|
CD-Review:
|
![]() |
|
|
|
Mit "Brand New Morning" haben MAGNUM jüngst ein Album veröffentlicht, das einen Aufwärtstrend erkennen lässt, jedoch nicht auf ungeteilte Begeisterung gestoßen ist. Von daher wird es im HoR nicht nur bei einer Kritik bleiben, ein Kollege ist noch dabei die richtigen Worte zu finden. Wie heißt es so schön: Demnächst in diesem Theater!! Als ich mir vor einigen Wochen den neuen Longplayer bestellte, dachte ich an zurückliegende Konzerte und einige Songs die immer wieder gerne gespielt und vom Publikum dankend angenommen wurden. Hierbei handelt es sich um Material aus der Zeit vor "On A Storyteller's Night". Und was bietet sich da mehr an als ein Sampler, wenn man die Alben jener Zeit nicht sein eigen nennt. Derer gibt es auch im Falle MAGNUM einige und beim Suchen stieß ich auf die in diesem Jahr veröffentlichte CD "An Introduction To...". Die Scheibe bietet Auszüge aus sämtlichen Alben bis 1985. Wer MAGNUM nur anhand der Phase "...Storyteller's..." bis "Wings Of Heaven" mag, sollte mit dem Kauf vorsichtig sein und vorab einen Anhörtest vornehmen. Die enthaltenen Tracks unterscheiden sich teilweise doch arg von dem Material der späteren Tage, auch die von den Konzerten her eher geläufigen Songs Kingdom Of Madness, Soldier Of The Line, The Spirit oder Sacred Hour erscheinen in vielleicht ungewohnten Versionen. Mehr verspielt als straight und The Spirit in der elektrifizierten Version. Den Anfang machen In The Beginning, Kingdom Of Madness und Invasion vom Debut "Kingdom Of Madness" (1978). Die Songs sind relativ rockig, haben aber immer wieder Passagen wo man ihnen deutlich die 70er Jahre anmerkt - als man im Allgemeinen noch experimentierfreudiger war. Da wird schon mal das Tempo verändert, akustische Passagen wechseln ins Elektrische, Flöten und dominierende Keyboards sind keine Seltenheit. Wer mit den frühen GENESIS, MARILLION oder überhaupt verspieltem britischen Rock dieser Zeit etwas anfangen kann wird hier gut bedient. Der Longplayer "Magnum II" (1979) wird durch Great Adventure, Changes und All Of My Life präsentiert. Produzent war TEN YEARS AFTER Bassist Leo Lyons, der auch schon als Knöpfchendreher bei diversen UFO Alben mitwirkte. 1980 veröffentlichten MAGNUM den im Londoner Marquee live mitgeschnitten Longplayer "Marauder". Die davon verwendeten If I Could Live Forever und Reborn zeigen die Band wieder mehr in Richtung härteren Rock tendierend. Aber aufpassen, MAGNUM sind nie eine kompromisslose Hard'n'Heavy Kapelle gewesen und so glänzt man hier auch durch eine ziemliche Vielfältigkeit. Soldier Of The Line, The Spirit, Sacred Hour und The Lights Burned Out stammen vom 82er Output "Chase The Dragon". Die ersten drei sind aus den Auftritten der Band nicht mehr hinwegzudenken. Sie weisen eine relative Härte auf (wie immer für magnumsche Verhältnisse) und machen Lust auf das komplette Album. "The Eleventh Hour" von 1983 ziert ein weiteres Fantasy-Cover Rodney Matthews, die beiden hier vertretenen Auszüge The Prize und The Word erweisen sich von unterschiedlicher Güte. Während The Prize "rockig" an die Songs vom Vorgängeralbum anknüpft und eine echtes Highlight darstellt, handelt es sich im Falle The Word um eine aufgeblasen wirkende Pompballade bei welcher der Eindruck des "wohin nun?" entsteht. 1985 fand man sich mit einem neuen Drummer noch einmal zusammen und erreichte mit "On A Storyteller's Night" den finanziellen Durchbruch. How Far Jerusalem, die damalige Single Just Like An Arrow und der Titelsong On A... zeigen MAGNUM in der Verfassung welche die großen Jahre der Band einläutete. Die Songs bilden ein Appetithäppchen für alle welche dieses wunderbare Album noch nicht ihr eigen nennen. Rodney Matthews lieferte auch hier covermäßig erneut ein Meisterwerk ab. "An Introduction To..." bietet Interessierten einen Überblick die früheren Jahre MAGNUMs betreffend. Das recht ausführliche Booklet, auch mit Bildern aus den verschiedenen Phasen glänzend, führt die Geschichte der Band in Worten weiter bis kurz vor der Veröffentlichung von "Brand New Morning". Da stellt sich die Frage, ob es tatsächlich große (rechtliche) Probleme bereitet hätte, das Ganze auch musikalisch bis "Breath Of Life" weiterzuführen. Jürgen Ruland, (Artikelliste), 30.10.2004
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|