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Breakfast For Champions

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Breakfast For Champions
Breakfast For Champions, Eigenvertrieb, 2006
KJ Svensson Vocals, Handclaps
Fredrik "Judo" Simonson Electric & Acoustic Guitars, Backing Vocals
Micke Sahlin Electric & Acoustic Guitars, Backing Vocals
Henrik "Linkan" Lindqvist Bass, Slide & Acoustic Guitars, Backing Vocals
Tobbe Rogbrant Drums & Box, Backing Vocals
Gäste:
Jonas Källsbäck Percussion & Handclaps
Micke Rogbrant & Martin "Martman" Henningsson Backing Vocals
Länge: 14 Min 05 Sek Medium: EP
1. Down & Out4. Glad Handing Dandy
2. Dead Weight5. Bittersweet Goodbye
3. Dirty Green, Black & Blue

Hahaha, es ist Zeit für Rock & Roll, die alte Schlampe!
In diesem Onlinemagazin für Erwachsenenbildung reden wir bekanntlich ab und an mal über Bands wie die BLACK CROWES, DIAMOND DOGS, FACES oder gar die STONES. Nur ich darf das fast nie, weil mir immer ein gewisser Herr Schmidt in die Quere kommt und standhaft behauptet, der größere Riffmaster zu sein. Der schräge Vogel.
Und da sind wir schon bei des Rockers Kern, denn erstens such ich mir meine Krähenvögel, Straßenköter, Visagen und Steinchen dann eben selbst und zweitens geben wir beide uns unterm Strich eh nix, denn was der Schmidt besser auf der Gitarre ist, kann ich mehr am Weißbier (elektrisch und akustisch, geslidet sowieso).
Just in einem Moment der tiefen Verzweiflung ob der aktuellen Besprechungen der genannten Bands in den letzten Tagen und Wochen, kommt mir eine Band aus Schweden auf den Tisch, die schon mal grundsätzlich nach Rock & Roll aussieht, LOVE INJECTIONS heißt und vom großen Nikki Sudden mit den Worten "Pure rock & roll with soul and feeling" gelobt wurde. Es wäre lästerlich, dem im letzten März verstorbenen Sudden zu widersprechen, also tun wir das mal besser nicht und geben uns stattdessen dem ungehemmten Frohsinn hin.

LOVE INJECTIONS gibt es seit 5 Jahren, seitdem haben sie drei Demos aufgenommen, dieses dritte nennt sich "Breakfast For Champions", besteht leider nur aus fünf eigenverfassten Songs und muss jedem Basis-Rocker Arme und Haare wie Windmühlenflügel verleihen. Real stuff for real people, um mal das Motto unseres geistesverwandten Kollegen von Real Music zu missbrauchen.
Schon länger nicht mehr stand ich bei den allerersten Tönen einer CD nicht auf sondern auf dem Stuhl (gefährlich übrigens, das Ding dreht sich und wackelt bedenklich). Down & Out sleazt so elend down & dirty dahin, dass man sich umgehend in den Club mit dieser Kapelle wünscht. Und ein paar Mädels, die in maximal kurzen Röckchen den Boogie dazu tanzen. Klar, die Recherche ergibt, dass die INJECTIONS live durchaus den einen und anderen Song der STONES spielen und genau so klingt dieses kleine Miststück auch. Das ist geil, das macht Spaß, das ist nicht im geringsten altmodisch, es ist einfach nur das was uns der Doktor verordnet, wenn wir vor lauter Zeitgeistmucke zu vertrocknen drohen. Wie lässig dieser KJ Svensson doch singt... der windet sich auf der Bühne bestimmt wie eine Klapperschlange um den Mikroständer... und die beiden Gitarristen haben garantiert ne Kippe im Gesicht. Huah, Rauchverbot, hahaha.
Dead Weight ist so eine countryfizierte Ich-geb-dir-mein-Solo-du-gibst-mir-dein-Riff-aber-spiel-bloss-nicht-zu-sauber Bastardnummer, wie sie die FACES drauf hatten. Das live und vor einer gierigen Meute, und dann geben sich Simonson und Sahlin 10 Minuten die Lick-Keule.
Sie können aber auch anders, nämlich den Rock'n'Roller raushängen lassen, hahahohohihi. Bei Dirty Green, Black & Blue sind wir irgendwo in den Siebzigern, als manche Pub-Rocker versehentlich als Punks eingeordnet wurden und trotzdem für verschärfte Getränkeumsätze sorgten.

Eine Klatsche kriegen die Herrschaften dennoch, weil kaum verständlich ist, dass auf einem 5-Track-Demo unbedingt eine kurze Akustik-Instrumentalnummer sein muss, auch wenn durchaus respektabel mit der Slide umgegangen wird, und warum nach dem hypnotisch dahingroovenden Schleicher Bittersweet Goodbye nichts mehr kommt. Diese Band kann es doch und hat so viel Potenzial, dass diese knappe Viertelstunde nicht mehr als ein Appetithäppchen ist. We want more!
Die gute Nachricht: Auf der Homepage kann man sich dieses und die vorhergehenden Demos downloaden, man kann aber auch für ein paar Öre bei CD Baby zuschlagen.

Wer auf die genannten Namen und deren artverwandte Geschöpfe steht, wird mir auf Knien für diesen Tipp danken. Oder ein Bier ausgeben. Sucht es euch raus. Yeahaaa, big fun!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 13.10.2006

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