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| Live At The Gods 2002, Frontiers Records, 2003 |
| Jeff Scott Soto |
Vocals |
| Alex Papa |
Drums |
| Gary Schutt |
Bass, Acoustic Guitar |
| Howie Simon |
Guitar |
| Gast: |
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| Pontus Norgren |
Vocals (Again 2 Be Found) |
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Länge: 65 Min 37 Sek |
Medium: CD |
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| 1. 2 Your Heart | 9. Warrior |
| 2. Let Me Entertain You | 10. Again 2 Be Found |
| 3. Break Your Chains | 11. I'll Be Waiting |
| 4. How Long | 12. Howie Simon Guitar Solo |
| 5. Love Parade | 13. Howie Simon & Gary Schutt Acoustic Jam |
| 6. Alex Papa Drum Solo | 14. Acoustic Medley: Mysterious / Crazy / 4U / Nobody Said It Was Easy / Just Between Us / Stranded |
| 7. Stand Up | 15. Yngwie Medley: Don't Let It End / On The Run Again / I'm A Viking / I'll See The Light Tonight |
| 8. Eyes Of Love | 16. Good Love (Studio) |
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Ich bin dem armen Jeff Scott Soto aus zwei Gründen immer aus dem Weg gegangen: Erstens ist er einer dieser "Vielsänger", die auf jedem dritten Hardrock-/Melodic-Album auftauchen und zweitens hat er bei Malmsteen und Axel Rudi Pell geträllert und diese beiden gehören nunmal gar nicht zu meinen Lieblingen. Auch Sotos Hausband TALISMAN ist so ein Fall von Halb- und Halb-Knödelei: Nur nicht zu lang kochen, sonst wird es Matsch. Seit ich allerdings die brandneue CD "Cats And Dogs" von TALISMAN gehört habe, bin ich regelrechter JSS-Fan. Oder andersrum, seine Stimme mochte ich selbstverständlich schon immer, nur das Songmaterial hat mich nie vollständig überzeugt.
Und schon kommt die nächste Veröffentlichung, nämlich Jeff mit Soloband live beim GODS 2002 Festival in England. Kein Geplapper hier jetzt: Das Teil rockt!
Als Sänger vergleiche ich Soto mit Leuten wie Phil Mogg, Phil Lynott, Ronnie James Dio, dem frühen Klaus Meine oder Sammy Hagar. Nicht weil er so klingt wie die, sondern weil er eine ähnlich angenehme Ausstrahlung verbreitet. Man hat als Zuhörer immer das Gefühl, dass hier einer singt, der alles im Sinn hat (wahlweise das nächste Bier, die nächste Frau oder den nächsten Drachen), nur keine schlechte Laune zu verbreiten. Und wenn dann auch noch die Songauswahl passt, steht einem Daueraufenthalt im Player nichts mehr entgegen.
Die Band schmettert routiniert, Gitarrist Howie Simon (siehe auch Ken Tamplin) ist natürlich einer dieser Gitarrenhelden, denen auch 15.000 Noten in der Minute nicht zu viel sind, oft klingt er nach Yngwie, manchmal nervt er damit sogar kurzzeitig, aber größtenteils ordnet auch er sich in den Kontext Hard-Rock-AOR-mal-heftig-mal-balladig-mal-akustisch brav mit ein.
Über allem natürlich diese Stimme. Bei den meisten Bands dieses Genres kann ich akustische Zwischenspiele nicht ertragen. Man kann kaum unterscheiden, ob grade die SCORPIONS Wind Of Change für die Kurgäste in Bad Wörishofen seiern, oder ob eine x-beliebige Boygroup im Duett mit Elton John für die Queen schleimt. Anders bei Soto. Sein Akustik-Part ist einfach nur schön, grandios gesungen und mit dezenter Gitarre unterlegt. Respekt für so viel Zurückhaltung!
Wer sich an Freddie Mercurys Let Me Entertain You heranwagt, ist entweder größenwahnsinnig oder gut. JSS bringt die überzeugendste Version seit "Live Killers" von 1979. Und dann singt er sich durch seine eigene Geschichte. Nummern von Malmsteen, Pell (Warrior war wohl nie besser), TALISMAN, dem "Rock Star"-Soundtrack (Stand Up ist ein Brecher) oder dem HUMANIMAL-Projekt von 2002 wechseln mit seinen Solo-Highlights ab. Das ist geschmackvoll, kurzweilig und, bis auf einen oder zwei seichten Ausrutscher (der Studio-Bonus Track ist überflüssig) auf höchstem Niveau. Selbst die Keyboards sind für Melodic Rock-Verhältnisse ausgesprochen defensiv und kleistern nichts zu.
JSS ist zweifelsfrei ein echter Sympathikus, noch zweifelsfreier ein überragender Rocksänger und wenn er weiter solche Alben macht, wird er auch, musikalisch gesehen, ein dicker Freund von mir. Das ist nicht leicht, denn er singt immerhin gegen große Konkurrenz in meinem Southern-Boogie-Rock'n'Roll-Regal an.
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