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| Band Of Joy, Decca Records/Rounder Records, 2010 |
| Robert Plant |
Vocals |
| Patty Griffin |
Vocals |
| Buddy Miller |
Electric Guitar, Baritone Guitar, 6 String Bass & Mandoguitar |
| Darrell Scott |
Acoustic Guitar, Mandolin, Octave Mandolin, Banjos, Accordion, Pedal Steel & Lap Steel Guitar |
| Byron House |
Bass |
| Marco Giovino |
Drums & Percussion |
| Produziert von: Robert Plant & Buddy Miller |
Länge: 47 Min 32 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Angel Dance | 7. The Only Sound That Matters |
| 2. House Of Cards | 8. Monkey |
| 3. Central Two-O-Nine | 9. Cindy, I'll Marry You Someday |
| 4. Silver Rider | 10. Harm's Swift Way |
| 5. You Can't Buy My Love | 11. Satan Your Kingdom Must Come Down |
| 6. Falling In Love Again | 12. Even This Shall Pass Away |
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Es ist Robert Plant unendlich hoch anzurechnen, dass er im Gegensatz zu seinem immer noch geldgierigen Kollegen Jimmy Page auf die vielen Millionen für eine neuerliche Tour unter dem Namen LED ZEPPELIN dankend verzichtet. Das mediokre Konzert vom Dezember 2007, welches angestrengt als Gedenkkonzert zu Ehren von Ahmet Ertegün, dem Gründer von Atlantic Records, verkauft wurde, bewies eindeutig, dass die Magie von LED ZEPPELIN verflogen ist. Und zwar seit dem 25. September 1980, dem Todestag von John "Bonzo" Bonham. Es ist vorbei mit dem bleiernen Zeppelin, alle Träumer, die Mondpreise für eine weitere Reunion bezahlen würden, sollten endlich aufwachen und der Realität ins Auge blicken: Es gibt neun Alben der größten Hard Rock Band aller Zeiten (plus "Coda" von 1982), die älteren Fans konnten die Originalband vielleicht sogar noch live erleben (myself am 5. Juli 1980, Olympiahalle München - Simon Kirke von BAD COMPANY trommelte ein paar Nummern zusammen mit dem deutlich angeschlagenen Bonham; es war ein für den jungen Fan eher enttäuschendes Konzert zum Preis von DM 22), doch damit ist das Kapitel LED ZEP durch. Ein für alle Mal. Alles was danach an Solo- und sonstigen Aufnahmen kam und vielleicht noch kommen wird, darf man in der Rubrik "Superstars versuchen sich an der Selbstverwirklichung - oder wollen einfach noch ein paar Groschen mehr verdienen" einordnen. In der Gegenwart gilt dies offensichtlich vor allem für Page, wohingegen sich John Paul Jones relativ unbeirrt seiner Passion hingibt und zuletzt mit THEM CROOKED VULTURES ein sperriges Album vorlegte, und Robert Plant für die Non-Rock-Kollaboration "Raising Sand" mit Alison Krauss Grammys zuhauf kassierte. Ausgerechnet jener Robert Plant, den die Biographen immer als naiv-narzisstischen Superdoofschönling gezeichnet haben.
Plant mag in seiner Jugend ein vom Wahnsinn um ZEPPELIN vollkommen überforderter Rockstar gewesen sein, aber er hat überlebt, sich nie blamiert und mit den Millionen und Jahren dazugelernt. Heute ist er ein älterer Musiker unter vielen, der immer mal wieder ein paar neue Songs veröffentlicht. Nicht mehr, nicht weniger, aber immer noch unter dem öffentlichen Druck, doch gefälligst wie vor 40 Jahren zu klingen. Wer ihn nicht unter Druck setzt, verehrt jede seiner vertonten Blähungen wie gottgleiche Offenbarungen. Vielleicht gibt es für Superstars dieser Preisklasse keinen Mittelweg, auch "Band Of Joy" wird diesen Pfad zwischen Verdammung und Anbetung beschreiten.
"Band Of Joy" ist eines dieser für das Jahr 2010 so typischen Alben. "Back to the roots" schreit es aus allen Ecken, so gut wie jeder noch gehfähige Rocker besinnt sich auf seine Frühzeit. Plants zweite Band nach LISTEN (1966) hieß BAND OF JOY. Eine Coverband, die - den Quellen zufolge - vorwiegend psychedelischen Westcoast-Rock nachspielte. Ein wenig Hörmaterial dieser knapp viereinhalb Jahrzehnte zurückliegenden Band gibt es wohl nur auf der CD "Sixty Six To Timbuktu". Es ist aber auch egal, denn das aktuelle "Band Of Joy" hat mit damals außer dem Namen wenig gemein, auch wenn die diesmal intonierten englischen und amerikanischen Folk- und Bluessongs aus verschiedenen Zeitepochen womöglich auch gut ins Jahr 1967 gepasst hätten. Das Konzept hört sich so spannend an wie es am Ende ist: Gar nicht.
Robert Plant singt auf "Band Of Joy" bewusst zurückhaltend, er kann das im Bedarfsfall immer noch deutlich offensiver und gewaltiger als hier gezeigt, und er hat sich mit Patty Griffin und wiederum Buddy Miller zwei klassische Understatement-Künstler ins Boot geholt. Spektakel ist mit solchen Leuten nicht zu erwarten, sehr schöne Töne jedoch durchaus. Und die bekommt man auf "Band Of Joy" reihenweise. Wenn sich jetzt noch die angemessene Begeisterung dafür einstellen würde…
Es ist schwierig, eigenartige Songs so desperater Bands wie den MILTON APES um Greg Vanderpool und Roberto Sánchez aus Austin, Texas interessanter als das ohnehin schon schwer vom Wüstensand verwehte Original zu gestalten. "No Depression" nannte man derlei Alternative-Country-Geklingel in den Neunzigern des letzten Jahrhunderts. Von der Sorte ist etliches auf "Band Of Joy" vertreten. Dem bis heute vor dem Black Dog erstarrten Altfan mag das möglicherweise innovativ erscheinen, wer UNCLE TUPELO zur rechten Zeit gehört hat, wird sich eher langweilen. Das vertonte Poem Even This Shall Pass Away des 1907 (!) verstorbenen Dichters Theodore Tilton stellt am Ende der CD wenigstens einen akustischen Hingucker dar und klingt schon beinahe modern, aber den längst manifestierten Eindruck eines 15 bis 20 Jahre zu spät gekommenen Albums ändert das nicht mehr. Es ist tatsächlich so, dass Plant mit einer Musik kommt, die nur wegen ihm und Buddy Miller halbwegs interessant ist, oder wie im Fall von Angel Dance (LOS LOBOS, 1990) einen Vergleich zulässt.
Im Grunde hat Plant das Thema von "Band Of Joy" bereits vor 35 Jahren mit seiner Monster-Band, deren Schatten er nie wird abwerfen können, abgehandelt. LED ZEPPELIN konnte Folk zwar auch nicht authentisch, aber einzigartig kraftvoll. Diese Kraft - oder der Wille dazu - fehlt Robert Plant inzwischen. Und einen so nahe an den STONES angesiedelten Song wie The Only Sound That Matters (ebenfalls von Greg Vanderpool) vollkommen ironiefrei zu bringen ist auch eine Leistung. Da hätte er sich statt Buddy Miller auch direkt das Original Mick Taylor holen können.
"Band Of Joy" ist weder schlecht noch langweilig, es ist hübsche Musik von guten Musikern, aber wer braucht dergleichen ausgerechnet von Robert Plant?
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