmbaren und weitgehend hart rockenden Kurs, wenn man einen Schleicher wie Times Of Yesterday einfach mal ausblendet. Derlei sollte man den SCORPIONS überlassen.
Bei Love Crashed Down hat man kurzzeitig Hoffnung auf einen zügellosen Rock & Roll, bekommt dann herkömmlichen Hard Rock, wird aber vom Groove dieser Melodic-Granate keinesfalls enttäuscht. Nur der Untertitel Boom Down! ist mit dem zugehörigem Chorus einen Tick zu viel Lala. Chris Lynes Gitarre greift dafür direkt in die Weichteile. Sehr gut. Und so geht "Way Back To The Bone" dahin, tut keinem weh, spielt mit Melodien und Harmonien für Millionen, lässt ab und an die Rockerherzen höher schlagen und bedient eine Kundschaft, die mit Hot Blooded aufgewachsen ist, Urgent mochte und von I Want To Know What Love Is Pickel bekommen hat. Die Band hat sehr genau darauf geachtet, dass keine Geschmacksverirrungen aufs Volk losgelassen werden, schielt allerdings gleichzeitig auf mögliches Airplay, was natürlich nicht verdammenswert ist.
Erwähnenswert ist der Groovemaster Jogy Rautenberg am Bass. Neben mächtigem Druck sorgt Rautenberg mit seinem außerordentlich akzentuierten Spiel auch für etliche in diesem Genre nicht übliche Hinhörer und gehörig Abwechslung. Fürs Liveprogramm bieten sich Nummern wie Welcome To The Party und Take It While It's Hot an, bei letzterem gibt es sogar eine richtige Orgel. Kommt gut. Allerdings scheint bei Tommy Heart bis auf weiteres FAIR WARNING oberste Priorität zu haben, was die Aussicht auf eine vernünftige Tour von SOUL DOCTOR nicht steigert.
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