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Savatage
"Poets And Madmen"

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Dragon
Savatage
Poets And Madmen
Poets And Madmen Ltd.
Poets Needs
Poets Dream
Poets Fear
Poets And Madmen, Steamhammer/SPV, 2001
Jon Oliva Lead Vocals, Keyboards
Chris Caffery Lead & Rhythm Guitars, Backing Vocals
Johnny Lee Middleton Bass, Backing Vocals
Jeff Plate Drums, Backing Vocals
Al Pitrelli Additional Lead Guitars
Bob Kinkel Additional Keyboards, Backing Vocals
John West Backing Vocals
Produzent: Paul O'Neill Länge: 67 Min 00 Sek Medium: CD
1. Stay With Me Awhile (5:06)8. Man In The Mirror (5:56)
2. There In The Silence (4:57)9. Surrender (6:40)
3. Commissar (5:36)10. Awaken (3:23)
4. I Seek Power (6:03)11. Back To A Reason (5:16)
5. Drive (3:17)12. Jesus Saves - Live (Bonus Track)
6. Morphine Child (10:12)13. Handful Of Rain (CD Extra Videoclip)
7. The Rumor (5:16)

Das 11te Studioalbum der Florida Metaller wird weltweit über den grünen Klee gelobt. Ausgerechnet das selbsternannte "Savatage Kampfblatt" RockHard findet ein paar Haare in der Suppe und watscht das Album ab, sieht sich in der Folgezeit jedoch mehrfach genötigt, seine Kritik umständlich rechtfertigen zu müssen. Ein Grund mehr, einen ausführlichen Crosscheck vor einer einfachen Review in den Ring zu werfen.

Ein paar Zitate aus den Ausgaben RH 166 + 167 dazu:
"...konstruierter Spagat zwischen Bombast... und der Härte der Spätachtziger...",
"...berühmten, kranken Kopfschreie sind fast vollstandig verschwunden."
"...die Doctor Butcher-CD...klingt deutlich brutaler..."
"...reicht nicht an den Jahrhundertklassiker "Hall Of The Mountain King" heran..."
"...fehlt es an magischen und wahnwitzigen Momenten..."
"...ein Album ausgebrannter Rock-Millionäre."
"...mäßig beeindruckende...Cover-Kunst..."

aber auch
"...zweifellos ein respektables Werk geglückt..." Note 8?

Also für mich klingt dies nach maßlos übertriebener und enttäuschter Erwartungshaltung.
Unglücklich für Sava war vielleicht die Ankündigung, vom Symphonikrock der letzten, wie der "Trans-Siberian Orchestra" Scheiben, wieder mehr zur früheren Härte zurückzukehren. Dabei gleich an "Doctor Butcher" zu denken, war sicherlich etwas unrealistisch, zumal dieses Side Projekt immer deutlich vom normalen Savatage-Geschehen abzugrenzen ist.
Trotzdem wurde die Ankündigung wahrgemacht, das Album klingt durchgängig härter, ohne jedoch auf bewährte Bombast Elemente zu verzichten. Was ja auch sicher niemand ernsthaft erwarten wollte und konnte. Ein "konstruierter Spagat", wenn man es so nennen will. Gelungene Kombination sagen die anderen.
Dass Jon Olivia nicht mehr so schreien kann wie vor 10 Jahren, gibt er ehrlich zu, außerdem musste er kurzfristig für den ausgeschiedenen Zak Stevens, auf den die meisten Gesangsmelodien zugeschnitten waren, die kompletten Vocals übernehmen. Das Ergebnis ist sicherlich nicht perfekt aber durchaus bemerkenswert, auch ohne "kranke Kopfschreie".
Wer will, findet in den 11 Studiotracks ( + Bonus und CD Extra Video ) "magische und wahnwitzige Momente", sie sind nur je nach Gusto an verschiedenen Stellen versteckt, vor allem da, wo man sie gar nicht vermutet hätte.

"Poets And Madmen" ist ein klasse Album und braucht sich auch vor so genannten "Jahrhundertklassikern" nicht zu verstecken, zumal wir nicht nur ein neues Jahrhundert, sondern sogar ein neues Jahrtausend haben.
Was die Cover-Kunst anbetrifft ist sowieso "Sirens" unübertroffen und ansonsten eh Geschmackssache (IMHO), in diesem Sinne und nix für Ungut ;-)
Note 2

Ralf Frank (Impressum, Artikelliste), Mai 2001

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Adelina:

