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Some Girls - Live In Texas '78

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Some Girls - Live In Texas '78
Some Girls - Live In Texas '78, Eagle Rock Entertainment, 2012
Keith, Mick, Ronnie, Bill, Charlie Guitars, Bass, Drums, Vocals, Piano, Pedal Steel Guitar
Gäste:
Ian Stewart Piano
Ian McLagan Keyboards
Doug Hershaw Violin
Produziert von: Lynn Lenau Calmes Länge: 128 Min Medium: DVD
1. Let It Rock10. Respectable
2. All Down The Line11. Far Away Eyes
3. Honky Tonk Women12. Love In Vain
4. Starfucker13. Tumbling Dice
5. When The Whip Comes Down14. Happy
6. Beast Of Burden15. Sweet Little 16
7. Miss You16. Brown Sugar
8. Imagination17. Jumpin' Jack Flash
9. Shattered

Und 1978, nachdem Mick Taylor die Band verlassen hatte, änderte sich alles. Die klassische Rock und Blues Band, die die STONES auf "Brussels Affair" waren, gab es so nicht mehr. Vielmehr mutierten sie, durchaus zeitgemäß, mit "Some Girls" und mit Ex-FACES Ron Wood an der zweiten Gitarre, nahc dem Übergangsalbum "Black And Blue"zu einer Punk-infizierten, hard-driving Modern Rock Band, die Power und Drive über alles stellt. Und damit sehr erfolgreich war - der Zahn der Zeit nagte an anderen.

Jagger hüpft wie ein Michael Jackson ohne Choreografie über die Bühne und steht keinen Augenblick still. Keith ist der Master of Noise im Hintergrund; er schießt durchaus achtenswerte Soli ins Volk, aber seine Arbeit als Rhythm Gitarrist bestimmt das Geschehen und den Sound maßgeblich; selbst Mr. Wyman taucht ab und an im Bild auf, und Charlie schaut nach rechts und konzentriert sich auf den Beat (sehr gut zu sehen, wie er jedesmal, wenn er auf die Snare schlägt, einen Beat am Becken auslässt; er hat das selber mal sehr erstaunt festgestellt, nachdem man ihn darauf hinwies).
Sehr gut dabei ist der 'Neuling' Mr. Wood, der hier zeigt, warum die STONES gerade ihn als Gitarristen holten. Seine Slide Beiträge sind überdurchschnittlich, seine Soli auf den Punkt. Einzig Jagger, der ihn bei jedem Solo anmacht, etwa mit dem T-Shirt schlägt oder zwischen die Beine greift gibt Grund zur Verwunderung - was treibt er denn da? Woodie in letzter Zeit bekommt so etwas wohl nicht mehr hin, leider.

Der Set beinhaltet schon sieben Songs von "Some Girls" in zumeist erweiterten Versionen, und bei Far Away Eyes lässt Jagger noch nicht so sehr den Ami Slang hören. Die Platte kam gerade raus, und die Tour promotete das neue Werk. Dennoch ist die Zahl an neuen Songs erstaunlich - und man meint zu merken, wie die STONES gerade die mit viel Verve und Feuer spielen, und bei den anderen etwas zurück schalten. Insbesondere Miss You gewinnt von dem Live Treatment. Aber das mit dem Zurückschalten stimmt nur bedingt - Chuck Berry's Sweet Little Sixteen ist aber auch keinen Tag älter; und Jumpin' Jack Flash in einer extra langen Version gar eine monumentaler Heavy Rocker, und Keith Gegröle bei Happy und Solo adelt den Song. Zwar - wie schon bei der Review zu "Brussels Affair" erwähnt - hudeln sie sich durch manche Songs; und manchmal fragt man sich ob des kaum differenzierbaren Basisriffs, in welchem Track man gerade ist; insbesondere Brown Sugar wird völlig verhunzt. Dennoch ist das ohne Zweifel eine wirklich gutes Live Konzert der Greatest Rock'n'Roll Band On Earth.

Das Bildmaterial ist gut - wer Zeit hatte, konnte es am 31.12. auf 3Sat anschauen. Danach konnte man dann auch ein QUEEN Tribute für Freddie Mercury sehen - und da konnte man bemerken, wie man Songs so darbieten kann, das sie Power haben aber trotzdem nicht abgedreht garagig klingen. Aber so machen das die STONES heute ja auch nicht mehr - nachzusehen auf "Shine A Light". Und was sehen sie hier noch so erbarmungsvoll jung aus, die Herren - rank und schlank, und agil. Der Zahn der Zeit nagte dann doch etwas ….

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 02.01.2012

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