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| 14943, Phoenix Records, 2006 |
| Christoph Hildebrand |
Vocals |
| René Schulze |
Guitars, Backing Vocals |
| Marcus Jäntsch |
Guitars, Backing Vocals |
| Roman Heilmann |
Drums |
| Riccardo Lehmann |
Bass, Backing Vocals |
| Gäste: |
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| Sebastian |
Bass, Guitars |
| Barnim |
Didge, Banjo |
| Produziert von: Tom Hallek |
Länge: 52 Min 13 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Drive By Shooting | 7. Allan |
| 2. Domination Is The Name Of The Game | 8. Crack Sister |
| 3. I Lost My Shoes At Nakatomi Plaza | 9. All The Chicks Like Techno |
| 4. Sex Hurricane | 10. Zero (Part II) |
| 5. Across The River | 11. Chromo 4130 |
| 6. Thin White Dude | 12. Hellgate Amsterdam |
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Ups, da wird ja ein sauberer Brüllwürfel abgeworfen. Aber im Grunde müssen die Jungs gar keinen auf wilden Mann machen, viel zu schnell hat man sie durchschaut. Der Bandname MANDALA hat buddhistischen Hintergrund, der Plattentitel ist ihre Postleitzahl, beheimatet sind sie in Luckywood nähe Berlin, fürs Cover haben sie ihre Charakterköpfe in Raumanzüge montieren lassen und erinnern an betrunkene sowjetische Kosmonauten auf dem Planet der Affen (deswegen fehlt möglicherweise auch die Freiheitsstaue - nicht wegen der Affen, wegen den Kosmonauten!), und zu allem Aggro-Überfluss zuppelt zwischendurch ein Banjo. Wut, Hass und Mordlust kocht in einem hoch - die Kerle trinken Veltins und die Buletten auf einem der Bildchen sehen extrem widerwärtig aus... da ist noch kulinarisches Potential vorhanden.
Musikalisch ist "14943" nicht ganz so leicht durchschaubar. Die Band ist zu jung, um wirklich mit Urvätern wie BLUE CHEER, HAWKWIND, MC5 oder den STOOGES aufgewachsen zu sein, also bleibt mal wieder nur die vage Kategorisierung Kick-Ass-Stoner-Rock. Nun ja, es steht ohnehin zu befürchten, dass viele Leser mehr mit Bands wie MONSTER MAGNET, KYUSS, den MASTERS OF REALITY und sämtlichen skandinavischen Schweinerockern anzufangen wissen.
Man könnte auch eine Nähe zu gewissen einheimischen Kapellen feststellen, als da wären POTHEAD (ok, fast einheimisch), SMOKE BLOW, MAMASWEED oder DRIVE BY SHOOTING. Und damit befinden sich MANDALA in allerbester Gesellschaft, die Kollegen aus Übersee, England und Skandinavien braucht es gar nicht, in Deutschland, und zwar vorwiegend in und um die Provinzhauptstadt, hat sich in den letzten 10 Jahren eine beachtliche Krach-Kompetenz etabliert.
Keine Besprechung ohne Nörgel: MANDALA machen den beliebten Fehler, die schärfste Nummer an den Anfang des Albums zu stellen. Drive By Shooting, wohl den gleichnamigen Stoner-Punks gewidmet, ist ein Brachial-Quickie mit Stil. Geile Shout-Leistung von Sänger Christoph Hildebrand und desperat eingestreute Sympathy For The Devil-Huhus.
Nicht alle der kommenden 11 Songs können das Niveau halten, kein Wunder angesichts eines solchen Openers, aber MANDALA präsentieren auf ihrem ersten richtigen Album insgesamt absolut gehobene Klasse. Voran natürlich der Sänger, mit einer Mischung aus großem Stadion-Hardrock-Posing, abgefahrenen Chants und "bösem" Gebrüll. Danach die beiden Gitarren, angesiedelt zwischen Iommi und Young, wechselnd zwischen Riffing, Normalo-Rock'n'Roll und heavy-psychedelischen Flirrgewittern, und nicht zuletzt der reichlich donnernde Bass, gerne als dritte Gitarre eingesetzt. "14943" geht gehörig in Bein und Nacken.
Wie bei vielen CDs des Genres, sind die Drums, vor allem im Bass-Bereich, ein Stückchen zu weit in den Hintergrund gemixt, leicht indifferent und zu Snare-lastig. Vielleicht muss das so sein, der Rezensent hat ja keine Ahnung von solchen Dingen.
Was MANDALA sympathisch macht, ist die Lässigkeit, die trotz aller Härte die meisten Songs zum swingen bringt. So geht beispielsweise der Sex Hurricane nach grade mal dreieinhalb Minuten viel zu schnell vorbei. Auch kompositorisch hat sich der nicht besonders modebewusste Fünfer einiges einfallen lassen. Thin White Dude könnte man beinahe progressiv nennen - zum Glück dröhnt der Bass bodenständig Lemmy-like.
Der Ausflug in eine asiatische Opiumhöhle (Zero) entspannt und Humor haben die Herren auch - wie gesagt, den wilden Mann nimmt ihnen am Ende der CD keiner ab. Einzig beim an den Voodoo-Blueser Steve Tallis erinnernden Hellgate Amsterdam könnte man beinahe Angst bekommen. Aufs Ohr gibt's aber heftig.
Cooles Teil!
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