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| Live From Austin TX, New West Records/Blue Rose Records, 2006 |
| Gary Rossington |
Guitar |
| Johnny Van Zant |
Vocals |
| Hughie Thomasson |
Guitar, Vocals |
| Leon Wilkeson |
Bass, Vocals |
| Billy Powell |
Keyboards, Piano |
| Rickey Medlocke |
Guitar, Vocals |
| Michael Cartellone |
Drums |
| Carol Chase & Dale Rossington |
Vocals |
| Produziert von: Cameron Strang, Jay Woods & Gary Briggs |
Länge: ca. 67 Min |
Medium: DVD |
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| 1. Edge Of Forever | - Swamp Music |
| 2. What's Your Name | - The Ballad Of Curtis Loew |
| 3. That Smell | 5. Workin' |
| 4. Medley: | 6. Gimme Three Steps |
| - Down South Jukin' | 7. T For Texas |
| - Needle And The Spoon | 8. Sweet Home Alabama |
| - Whiskey Rock A Roller | 9. Free Bird |
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Das ist mal was Besonderes. LYNYRD SKYNYRD im Fernsehstudio der "Austin City Limits" Dauerserie, vor ein paar hundert Zuschauern und auf einer kleinen, vielleicht 30 Zentimeter hohen Bühne. Da kann es durchaus feucht im Höschen werden, wenn Medlocke, Thomasson, Rossington und Wilkeson am Bühnenrand auftauchen und wild mit den Gitarren über den Köpfen der ersten Reihen respektive der Kameraleute fuchteln. Schaut aber auch wirklich schweinegeil furchterregend aus, so eine Gitarrenwand vor der Nase. Speziell Medlocke dürfte so manchen hysterisch kreischenden Altrocker an den Rand einer Ohnmacht bringen. Wer sind eigentlich TOKIO HOTEL?
Es ist ein Auftritt vom Dezember 1999, also ein paar Monate nach der Veröffentlichung von "Edge Of Forever", der wohl besten CD der "neuen" SKYNYRD. Und die Band war heiß. Das sieht man durchgehend und hören kann man es größtenteils auf dieser DVD. Warum größtenteils? Weil Sweet Home Alabama gründlich vermasselt ist und nicht rollt und groovt wie man es gewohnt ist. Fängt verhaut an, stolpert seltsam weiter, blitzt kurz bei den gewohnten Soli auf, endet mit Durcheinander.
Aber in den knapp 70 Minuten gibt es natürlich mehr als DEN Gassenhauer dieser Band.
Der Start wird geprägt von höchst interessanten Keyboardklängen in Edge Of Forever. Hat man so wohl noch nicht gehört. Sehr starke Vorstellung von Billy Powell. Trotzdem ist man später froh, dass er dann doch wieder ganz simpel ins Piano greift, nur bei That Smell packt er noch mal die Breitwand aus. Medlocke und Thomasson lassen ein paar extra scharfe Soli ab, die Bewegungsfreiheit ist naturgemäß relativ eingeschränkt und über das gesamte Konzert kann die Bildregie dem jeweils solierenden Gitarristen nicht immer folgen. Witzig, wenn man einen Rhythmus schrubbenden Rossington sieht, während einer der anderen sein Solo spielt. Im Zweifel wird dann auch mal Powell oder Johnny Van Zant in Großaufnahme gezeigt. Ist aber egal, denn auch die beiden machen Eindruck. Der eine als Tastenentertainer, der andere als Johnny Van Zant - er ist halt wie er ist, also weitgehend simpel. Die Ansagen sind wie immer, die Publikumsanimation ist wie immer, die Huldigung an Ronny ist natürlich auch wie immer. Aber als Sänger ist er groß.
Angenehm fürs Auge sind die aufgrund der beengten Verhältnisse wenig flexiblen Kameraperspektiven. Viele Großaufnahmen, wenn es in die Totale geht, dann mit extremem Weitwinkel, das dann manchmal wie Fischauge erscheint. Wer hat LYNYRD SKYNYRD schon mal in einem Club gesehen? Allein das macht die DVD zur Pflicht.
