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The Brussels Affair '73

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The Brussels Affair '73
The Brussels Affair '73, Stones Archive, 2011
Keef, Mick'n'Mick, Bill, Charlie Guitars, Vocals, Harmonica, Bass, Drums, Backing Vocals
Others Horns, Keyboards, Organ, Piano, Synth
Produziert von: Glimmer Twins Länge: 79 Min 29 Sek Medium: MP3
1. Brown Sugar9. You Can't Always Get What You Want
2. Gimme Shelter10. Midnight Rambler
3. Happy11. Honky Tonk Women
4. Tumbling Dice12. All Down The Line
5. Star Star13. Rip This Joint
6. Dancing With Mr. D14. Jumping Jack Flash
7. Doo Doo Doo Dooo (Heartbreaker)15. Street Fighting Man
8. Angie

Ist das das seit langer Zeit ersehnte, definitive STONES Live-Album? Und warum ersehnen wir überhaupt ein definitives STONES Live-Album, gibt es doch derer zahlreiche? Ersehne am Ende nur ich ein Live-Album, bei dem diese Band nicht klingt wie die hinterletzte Garagencombo, das nach "Get Yer Ya-Ya's Out" Mick Taylor als zweiten - oder ersten? - Gitarristen zeigt? Eines, das die große Zeit der STONES darstellt, und nicht die Post-Taylor Zeit (wobei ich persönlich finde, das "Love You Live" die Gitarrenband und nicht die Garagenband STONES sehr gut darstellt, aber da gibt es eben keinen Mick T. mehr (und Ronnie war und ist definitiv kein Mick T.).
Ob ein STONES Live-Album ein gutes Live-Album ist hängt natürlich entscheidend von Herrn Richards' Leistung ab, und wie er die allesentscheidenden Riffs und mit den Herren Wyman und Watts die Rhythmusbasis aufbaut. Und das ist dann oft so, das manche … alle Coverbands das besser - werkgetreuer - machen würden. Nein, ein Live-Album muss natürlich nicht 'werkgetreu' im Sinne von 'Ich bete dann mal alles nach, was im Studio passiert ist' sein, aber wenn der Song entscheidend von einem Riff geprägt ist, dann sollte das auch da sein, und nicht so, wie hier etwa beim ersten Song, so ins Auditorium gehudelt sein, dass man den Eindruck bekommt, Keef muss dann mal weg und hat doch keine Zeit.

Gott sei Dank gilt das nur für Brown Sugar bei diesem Konzert aus den frühen 70ern - danach: Tara - ja, das ist es. The long lost STONES/Taylor Live-Album - und Taylor, der soliert sich ein ums andere Mal in den Rock'n'Roll Himmel, während Keef/Charlie/Bill die Bodenhaftung in geradezu vorbildlicher Weise halten. Und ab Gimme Shelter ist das Gehudel auch vorbei, und wir erleben ein … nein, DAS STONES Live-Konzert der 70er. Jagger ist gut drauf, ab hier kommt auch Wymans Bass besser und funky. Der Sound ist ansonsten sehr gut, glasklar und differenziert, wenngleich auch nicht so heavy wie auf "Ya-Ya's".
Happy mit Keef an den Leadvocals ist wie immer ein Witz, aber auch er ist gut drauf, stimmlich. Und wieder wird nicht durch den Song gehastet, sondern grundgut performt. Star Star von "Goats Head Soup" ist der Rock'n'Roll-Song als der er geplant war, mit coolem Solo von Keef; und selbst Dancing With Mr D. - entschlackt und auf Gitarrenpower neu aufgebaut - erwacht zum Leben nach der Überproduktion, desgleichen Doo Doo Doo Dooo Heartbreaker. Angie wird wirklich sehr einfühlsam und emotional gegeben, gekrönt durch ein schönes Taylor-Solo.
Höhepunkte dieses Konzerts sind die beiden Longtracks You Can't Always Get What You Want und Midnight Rambler - jeweils über zehn Minuten lang; You Can't… ausgezeichnet durch lange Improvisationen von Taylor und vor allem dem Saxophon (Mel Collins?). Rambler wiederum bietet Mick J. Gelegenheit, seine Harmonikakünste zu zeigen; dabei ist die Version hier einen Tick schneller als die auf "Ya-Ya's". 12 Minuten Rambler bieten natürlich allen Jungs reichlich Gelegenheit, ins Rampenlicht zu treten. Den Abschluss rocken die Oldies Jumping Jack Flash und Street Fighting Man, und selbst diese alten Schlachtrösser glänzen im Schweiße der heißen Performance; Street Fighting Man kommt sogar mit einem neuen, fast kakophonischen Ende .

Aus den Zeiten, als die STONES noch eine richtige Rockband waren und kein Super-Mega-Show Act, aus diesen lange vergangenen Zeiten stammt dieses Konzert, und wer die STONES dafür geliebt hat, sollte sich diesen in der Tat nur US$ 7 (!) teuren Download holen - und wird erneut erfahren, warum man sie die "Greatest Rock'n'Roll Band Of The World" nennt - verdientermaßen. Das ist die beste STONES-The-Rock-Band Live-Aufnahme, die es gibt. Selbst "Get Yer Ya-Ya's Out" ist nur ebenbürtig - anders, aber nicht besser.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 23.12.2011

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