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Michael Schenker Group

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Heavy Hitters

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All Music Guide (englisch)

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Heavy Hitters
Heavy Hitters, The Store Of Music, 2005
Michael SchenkerLead & Rhythm Guitars, Slide Guitar
Joe Lynn Turner, Leslie West, Jeff Scott Soto, Tim "Ripper" Owens, Mark Slaughter, Tommy Shaw, Gary Barden, Paul Di'Anno, Sebastian Bach, Jeff PilsonVocals
Bob KulickRhythm Guitars
Jeff Pilson, Rudy Sarzo, Marco Mendoza, Mike Inez, Tony Levin, Chuck Wright, Phil Soussan, Tony FranklinBass
Aynsley Dunbar, Simon Wright, Brett Chassen, Mike Baird, Vinnie Appice, Eric SingerDrums
Edgar WinterSax
Produziert von: Bob Kulick & Brett Chassen Länge: 49 Min 53 Sek Medium: CD
1. All Shook Up [Blackwell/Presley]6. Money [Waters]
2. Blood Of The Sun [Collins/Pappalardi/Collins]7. Out In The Fields [Moore]
3. Doctor Doctor [Mogg/Schenker]8. Hair Of The Dog [Agnew/Charlton/McCafferty/Sweet]
4. War Pigs [Butler/Iommi/Osbourne/Ward]9. I Don't Live Today [Hendrix]
5. I'm Not Talking [Allison]10. Politician [Brown/Bruce]

Michael Schenker, der Gitarrengott, ist ein seltsamer Mensch. Seit dem wohl endgültigen Split von UFO scheint er irgendwie planlos herumzutaumeln. CDs hier, CDs dort, Compilations, inzwischen schon die vierte Ausgabe seiner obskuren "Thank You" Reihe (O-Ton auf seiner Homepage: "I will only sell 1 CD per person unless it is bought as a present"), abgesagte Tourneen, aber keine nachhaltigen Maßnahmen, seinen eigentlich unantastbaren Status als Riese unter den Hardrockgitarristen zu manifestieren. Im Gegenteil, auf seiner Homepage findet sich, anstatt einer vernünftigen Discographie beispielsweise, eine entwürdigende E-Mail-Schlacht mit irgendwelchen Ex-Frauen. Das trägt paranoide Züge.
Auch ein Statement zur vorliegenden CD "Heavy Hitters" kann man nachlesen - und sogar teilweise nachvollziehen. Irgendwer spielt mit Michael Schenker bzw. dem Namen MICHAEL SCHENKER GROUP ein fragwürdiges Spiel. Schenker beklagt sich bitterlich, dass ohne sein Wissen das MSG Logo verwendet wurde und er damit unschuldig in den Ruch einer Coverband gerate, obwohl er doch - guter Mensch wie er ist - nur dem Ruf von Bob Kulick gefolgt war und ein paar Songs mit seiner Gitarre veredelt hat. Das böse Erwachen kam, als er Kulick um eine fertige CD bat (alleine schon das ist wirr) und erst dann feststellte, dass die MICHAEL SCHENKER GROUP, mit ihm als einziges Group-Member, als Urheber abgedruckt ist. Da fragt man sich schon, ob Herr Schenker wirklich so naiv ist, einfach mal ins Studio zu gehen und zehn Nummern zu spielen, ohne zu fragen für wen und warum und was damit passieren soll. Nochmal Schenker persönlich: "However it is a great album but these creepy, greedy people do bother me." Tja...

Lassen wir das alles mal außen vor - obwohl es eigentlich gar nicht geht, denn von der ursprünglichen Plattenfirma "Cleopatra Records" in USA angefangen, über die Besetzungen und Sänger der verschiedenen Songs, die Songauswahl selbst, bis zum Produzenten Bob Kulick schreit dieses Projekt geradezu nach einem "Tribute to..." Compilation-Aufkleber, alle Beteiligten sind seit Jahren berüchtigt für solche Aktionen. Bloß Michael hat nix gemerkt. Anyway, wie der Meister selbst sagt, es ist ein tolles Album und die kleine englische Firma The Store For Music macht es nun auch uns Europäern zugänglich (fraglich, ob die auch nur eine CD pro Person verkaufen wollen).
Die Songs selbst sind natürlich Standard. Am wenigsten vielleicht noch der Uralt-Schlager I'm Not Talking von Mose Allison, bekannt gemacht von den YARDBIRDS und zuletzt auf dem guten 2003er Album "Birdland" neu aufgelegt. Sänger hier: Mark Slaughter, der nach dem Ende seiner Poser-Kapelle SLAUGHTER von AC/DC bis LED ZEPPELIN auch schon beinahe alles gecovert hat. Egal, das Ding rockt'n'rollt gut.
Wie überhaupt die gesamte CD und alle beteiligten Dauer-Kopierer.

Man muss Bob Kulick wirklich lassen, dass er die Sänger mit Bedacht ausgewählt hat. Sogar Stimm-Wrack Paul Di'Anno (ja ja, der Verlierer von IRON MAIDEN) ist bei NAZARETHs Hair Of The Dog punktgenau eingesetzt und kräht mit authentischer Kehlkopfentzündung.
Ebenfalls unbenommen ist Kulick sein technisches Geschick. Für Money von PINK FLOYD hat er hundertprozentig die Basic-Tracks seiner eigenen FLOYD-Verwurstung "Breathe - A Tribute To Pink Floyd" verwendet und nur noch Schenker als neuen Gitarristen dazugepfriemelt. Immer praktisch, ein paar fertige Songs in der Schublade zu haben und nur wahlweise die Gaststars austauschen zu müssen... Wie gesagt, Schenker hat nix gemerkt. Ist egal, so kommt man wenigstens in den Genuss, ihn zusammen mit Edgar Winter einen solchen Klassiker spielen zu hören.
Dass ihm allerdings nicht aufgefallen ist, dass Leslie West Blood Of The Sun zwar singt, aber nicht spielt? Ausgerechnet Leslie West, einer der weltgrößten Egomanen der Rockgeschichte. Auch egal, Schenker ist der bessere Gitarrist und Simon Wright (ex-AC/DC) wuchtet fast so cool wie weiland Corky Laing auf den Trommeln herum.
Endgültig genial wird "Heavy Hitters" natürlich beim "Tribute to myself", Doctor Doctor. KEINER kriegt das so hin, und Jeff Scott Soto gibt einen astreinen Ersatzmann.
Und so geht es dahin, Joe Lynn Turner, Ripper Owens (ex-JUDAS PRIEST), Tommy Shaw von STYX, Gary Barden und sogar Nervensäge Sebastian Bach überzeugen bei ihren Beiträgen vollständig und nehmen der CD zu 9/10 ihren leicht miefigen Abzock-Geruch. Gute Leute allesamt. Gilt übrigens auch für die übrige Besetzungscouch, die bei all den mehr oder weniger berühmten Namen ziemlich groß gewesen sein muss.

Und dann wäre noch die Leistung von Michael Schenker himself. Mann, Mann, Mann, der Typ ist irre. Positiv gemeint. Wie der Out In The Fields spielt... Moore kann einpacken. Michael Schenker hat mehr Gefühl im kleinen Finger, als 99,9% aller anderen Axtschwinger jemals Noten gespielt haben. Schade nur, dass er nie was merkt.

Phantastischer Partystoff!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 06.01.2006

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