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Illwill

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Illwill
Illwill, AFM Records, 2011
Daniel Brennare Vocals, Guitar
Johan Oudhuis Drums
Magnus Sahlgren Guitar
Mikael Larsson Bass
Produziert von: Johan Örnborg and Lake of Tears Länge: 40 Min 21 Sek Medium: CD
1. Floating In Darkness6. Behind The Green Door
2. Illwill7. Parasites
3. The Hating8. Out Of Control
4. U.N.S.A.N.E.9. Taste Of Hell
5. House Of The Setting Sun10. Midnight Madness

LAKE OF TEARS sind schon seit Anfang der 90er in der musikalischen Finsternis unterwegs, und haben nun nach einigen Jahren Pause dieses neue Album veröffentlicht. Der Gnade der Unkenntnis, die nicht vor Strafe des Anhörens von 10 Heino Platten ohne Pause schützt, aber dennoch auch nicht zu verleugnen ist, dieser Gnade - oder ist's eine Strafe? - ist es geschuldet, dass ich frühere LOT (nettes Akronym, übrigens) nicht oder nur undeutlich kenne. Waren irgendwie eher finster, eben. Schweden halt.

Nun denn also, frisch zu Werke ohne Rücksicht auf frühere solche, fällt auf, das hier jemand produziert hat, der genau weiß, wie man Härte und guten Klang miteinander verbindet, ohne dass eines von beiden leidet. Aber genau wusste man das am Sessel vor den Knöpfen. Diese Balance findet man eher seltener in den Werken der härteren Fraktion, abgesehen natürlich von der CD "1st" von meinen Lieblingen ONE SOUL THRUST. Das hier ist aber ebenso herausstechend.

Und musikalisch? Hat man den ersten Track überstanden und sich eingesuhlt im Sound, bieten uns die THIN LIZZY (Marke "Thunder And Lightning" revisited) der Moderne und des starken Drives noch vier weitere, sehr schön strukturierte und wundervoll abwechselnd gestaltete Tracks. Dabei lief zwar jede Menge schwarze Tinte über das THIN LIZZY Song-Blueprint, aber der Groove LOTs ist genauso gut wie der der guten LIZZY Platten - und die Themen- und Rhythmuswechsel sind fein und stimmig. Brennares Vocals sind das zwar weniger und gewöhnungsbedürftig, aber für das, was die Band bietet, genau passend.

Nach dem sanften House Of The Setting Sun hat man dann entweder genug von der Kunscht und Köpfe müssen bangen, oder man will zeigen, dass man auch geradeaus rocken kann, und so versucht man sich mit Parasites an einer Art Paranoid-Remake, wenngleich nicht ganz erfolgreich.
Out Of Control erinnert an 60ies US Psychedelics, Taste Of Hell hoppelt dann so vor sich hin, Midnight Madness ebenfalls, beide Doublebass befeuert und von Keyboards untermalt, allerdings ging unterwegs jegliche Melodie verloren und man growlt sich durchs Gestrüpp; der geneigte Hörer erinnert sich an die ersten Tracks zurück und gähnt, aber nur etwas.

Ist das also zu etwa zwei Dritteln musikalisch gute obere Mittelklasse, sind die Lyrics anstrengend in ihrer bemühten böse-böse-teufel-teufel-schwarz-nacht-parasiten Anmutung … Fuget about it. Aber da wir Deutschen uns ja anstrengen müssen, wenn wir englische Lyrics verstehen wollen, die Band gut rockt, die Produktion erstklassig ist, kann man das hier empfehlen.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 05.05.2011


 
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