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Nils Lofgren Band

Live

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Live
Live, Hypertension Music, 2003
Nils Lofgren Vocals, Guitars, Keyboards
Timm Blery Drums
Buck Brown Keyboards, Guitars, Vocals
Wade Matthews Bass, Vocals
Produziert von: Nils Lofgren & Anson Smith Länge: 127 Min 10 Sek Medium: Do-CD
CD 1:
1. Puttin' Out Fires (7:57)7. White Lies (3:58)
2. Daddy Dream (8:18)8. Band Introduction (1:17)
3. Too Many Miles (6:19)9. Shot At You (8:16)
4. Driftin' Man (5:02)10. Tears Ain't Enough (4:24)
5. Damaged Goods (5:57)11. I'm Buyin' (2:59)
6. Two By Two (3:11)
CD 2:
1. I Don't Wanna Talk About It (3:58)7. Message (12:14)
2. Like Rain (4:52)8. Girl In Motion (11:09)
3. I Found You (4:59)9. Bass & Drum Intro (3:29)
4. Can't Get Closer (4:36)10. Gun And Run (5:06)
5. Lost A Number (5:12)11. The Star Spangled Banner (2:54)
6. Slippery Fingers (4:22)12. First Time I Ever Saw Your Face (6:41)

200 Kilometer Dienstreise stehen an. Was liegt näher, als eine CD, die ich reviewen soll, mitzunehmen? Sogar eine Doppel-CD - somit ist auch für die Rückfahrt frisches Futter im Player.
Nils Lofgren begleitet mich also und gleich der erste Track Puttin' Out Fires bietet einen mords Drive. Schön, um in den Morgen zu fahren und dabei die Stereo Ping Pong Effekte der akustischen Gitarre(n) zu genießen. Popcharakter mit herrlichen, akustischen Riffs. In die gleiche Kerbe schlägt Tears Ain't Enough, jedoch ist die Gitarre nicht so dominant.

Mit 17 debütierte Nils und ein gewisser Neil Young war so begeistert, dass er ihn zur Mitarbeit am legendären Album "After The Goldrusch" einlud. Und diese Mitarbeit gipfelte darin, dass Mr. Lofgren Frontman und Leadgitarrist der Young Begleitband CRAZY HORSE wurde. In Erinnerung an diese Zeit wurde vorliegendem "Live"-Album auch ein Song aus dieser Zeit beigepackt: I Don't Wanna Talk About It. Dieser Titel ist eigentlich durch Rod Stewart bekannt geworden und verhalf diesem zu Weltruhm. Ich gestehe, die Stewart-Version gefällt mir besser, weil Rod einfach mit der passenderen Stimme bei diesem Titel aufwarten kann.

Neben der Arbeit bei CRAZY HORSE blieb aber genug Zeit, um mit seiner eigenen Band GRIN zu produzieren und auch davon gibt es einen Song zu hören: White Lies, ein damaliger Top 40 Hit übrigens.
Mitte der Achtziger holte ihn Bruce Springsteen ins Line-up; diese Zusammenarbeit hält bis heute an.

Neben akustischen Nummern bietet dieses Livealbum auch schräge, verzerrte Gitarren (Daddy Dream, Slippery Fingers, Blues mit dreckig eingestreuten Riffs (Too Many Miles), spanisch angehauchtes (Two By Two), einen Boogie mit starker Gitarreneinlage (I'm Buyin'), Slide Nummern (I Found You, Can't Get Any Closer), sowie ruhigere Stücke.
Stellenweise frickelt er wie ein irrer Derwisch um dann wieder ruhige Balladen wie z.B. das Liebeslied First Time I Ever Saw Your Face einzustreuen. Allerdings ist mir manches Gitarrengemetzel dann doch etwas zu viel und konzeptlos. Etwa das 11-minütige Girl In Motion. Künstlerisch sicher wertvoll, aber nicht so ganz meine Wellenlänge.
Aber 100 Prozent mein Ding dann der 12 Minutenkracher Message. Düster rollende Gitarre und geile Stimmung. Ein echtes Highlight. Percussion und Dramaturgie sind vom Feinsten. Die Gitarrenparts bereiten mir eine wohlige Gänsehaut.
Überhaupt nichts anfangen kann ich mit The Star Spangled Banner. Ich akzeptiere und mag die Hendrix-Version, bin aber ansonsten doch der Meinung, dass Nationalhymnen nicht unbedingt auf ein Rockalbum gehören.

Die 23 Tracks wurden 2002 in Annapolis, Maryland (schöne Gegend) mitgeschnitten. Da das Album "Nils Lofgren Band - Live" betitelt wurde, kann man davon ausgehen, dass es sich um ein Bandprojekt handelt und man merkt ihnen die Spielfreude auch an. Ein gutes Album bis auf die meiner Meinung nach manchmal doch zu wirren Gitarren.

Perfektes Timing: Dienstreise ist vorüber und auch das Doppelalbum ist gehört.

Ulli Heiser, (Artikelliste), 18.05.2003

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