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Jeff Scott Soto

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Beautiful Mess

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Frontiers Records
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Beautiful Mess
Beautiful Mess, Frontiers Records, 2009
Länge: 51 Min 11 Sek Medium: CD
1. 21st Century Man8. Eye
2. Cry Me A River9. Bring It Home
3. Gin & Tonic Sky10. Testify
4. Hey11. Wherever U Wanna Go
5. Broken Man12. Kick It
6. Mountain13. Heart Starts Healing
7. Our Song14. Take You Over With Me

"Beautiful Mess" - ein 'schönes Durcheinander' - bezieht sich auf das Chaos bei den Aufnahmearbeiten und ist Jeffs neueste. Ich wollte ja zuerst ganz böse über diese CD herziehen - von wegen, dass auf der Tracklist, so meine Geheim-Infos, der Track The Little Pub, auf deutsch Die kleine Kneipe, seinerzeit gesungen von Peter Alexander, fehle; und von da ist die Brücke zu JSS als dem Peter Alexander des Rock schnell überschritten. Und in der Tat, das gleich vorneweg: Dies ist kein Rockalbum.
Aber dann habe ich mir die beiden wiederveröffentlichten Alben "Prism" und "Lost In The Translation" angehört - zum ersten Mal, muss ich zu meiner Schande gestehen - und an diesen beiden außerordentlichen Gefallen gefunden. Ergab sich also für mich als den Rezensenten die - eigentlich ungehörige - Frage, ob ich etwas überhört habe; mich vielleicht gar eines Irrtums schuldig machte, wenn ich das neue Album negativ beurteile? Kann es sein, dass ein Künstler erst zwei so überragende Alben macht, und dann das Genre wechselt und Mist baut? Ja, kann sein.

Auf den beiden älteren Alben gibt es natürlich auch schon Ausflüge in AOR-Gefilde (etwa 2 Late 4 Goodbyes oder Till The End Of Time auf "Prism", oder auch der JOURNEY-nahe Schunkler Don't Walk Away), und von dort ist es bis zu Soul und Pop nicht weit. Wieso Soul und Pop?
Laut Marketingmessage, die ich Euch nicht vorenthalten will, ist "… Mess" folgendes: "If you like the bite of Lenny Kravitz, the sultriness of Seal (Schwüle - Seal ist schwül?), the smoothness of Sam Cooke & the rawness of the nostalgic 70's rock 'n soul all mixed with a contemporary touch of today's hit music, this is one not to be missed!". Soll heißen, wer Kravitz und Seal und Sam Cooke und 70's Musik mit einer Prise zeitgenössischer Hit-Musik mag, der ist hier richtig. Kravitz und 70ies - ok; Cooke und Seal - auch ok; aber alle vier Stile in einen Hit-Topf gemischt - das ist sicher genau das, was jemand von JSS, der mit Bands wie TALISMAN bekannt wurde und doch bisher Rockmusik gemacht hat, hören will, oder?
Das ist wie erwähnt keine Rockmusik, das ist Soul und Pop. Nun ist Pop als solches nicht ärgerlich, allerdings erwartete man von JSS anderes. Wer bei JSS etwa an TALISMAN oder Yngwie Malmsteen denkt, der sollte zusehen, dass er das Weite sucht, und findet, und kann hier aufhören zu lesen.

Wer Pop mag und haben will, soll der hier vielleicht zugreifen?
Versuchen wir es also so: ist das ein gutes Pop-Album? Der erste Track ist ein Kravitz-Sound-alike, und als solcher ein gutes Entree, mit modischen Samples, dezenten Gitarren, modernem Sound, und hält noch mit den "Prism"- und "… Translation"-Tracks mit. Die Hookline hat was ansteckendes. Cry Me A River hält diese Stimmung und Qualität, und ist natürlich wieder mit einem tollen Refrain versehen, sehr soulig.
Gin & Tonic Sky verdient eigentlich schon ein Plus für diese Titelzeile, und ist eine Ballade, die auf jedes TOTO-Album passt. Hey ist dann CHICAGO-nahe, ohne Bläser allerdings, aber mit schönem Chor. Und dabei immer diese dezente Gitarre, die aber nicht explodiert und den Song in ein Rockstück verwandeln könnte. Mountain kommt funky und mit Message: "there is a man sitting on a mountain smoking cigarettes and drinking gasoline waiting for a saviour to save him from within ... there is a man sitting on a mountain ... who needs a fuckin' mountain?" Klasse.
Und so geht es weiter - Pop, Funk, Soul und dezenter Power Pop mit Gitarrenunterlage (Testify) - und alles modern produziert, zeitweilig nehmen die Zuckerwatte-Chorusse etwas überhand, Bring It Home etwa; aber dann fängt sich das doch noch.

Fazit: Das ist ein wirklich schönes Stück Musik, und JSS ist natürlich als Sänger über alle Zweifel erhaben. Wer an ihm und seiner Kunst Interesse hat, soll sich das antun und Freude haben; aber es ist definitiv kein JSS-Rock-Album (sagte ich das schon?). Mal antesten - gebt dem Mann und Euch eine Chance.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 25.02.2009


 
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