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| Live At Cheney Hall, Provogue Records, 2006 |
| Rick Derringer |
Guitar & Lead Vocals |
| Bruce Waibel |
Bass & Background Vocals |
| Tom Curiale |
Drums & Background Vocals |
| Produziert von: Rick Derringer & Rick Wezowicz |
Länge: 63 Min 22 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Don't Stop Loving Me | 9. Band Introductions |
| 2. Guitars And Women | 10. Rhapsody In Red: |
| 3. Still Alive And Well | - Waltz Of The Flames |
| 4. Coming Home | - Ruby In The Rocks |
| 5. Real American | - Crimson Chariot |
| 6. Dawn Of Love | 11. Jump, Jump, Jump |
| 7. Listen To The Lord | 12. Hang On Sloopy |
| 8. Turn On The Light | 13. Rock And Roll Hoochie Koo |
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Er sieht zwar immer noch ein bisschen wie ein dicklicher Schulbub aus, aber jetzt wird er bald 60 und spielt unverdrossen und bis in alle Ewigkeit Hang On Sloopy und macht einen auf La Bamba - von dem ... Sloopy geklaut ist. So ist das Leben, wenn man seinen einzigen #1 Hit 1965 mit einer Boygroup hatte und seitdem als Mietmusiker und Produzent zwar Meriten, als Solokünstler allerdings mehrheitlich Flops eingefahren hat.
Rick Derringer wird natürlich nie mehr der Superstar werden, der er in den Siebzigern gerne geworden wäre. Heute spielt er genau wie all die anderen gealterten Classicrocker in den mittleren Clubs und bei peinsamen U.S.-Provinzfestivals und gibt den Gutelauneonkel. Um es deutlich zu sagen, Derringer hatte nie eine echte Chance, zu den ganz Großen zu gehören. Zu dünn war seine Stimme, zu bescheiden seine Songwriterkünste, zu offensichtlich seine Versuche endlich wieder einen Hit zu landen. Dafür hat er mit Edgar und Johnny Winter ein paar der wichtigsten Rock'n'Roll-LPs aller Zeiten eingespielt (und sie auch produziert) und mit Rock And Roll Hoochie Koo und Still Alive And Well für die beiden Bleichgesichter zwei unwiderrufliche Meilensteine komponiert. Ist doch auch was.
Warum die 2002 aufgenommene CD "Live At Cheney Hall" erst im letzten Jahr in den U.S.A. veröffentlicht wurde und jetzt endlich bei uns, erschließt sich nicht wirklich. So aufwändig ist das Ergebnis nicht, im Gegenteil, das dürftige Booklet ist voll mit Fehlern und die Produktion ist eher naturbelassen. Egal, man legt die CD ein und erwartet ein weiteres Derringer-goes-Blues Elaborat und... ist überrascht. Nachdem seine CDs seit 1993 den nach spätestens 20 Minuten todlangweiligen Mike Varney/Shrapnel Records/Blues Bureau-Einheitssound aufwiesen, ging Derringer 2002 einen gewaltigen Schritt rückwärts und tönte im übersichtlichen Trioformat wieder nach Seventies und Eighties. Schau an, offenbar wurde ihm das Geleier, auch nach der kraftmeierischen aber öden Kollaboration mit Carmine Appice und Tim Bogert von VANILLA FUDGE bzw. CACTUS ein Jahr davor selbst zu fade. Das Ding war bezeichnend auch noch "Doin' Business As..." tituliert. Auch der Gitarrenheld braucht Abwechslung, ebenfalls 2002 erschien seine erste Jazz-CD namens "Free Ride".
So ganz nebenher wurde aus dem Rocker Derringer über die Jahre auch ein Christenmensch. Beim hier dokumentierten Auftritt in Manchester, Connecticut kamen gleich vier religiöse Texte zum Einsatz, zwei davon sind auch auf der D.B.A.-Zusammenarbeit enthalten, musikalisch rocken die Nummern allerdings moderat und ohne Verletzungsgefahr.
Natürlich gibt es auch seinen für Hulk Hogan geschriebenen Wrestling-Song Real American, für Nicht-Amerikaner ein eher schwer verdaulicher National-Stampfer, sowie seinen 79er-Möchtegernhit Guitars And Women und die dröge Ballade Jump, Jump, Jump vom allerersten Soloalbum "All American Boy" von 1974. Da fehlt Edgar Winter - die Version auf der tollen gemeinsamen CD "Live In Japan" (1990) ist um Längen lebendiger.
Derringers Schicksal ist nunmal, dass alle auf Still Alive And Well, Rock And Roll Hoochie Koo und Hang On Sloopy warten. Die kommen natürlich, dafür fehlen die beiden anderen Mini-Chartbreaker Let Me In und Teenage Love Affair leider. Sein Muss-Programm erledigt Derringer überraschend engagiert und klasse rockend. Klar, man wünscht sich einen fitten Johnny Winter am Mikro, aber auch so reicht es allemal für eine hasenreine Boogie-Party.
Die eigentliche Überraschung des Albums ist die dreiteilige Rhapsody In Red. Eine instrumentale Leistungsschau mit jazzigen Fusion-Tönen und beinahe schon an Jeff Beck erinnernde Gitarrenwirbeleien. Hier darf sich auch endlich die ansonsten eher unterfordert wirkende Band austoben und richtig loslegen. 2002 hatte Derringer den großartigen und inzwischen leider verstorbenen Bassisten Bruce Waibel (kennt man vielleicht von der GREGG ALLMAN BAND und den Poser-Metallern FIREHOUSE) und seinen Langzeitschlagzeuger Tom Curiale dabei.
Ein Wunderwerk ist "Live At Cheney Hall" nicht, aber man darf sich über ein nettes Lebenszeichen eines guten Gitarristen und Rock & Roll-Überlebenskünstlers freuen.
Die CD gibt es auch als identische DVD (plus Interview).
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