Als wir 3 Savatage-CD's für meine Nichte bekommen haben, haben sie mir gefallen. Jetzt muß ich mir eine also genauer anhören.
Muß das so düster anfangen? Ich meine den Gesang. Die Musik ist besser. Beim Lied 2 auch.
Der Commissar kommt gut. Mit den Rhythmuswechseln und dem Chorgesang gefällt mir das irgendwie.
Die Nummern 4 bis 10 sind ebenfalls in Ordnung - bis auf ein paar mal Gebrüll und Mönchsgesänge. Kann man anhören
Was mir bei allen Songs gut gefällt, sind die teilweise "zärtlichen" Keyboards. Deshalb ist auch Back To A Reason sehr angenehm. Genau hier merkt man allerdings, daß der Sänger Stimmprobleme hat.
Gesamturteil: 3.
Wenn man für sowas in Stimmung ist, kann man es laufen lassen. Aber ein Konzert möchte ich mir, ehrlich gesagt, nicht anhören.

Daniel:

Im Prinzip gilt hier ähnliches wie bei der Lake Of Tears. Die Scheibe hat durchaus reizvolle Momente und für Liebhaber dieses Musikstils wird sie unbestritten ein Schmuckstück darstellen.
Mir persönlich ist das Werk zu düster, und ab einer Viertelstunde von Stück zu Stück immer schwerer zu ertragen.
Ich verspüre nach wie vor auch keinen Drang in mir, mich intensiver mit dieser Musik auseinanderzusetzen. Sie entspricht einfach nicht meinem Naturell.
Note 4

Fred:

Mich hat Heavy Metal ziemlich schnell, zu Beginn der 80er-Jahre, gelangweilt. Immer die gleichen Posen, Klischees und Kreisch-Sänger.
Leider ist mir dadurch mit Savatage eine wirklich tolle Band entgangen. Die wurden mir erst vor einigen Monaten "untergejubelt".
Savatage beherrschen den Spagat zwischen traditionellem Hardrock, melodischem Metal, progressiven Tönen und knallhartem Gebolze.
Und so ist das auch bei dieser, neuen, CD.
Zwei Mankos: Manchmal finde ich den Gesang etwas, äh, anstrengend. Und zweitens, nicht alle Songs bewegen sich auf höchstem Savatage-Niveau.
Trotzdem, eine klare 2 für diese ordentliche Platte.

Heidi:

Diese Scheibe bringt mich doch recht ins Grübeln.
Ich stelle mich vor den Spiegel und zähle mal eben meine grauen Haare nach. Ich kann mich doch eigentlich ganz gut erinnern, dass ich so vor 10, 12 Jahren solche Art von Musik ab und zu ganz gern gehört habe. Warum kann ich dann heute so gar nichts mehr anfangen damit? Hilfe, ich werde alt!!!!!! (Nee, Du hörst zu viel Reggae. Die Red.)
Tja, damit muß ich mich wohl abfinden.
Auch wenn Savatage größtenteils meine persönlich Schmerzgrenze noch nicht überschreitet, das ist mir zu schnell, zu laut, zu...., kurz: Ich muß es einfach nicht (mehr) haben.
Das ist eine 4 mit einem + aus Nostalgie.

Joachim:

Nicht viel besser (als Machine Gun). Aber manchmal kann man sekundenweise erahnen, daß die Jungs versuchen eine klitzekleine, sich sporadisch verändernde Tonfolge unterzubringen.
Handwerklich eine Katastrophe. Die Gitarristen bearbeiten ihre Saiten anscheinend mit einem Kreuzschlüssel.
Note 6 (ohne Minus).

Manni:

Grosses Prog-Rock Getöse mit vielen harten Riffs, aber auch allen anderen Zutaten dieses Genres.
Diese Art von Musik hat mir vor langer Zeit mal richtig zugesagt, aber die Zeiten ändern sich eben. Zu theatralisch, zu ernst, zu anspruchsvoll (??).
Musikalisch ist dies alles sicher sehr ausgefeilt, keine Frage, aber zu "künstlich" - na ja, Art-Rock eben. Note 3-

Markus ist ganz offensichtlich total begeistert:

