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| New Dubby Conquerors, WEA, Veröffentlichung am 21.05.2001 |
| 'Enuff' Pierre Baigorry, 'Eased' Frank A. Dellé, 'Ear' Demba Nabé |
Vocals |
| Rudeboy Rudy |
Guitar |
| Berger |
Guitar (Track 10) |
| Tobsen |
Bass |
| Edward McLean |
Bass (Track 2) |
| Dubmaster Reibold |
Keyboards |
| Based |
Drums |
| Alfi Trowers |
Percussion |
| Moritz Delgado, Jerome 'Tchamp' Bugnon |
Blowjobs |
| Tayfun |
Didge (Track 2) |
| JayC |
Bansuri (Track 8) |
| Olli el Safadi, Olaf Zschiedrich, Torsten Otto |
Drums (Track 10) |
| Della Miles |
Vocals (Track 3 & 7) |
| DJ Illvibe |
DJ |
| Produzent: Pierre Baigorry |
Länge: 56 Min 07 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Dancehall Caballeros | 7. Sensimilla feat. Denyo |
| 2. Riddim No 1 | 8. We Seeed |
| 3. Papa Noah | 9. Tide Is High |
| 4. Walk Upright | 10. Top Of The City |
| 5. Dickes B. feat. Black Kappa | 11. Fire The Hidden |
| 6. Psychedelic Kingdom | 12. New Dubby Conquerors |
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Seeed, das ist eine 11-köpfige Band aus Berlin, die es seit 1998 gibt, und deren erstes Album 'New Dubby Conqueror' kurz vor der Veröffentlichung steht.
Ihre Musik
schlicht als Reggae zu bezeichnen wäre zu einfach. Der Sound von Seeed ist eine bemerkenswerte Mischung aus Roots-Reggae, Dub, Dancehall, Ska und HipHop. Da ist dann auch
sicher für jede Reggae-Nase was dabei.
Dazu sind die meisten Texte zweisprachig englisch UND deutsch gesungen. Die 3 Front-Sänger Ear (aka Demba Nabé), Enuff (aka Pierre Baigorry), der übrigens auch die meisten
Songs auf dem Album geschrieben und komponiert hat, und Eased (aka Frank A. Dellé) (Wer weiß jetzt, woher die 3 'e' bei Seeed kommen, na?) machen aus den Songs eine
runde Sache. Einen entscheidenden Beitrag leisten dabei allerdings auch die beiden Bläser.
Seeed sagt von sich selbst: 'Wir sind ne Großstadt-Dub-Band! Unser Sound ist kein jamaikanischer Reggae, und will es auch gar nicht sein!'.
Aber die Basis ihrer Songs
bildet er, natürlich durch die 3 Sänger, aber, dass man im Album Songs von Lee Perry und John Holt bearbeitet hat, ist sicher auch kein Zufall. Und ist 'New Dubby Conqueror'
etwa ein Wortspiel mit dem Wailer-Song 'Duppy Conqueror' aus den 60ern?
Mit Track 1 'Dancehall Caballeros' stellt sich die Band quasi vor und die 3 e's zeigen gleich die unterschiedlichen Charaktere ihrer Stimmen, besonders ragt aber der Rap von
'Enuff' heraus. Ansonsten kann ich da nur aus dem Song selbst zitieren: 'Isch ja voll der Wahnsinn, ish des Dub oder Rap?'
'Riddim No 1' ist als Folgetrack vielleicht ein bißchen zu sehr nach dem gleichen Muster wie Song 1 gestrickt, hat aber einen sofort ins Ohr gehenden Refrain.
Dann kommt aber gleich ganz was anderes: 'Papa Noah' ist eine rootsige flotte Nummer, bei der man die Füße unmöglich stillhalten kann. Durch eine Platten-Scratching Einlage
soll's wohl noch etwas aufgepeppt werden, mir persönlich hätte es auch so gefallen.
Getragen, relaxed und mit fettem Bass kommt dann 'Walk upright' daher.
'Dickes B' gibt es ja schon als Single und Video und ist jetzt frisch in die Top40 eingestiegen. Da muß man eigentlich nicht mehr viel sagen. Imposant wird die Story über Berlin aus
Sicht der Band (nicht ohne ein Augenzwinkern) gerappt, dazu gibt's noch eine Einlage von DJ Black Kappa. Vor allem live kommt das ziemlich gewaltig mit den Bläsern an
Posaune und Sax und der gut eintrainierten Performance der 3 Sänger (ich gestehe: ganz kurz kam mir da der Gedanke 'Ui, ne Reggae-Boy-Group').
'Psychedelic Kingdom' ist entspannter Roots-Rhythmus, der durch seinen witzigen Text noch gewinnt.
Wirklich gelungen ist auch 'Sensimilla' mit der Geschichte von Mary Joanna (!) (ich hoffe, ich habe die Dame richtig geschrieben).
'We Seeed' ist eigentlich der Lee Perry-Klassiker 'Police & Thieves' und richtiger Roots. Aber hieß es nicht 'wir machen keinen jamaikanischen Reggae'? Macht doch aber nichts,
wenn man's gut macht, so wie hier.
Und im ersten Moment denkt man bei 'Tide is High', jetzt rutschen sie aber doch sehr in die traditionelle Ecke. Aber was die Jungs aus dem John Holt-Klassiker aus den
End-60ern, den nun wirklich jeder kennt (oder doch wenigstens die Cover-Version von Blondie aus den 80ern!?), gemacht haben ist witzig und richtig gut. Der Song ist quasi
Bestandteil der Story über einen Liebeskummer-geplagten Mann, der aber bald wieder zu Höchstform aufläuft, die in lässigem Sprechgesang erzählt wird.
Das ist übrigens der einzige Song, der mich live ein wenig enttäuscht hat, einfach weil da dieser Effekt nicht zur Wirkung kommt.
Danach fällt die CD ein wenig ab. Die ersten drei Viertel bieten Abwechslung und zeigen die ganze Bandbreite dessen, was Seeed so drauf hat. Aber mit 'Top of the City', 'Fire the Hidden'
und 'New Dubby Conquerors', auch wenn das der Titelsong ist, kommt nichts Neues mehr nach. Obwohl letzterer natürlich schon einen guten Abschluß bildet, weil er wie ein
Gegenstück zum ersten Track fungiert, sowohl vom Stil her als auch inhaltlich, denn die Band singt auch hier wieder von sich selbst.
Abschluß, ja, wenn da nicht nach 1 Minute nicht noch ein Hidden-Track käme. Nette Nummer, aber irgendwie unnötig. Ich gebe aber zu, kein Freund diese Stilmittels zu sein.
Apropos Stilmittel: Für meinen Geschmack hätte man mit den Klangcollagen als Intro etwas sparsamer umgehen können, das nützt sich im Lauf der CD ein wenig ab.
Insgesamt ist 'New Dubby Conquerors' aber ein gut produziertes und interessantes Album. Und wem der Sound gefällt, sollte sich Seeed unbedingt auch live ansehen. Mit
teilweise 12 Mann auf der Bühne machen die eine mächtige Show. Gelegenheit dazu wird es genug geben, Seeed sind nämlich auf nahezu allen größeren Festivals in diesem
Sommer gebucht.
Die Zahl der Vorbestellungen für das Album sind auch beeindruckend. Eins ist also sicher: An Seeed kommt man in diesem Sommer auf keinen Fall vorbei.
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