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Ken Hensley

The Wizard's Diary

Vol. 1
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The Wizard's Diary - Vol. 1
The Wizard's Diary - Vol. 1, Horsepower Records, 2005
Ken Hensley Lead & Harmony Vocals, Electric & Acoustic Guitars, Organ, Synthesizer, Tambourine, Cowbell, Moog, Piano
Andrey Shatunovsky Drums
Alexey Ostashev Bass
Vadim Nazarov Acoustic Piano (Circle Of Hands & Rain), Electric Piano (Weep In Silence)
Igor Kozhin Guitar Solos (Feelings, July Morning, Easy Livin' & Stealin')
Irina Rodilez, Olga Kozura, Raisa Saed-Shakh, Andrey Kolchugin Backing Vocals
Anna Ansolis, Lubov Abaturina, Artiom Kotov, Sergey Mironov, Olga Sokolova, Marina Kramskaya Violins
Elena Woskresenskaja, Galina Grebenkova Violas
Svetlana Maslenkina, Natalia Morozova Cellos
Vladimir Fateev, Konstantin Efimov Flutes
Boris Puryzhinsky, Alexey Knyazev Clarinets
Maxim Kruchkov Oboe
Produziert von: Ken Hensley Länge: 66 Min 47 Sek Medium: CD
1. The Wizard7. Sweet Freedom
2. Illusion8. Lady In Black
3. Circle Of Hands9. Free Me
4. Rain10. July Morning
5. Weep In Silence11. Stealin'
6. Feelings12. Easy Livin'

Wo "Volume One" draufsteht, ist ein Volume Two zu erwarten. Und das ist die beunruhigendste Botschaft an dieser CD. Warum tut Ken Hensley sich und uns das an? 12 seiner Klassiker aus der gloriosen Zeit mit URIAH HEEP hat er jetzt schon neu eingespielt und es ist zu befürchten, dass es in der Fortsetzung noch weiteren All-Time Hits an den Kragen geht.

Angeblich hatte die Idee zu dieser CD der Chef von Sony Music Russland. Das ist grundsätzlich gut und zweitens bezeichnend, denn in Ländern wie Russland fahren nicht nur die Fans, sondern auch die Bosse nach wie vor auf Classicrock ab - solche Manager würde man sich bei uns wünschen. Wundervoll und logisch, die Jungs da drüben haben immer noch was nachzuholen. Folgerichtig hat sich Hensley auch gleich eine Schar Russen als Backing Band ins Studio geholt und dann fleißig die bis zu knapp 35 Jahre alten Schlager eingeübt. An den Musikanten liegt es nicht, bekanntlich sind Musiker aus dem früheren Ostblock hervorragend ausgebildet und technisch über jeden Zweifel erhaben. An den Songs liegt es auch nicht, die waren damals groß und sind es noch in 125 Jahren. Ergo bleibt nur ein Schuldiger übrig: Ken Hensley himself! Der Mann wird jetzt 60 und kann vermutlich bestens von seinem Backkatalog leben. Um so schlimmer waren schon seine Anschläge auf BLACKFOOT in den Achtzigern und seine letzte Soloplatte "Running Blind" tendierte deutlich in Richtung Tanzmusik für Rock-Opas. Hey, Ken, wo ist das Rock & Roll Gen geblieben? Warum sind all die schönen Lieder hier so traumatisierend in Grund und Boden arrangiert?

Eines muss man ihm lassen, an den Keyboards, egal ob Synthesizer oder Orgel, ist Mr. Hensley nach wie vor überragend. Warum er aber Stealin' zu einer STATUS QUO-Gedächtnisnummer für Hörgeräteakustiker macht (wegen der extrem zurückgemischten Boogie-Gitarren) und der Lady In Black einen mausgrauen Sack-und-Asche-Anzug verpasst... wir wissen es nicht. Von den ständig und überall auftauchenden Geigern braucht man in diesem Zusammenhang gar nicht zu reden. Grässlich. Von Easy Livin' Tiefgang zu erwarten wäre ohnehin wie Intellekt von Poldi und Schweini einzufordern.
Dann ist noch der Gesang zu erwähnen. Herr H. singt schön! Und er nervt mit seinem eintönigen Singsang immer genau dann, wenn man eine Meisterleistung à la David Byron, John Lawton oder meinethalben auch dem heutigen HEEP-Sänger Bernie Shaw erwartet. Da kommt nix, da reicht das Stimmchen nicht, da banalisiert er den July Morning zu einem öden Novembernachmittag. Lalala...

Ratlosigkeit ist, gelinde gesagt, das Ergebnis dieser CD. Brauchen kann das niemand müssen. Hören dürfte es keiner mögen wollen tun. Und kaufen werden es nur Komplettisten, die alles von ihrer Lieblingsband aus den Siebzigern brauchen. Für alle anderen gilt: Free Me!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 09.07.2005

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