Savatage zählen seit Jahren zu meinen absoluten Lieblingsbands. Nach dem Weggang von Hauptsänger Zacchary Stevens und der Ankündigung, dass "Poets & Madmen" dem Meisterwerk "Sirens" ebenbürtig sei war ich von Anfang an auf diese CD gespannt.
Eines vorweg, "Sirens" bleibt das Götterwerk der Band!
Die Band klingt im Jahre 2001 erdiger, dies auch durch den kraftvollen Gesang von Mastermind und Keyboarder John Oliva. Der Opener Stay With Me Awhile repräsentiert den Stil der Band zu "Handful of Rain"- Zeiten und beginnt mit einem imposanten Keyboard-Solo.
There in the Silence rockt kräftig ab, mit fetten Gitarrensoli von Chris Caffery, der sein Können eindrucksvoll beweist.
Commissar ist der Hammer-Song schlichtweg und zählt zu den Savatage-Granaten! Hier wirkt auch noch Al Pitrelli, der ehemalige Lead-Axeman mit. Die Gitarren-Duelle zwischen ihm und Chris sind der helle Wahnsinn. Dieser Song ist einfach irre!
I seek Power glänzt vor allem durch die Gesangsleistung von John Oliva, der abwechselnd melancholisch und powerful singt. Der Titel passt zu diesem Stück. Die Gitarren.-Soli sind wieder vom feinsten.
Drive als nächstes Lied eignet sich ideal zum Headbangen!
Morphine Child ist die einzige durchschnittliche Nummer dieses Albums.
The Rumour ist eine geniale Mischung aus Ballade und HardRock-Song. Man in the Mirror beginnt mit einem akustischen Gitarren-Intro. Bei diesem Lied beweist John Oliva aber vor allem welche Vielfalt seine Stimme besitzt. Madman John ist natürlich auch ein excellenter Keyboarder. Dies zeigt er bei Surrender als nächster Nummer.
Bei Awaken glänzt vor allem Bassist Johnny Lee Middleton. Back to a Reason ist ein abwechslungsreicher Savatage-Song, vor allem herausragend durch den mehrstimmigen Gesang. Dieser beendet stilvoll das normale Album.
Es lohnt sich auf jeden Fall die Limited-Edition von "Poets & Madmen" zu kaufen, da hier noch die Live-Aufnahme von Jesus Saves und der CD Video-Extraclip "Handful of Rain enthalten ist.

Live kann man die Band beim Bang Your Head Festival 2001, auf Tour mit Judas Priest oder solo in der Konzertfabrik Z 7 erleben. Hier darf man vor allem auf den neuen Sänger Damond Jiniya gespannt sein, da John Oliva live nicht alle Songs singen wird und kann.

Ein Album dessen Klasse man erst bei mehrmaligem Anhören voll verspürt. Savatage präsentieren sich hier erneut als Ausnahmeband. Note 2 plus!

Martin:

SAVATAGE haben mit Poets and madmen eine Vollbremsung hingelegt und den Rückwärtsgang reingehauen.
Ich wage zu behaupten: Gerade noch rechtzeitig.
Bei allem Respekt vor der Klasse des Vorgängers Wake of Magellan befand sich die Band doch auf dem besten Weg in eine kreative Sackgasse. Das Konzept bombastischen progressiven Heavy Metal mit klassischen Arrangements zu kreuzen war schon mit Dead winter dead soweit perfektioniert, dass jeder weitere Versuch in diese Richtung zu Lasten der Songs gehen musste.
Nun begibt sich die Band an den Ausgangspunkt ihrer Reise zurück, an die Weggabelung zwischen Streets und Hall of the mountain king, und liefert nachträglich das bis heute fehlende Bindeglied zwischen den beiden Alben, die der Band den Durchbruch bescherten. Rau und aggressiv, das ist das Erbe des Bergkönigs, und trotzdem ein ausgefeiltes inhaltliches Konzept mit progressiven Untertönen wie sie erstmals auf Streets zu hören waren.
Poets and madmen wird sicher nicht als eins der absoluten Highlights in die Bandgeschichte eingehen, aber als das Album, mit dem SAVATAGE innegehalten und sich auf alte, längst vergessen geglaubte Stärken besonnen haben um sich auf dieser Basis zu erneuern und zu neuen Ufern aufzubrechen.
2

Ulli findet Savatage "böse böse":

Ein paar Jährchen zu spät kommt diese Platte, denn aus dem Alter in dem ich gegen meine Eltern rebellierte bin ich heraus. Diese Musik hätte sie genervt, mehr noch als alles andere was ich im pubertären Alter zu spielen pflegte.
Savatage sind mir zu negativ, zu böse, zu unmelodisch, zu eintönig, zu böse, zu dark.
Aber etwas gutes hatte das Anhören dieser Scheibe: Ich brauch jetzt etwas schönes und höre deshalb "Stuck inside the mobile" von Dylan. Das versöhnt meine Ohren und ich brauch' das jetzt.
Eine fünf - ohne Minus diesmal, denn MG war noch schlimmer.

Werner:

Zum Teil ist das sehr gute Musik, die aber dann immer Passagen hat, mit denen ich nichts anfangen kann, die mir nicht gefallen. Der Sänger schreit mir manchmal zu viel und auch noch monoton. Dies mag vom Konzept her genau an diese Stelle gehören. Aber gefallen muss es mir nicht. Savatages Konzeptmusik ist nicht mein Fall, weshalb ich keine Wertung abgeben kann, ausser eine 6.


 
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