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Nashville Pussy

Get Some

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SPV
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All Music Guide (englisch)

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Get Some
Get Some, Steamhammer/SPV, 2005
Blaine Cartwright Vocals, Guitars
Ruyter Suys Lead Guitar
Karen Exley Bass
Jeremy "Remo" Thompson Drums
Gast:
Rick Richards Slide Guitar
Produziert von: Daniel Rey Länge: 40 Min 23 Sek Medium: CD
1. Pussy Time8. One Way Down
2. Come On Come On9. Raisin Hell Again
3. Going Down Swinging10. Atlanta's Still Burning
4. Good Night For A Heartattack11. Nutbush City Limits
5. Hate And Whiskey12. Meaner Than My Mama
6. Lazy White Boy13. Snowblind
7. Hell Ain't It Used To Be

Jetzt aber. In die Höhe mit dem Niveau! An der Gitarre: Die sexy blonde Göttin Ruyter Suys. Am Bass: Die sexy und unersättliche Karen Exley und dazu noch zwei Kerle zweifelhaften Leumundes. Die Worte sexy, blond, unersättlich und Göttin sind dem Fresszettel der Plattenfirma zu entnehmen. Boah, unersättlich...
Während sich der begierige Rezensent noch einsabbert, läuft derweil schon mal die CD auf allerhöchstem Niveau, äh, Lautstärke. Rums, bums, boogiekrach und auf die Zwölf, irgendwann kommt Nutbush City Limits und spätestens da wird klar, dass "Get Some" und die hochseriöse Kapelle NASHVILLE PUSSY in eine ganz falsche Ecke gedrängt werden. Meine Herren von der Recordcompany, wie könnt Ihr denn diese Unterhaltungskünstler als ordinär-sexuell ausgerichtet darstellen? Seid Ihr etwa Snowblind?

NASHVILLE PUSSY geistern nun schon etliche Jahre durch die Gegend, waren zuhause mal für einen Grammy nominiert, ernten aber bei uns bisher außer Wohlwollen und stieren Blicken nicht besonders viel Reichtum und Ruhm. Mit neuer Plattenfirma und der sicherlich ehrlichen (und nie vorher gehörten) Überzeugung, ihre bisher beste Platte gemacht zu haben, gehen sie jetzt wieder an den Start.
"Zeitloser US Rock in radikalster Vielfalt", steht auch noch im Infoblättchen. AUFHÖREN, möchte man plärren. Was soll das denn nun? NASHVILLE PUSSY sind so vielfältig und subtil wie ein Düsenjäger im Tiefflug - und das ist gut so. Außerdem ist das Attribut U.S.-Rock spätestens nach den Heerscharen europäischer und speziell skandinavischer Schweinerocker eher waghalsig. Schröder (der Kanzler, nicht der Pianist der Peanuts) würde diese Beschreibung suboptimal nennen.

"Get Some" ist Krach von der Basis für alle die auf fetten, dreckigen, von Chuck Berry und AC/DC geprägten Stoff stehen. Nicht weniger und kaum mehr. Wer keinen Ausschlag von den RAMONES bekommt und zufällig RAGING SLAB kennt, weiß jetzt Bescheid und kann bedenkenlos zugreifen. Nicht von ungefähr hat Produzent Daniel Rey in der Vergangenheit diese beiden Bands ebenfalls schon im Studio gehabt.

Natürlich sind N.P. ordinär und räudig, oder kann sich jemand vorstellen, dass PUR jemals einen Song namens Pussy Time spielen würden? Nur: Rock & Roll hat gefälligst ordinär zu sein, sonst ist es biederes Family Entertainment und reif für die nächste Samstagabendshow von Gottschalk. Das haben die vier Hinterhofgestalten aus Atlanta, Georgia richtig erkannt und streuen so viele "Fuck you" wie irgend möglich in ihre Texte ein und lassen die Gitarre ausgesprochen effektvoll immer genau zwischen Zwerchfell und Genitalien explodieren (und qualifizieren sich mühelos für eine Dienstagabendshow von Stefan Raab). Immer simpel, immer altbekannt, immer geil. "I'm as cool as Lightnin' Hopkins, I'm a bad ass rolling stone" kräht Sänger Blaine Cartwright in Good Night For A Heartattack, während seine Gattin an der Leadgitarre kein Angus-Klischee auslässt. So ist's recht, so muss good old (Southern) Rock & Roll klingen.
Highspeed-Boogie und überfallartiger Streetrock, einmal gewürzt von einem rotzigen Slide-Solo von Rick Richards (ja ja, der von den GEORGIA SATELLITES), brechen 40 Minuten über den nach vorne gebeugten Mattenschüttler herein und verbreiten pure Partylaune. Hell yeah, Raisin' Hell Again!
Wenn es heißt Atlanta's Still Burning, meinen diese Damen und Herren etwas anderes als weiland Dickey Betts, und das erwähnte Nutbush City Limits ist einmal mehr ein ganz ausgezeichneter Stampf- und Grölhit. Und Snowblind ist natürlich auch geklaut. Allerdings mit einem wagemutigen Boogie im Mittelteil angereichert und mitnichten doomig.

Hell Ain't What It Used To Be, ist aber immer noch kein bad place to be und "Get Some" wird die Welt nicht erschüttern, aber einen ganz dicken Gute-Laune-Bonuspunkt fahren die gemischtgeschlechtlichen Rednecks mit ihrem Männer-Macho-Schwanzrock und dem von Oberknallfrosch Nugent inspirierten Bandnamen auf jeden Fall ein. Scheißegal wie sexy und unersättlich sie auch sein mögen - wir wollen schließlich nicht ficken sondern Rock & Roll hören! Oder? Hmmm...

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 24.09.2005

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