Zurück zu Edge Of Forever. L.S. liefern höchstpersönlich die Begründung für den Vorwurf, ihre eigene Coverband zu sein. Eine Band mit solchen Knallern im Repertoire hat es überhaupt nicht nötig, ihre Konzerte ansonsten nahezu ausschließlich mit Songmaterial aus den Siebzigern zu bestreiten. So tough und inspiriert möchte man nur einmal im Leben ein ganzes Konzert von ihnen hören. Und, Achtung!, sogar Gary Rossington steht am Bühnenrand und kann Thomasson durchaus bei dessen Flitzefingersolo folgen. Jaaa, Rossington. So agil, engagiert und gut aufgelegt hat man ihn selten bis nie erlebt. Er fühlt sich sichtlich wohl, vielleicht liegt es am intimen Rahmen, und erdreistet sich gar, in T For Texas einen echten Frontmann zu geben. Wow. Ohne Zweifel sind die beiden anderen die perfekteren Gitarristen, aber diesen - von üblen Ozzy-Tattereien befreiten - Rossington wünscht man sich. Da werden die acht T For Texas-Minuten zum echten Vergnügen und zu wichtigen für den Sammler. Formidabel! Betrachtet man seinen Einfluss in der Band auf der vier Jahre später aufgenommenen "Vicious Cycle"-DVD, konnte er diese Form leider nicht halten. T For Texas war da sogar aus dem Set geflogen.
What's Your Name (mit einem tänzelnden Rossington!) und That Smell werden noch kräftig zubeißend ausgespielt, dann folgt die lästige Medley-Orgie. Ohne Worte, es nervt einfach.
1999 war natürlich Leon Wilkeson noch dabei. Man darf gerne ein Tränchen verdrücken angesichts seines wohl letzten audiovisuellen Auftretens via Konserve. Noch mehr Wasser wird beim Betrachten des Schlagzeugers Michael Cartellone fließen - allerdings diesmal Schweiß. Der fuhrwerkt so beeindruckend, und wird auch von den Kameras toll eingefangen, dass jeder andere frühere SKYNYRD-Drummer verblasst. Zweifellos war er es, der der Band zusammen mit Medlocke in diesen Jahren den nötigen Kick gab.
Man darf Rick Medlocke Posergott nennen. Er spielt und springt auf jeder Bühne alles in Grund und Boden und tat es auch in Austin. Ein lebendiger Tsunami, hinter dem Hughie Thomasson zwangsläufig zurückbleiben muss, dennoch viele grandiose Momente hat.
Workin' nahm die Band an diesem Abend wörtlich. Mächtiges Donnerschlagzeug als Intro, fünf vorwärts gehende Rampenschlampen, Rossington, Rossington/Medlocke, Thomasson, Medlocke/Rossington, Rossington im famosen Tiefflug, Thomasson/Rossington, so die Soloabfolge. Im Vergleich mit den anderen bekannten Workin'-Liveaufnahmen landet diese hier weit vorne.
Free Bird bildet selbstredend den Abschluss der Show. Bis auf die Klassik-Einleitung von Powell wäre das an sich nicht weiter erwähnenswert, wenn da nicht eine Sache wäre: Der zweite Teil dieser Viertelstunde war schon immer und mit (fast) jeder Gitarrenbesetzung der größte Southern-Song aller Zeiten. Und er ist es auch hier. Mit Worten nicht zu fassen, einfach unglaublich, schaut es euch selbst an, geht vor Medlocke auf die Knie, brecht euch die Finger beim Versuch ihn und Hughie nachzuspielen.
Eine ungewöhnliche und gute DVD in außergewöhnlichem Ambiente. Ohne Medley wäre es sogar eine herausragende geworden.
Format: NTSC
Ländercode: 0
Sound: 5.1 Dolby Surround/Stereo
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