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| Precious Time, BOB-Media, 2006 |
| Thomas Seeburger |
Lead & Backing Vocals |
| Zarko Mestrovic |
Keyboards & Backing Vocals |
| Markus Ratheiser |
Bass & Backing Vocals |
| Ingolf Engler |
Guitars & Backing Vocals |
| Tommy Strobel |
Drums & Percussions |
| Boris Matakovic |
Saxophone |
| Gäste: |
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| Hanna Hudson |
Vocals (Cosmopolitan Scene Part I) |
| Voices, Hearts & Souls |
Choir (In The Rain) |
| Produziert von: Dennis Ward |
Länge: 52 Min 17 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Cosmopolitan Scene Part I | 8. N.Y. Subchord |
| 2. Raise Your Hands | 9. Keep On Rockin' |
| 3. Taste Like Sugar | 10. Give It Up |
| 4. Hold The Line | 11. Crowd's On Fire |
| 5. In The Rain | 12. Straight On The Road (live) |
| 6. Let Me Be | 13. In The Rain (acoustic version) |
| 7. To The Limit | |
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HUMAN ZOO aus Balingen bei Stuttgart sind sowas wie die personifizierte Tarifverhandlung. Auf der einen Seite die Hardrocker, also die Malocher, die verdammt noch mal mehr Kohle wollen, am anderen Tischende die Weichspüler/Brötchengeber/Nieten im Nadelstreif, die die Verlagerung der Arbeitsplätze nach Absurdistan ankündigen, sollte noch ein harsches Gitarrensolo den innerbetrieblichen Frieden stören. Da wird dann wild herumgefuchtelt und mordsmäßig auf Macho gemacht, wechselseitig mit IG-Power-Metal und Aussperrung des Keyboarders gedroht, und schließlich und endlich doch gemeinsam das Hohelied auf die Sozialpartnerschaft gesungen und ein Kompromiss irgendwo in der Mitte geschlossen. In den Nachrichten reichen sich dann zwei mäßig glücklich lächelnde Heinis die Hand und morgen gehen wieder alle brav an die Arbeit. Ein netter Tierpark.
H.Z. sind unter anderem aus den Resten von SUBWAY entstanden, die Band ist also kein Haufen taufrischer Jungspunde, und "Precious Time" ist ein ziemlich durchdachtes Debutalbum, bei dem als Schlichter, um bei den Tarifverhandlungen zu bleiben, Dennis Ward von PINK CREAM 69 auf den Produzentenstuhl durfte.
Durchdacht ist natürlich gut, aber im Rock & Roll wünscht man sich ab und an unüberlegte Bauchentscheidungen und spontane Einfälle. Damit sind wir beim letztendlich einzigen Kritikpunkt an dieser CD: HUMAN ZOO und Ward haben vielleicht ein paar Mal zu viel Hirnschmalz einfließen lassen, anstatt einfach "blöd" draufloszurocken, wie im simplen Feger Crowd's On Fire zum Beispiel. Da wird ab und an dann doch zu offensichtlich aufs Radio- und Hairstylistinnenpublikum geschielt und noch ein Nanana-Chor eingebaut oder ein Ballädchen verbraten oder gar "Cathrin was a waitress... she's like november rain" geträllert. Bedienung, noch ein Bier und ein Taschentuch für meine Tränen, bitte!
Wir bewegen uns also im weiten Feld des Melodic Rock. Der ist seit 20 Jahren so zeitgemäß wie totgesagt und dennoch kommen immer wieder Kapellen mit diesem Sound angerauscht und haben veritablen Erfolg damit. HUMAN ZOO bedienen sich zwangsläufig der gesamten Klischeepalette, gehören aber sicher zu den besseren Kantonisten des Genres. Das liegt zum einen an Sänger Thomas Seeburger, der eine angenehm raue Stimme hat und nicht nervig im Kastratenbereich quietscht (vgl. mit Coverdale oder Lee), zum anderen liegt es am Einsatz eines Saxophones, was bekanntlich bei dieser Art von Musik völlig untypisch ist, und nicht zuletzt haben die Herren einen Schwung tadellose Songs geschrieben, die allesamt eingängig sind und vor Mitsingrefrains strotzen und hie und da sogar noch ein paar Ecken und Kanten haben. Da macht auch Mainstream Spaß.
Brave Jungs sind sie dazu, man bedankt sich in den Credits artig bei Mammi und Pappi, Bösartigkeiten in Form irgendwie alternativ gearteter Töne hat man wohlweislich aus den Kompositionen verbannt, glücklicherweise aber auch all zu tiefe Schmalztöpfe vermieden und so flutscht "Precious Time" problemlos in die Schnittmenge aus den oben genannten Bands plus Dauerbrennern wie BONFIRE, SCORPIONS und natürlich P.C. 69. Da ist viel deutscher Einfluss dabei, der garantiert auch in Ländern wie Japan Anklang finden könnte und live ganz sicher einen Zacken härter und vor allem spaßbetonter ausfällt. Mit Straight On The Road ist so ein live aufgenommener Partysong vertreten.
Gut gemacht, Konsens gefunden und kein Blut vergossen. An HUMAN ZOO findet kaum jemand was zu meckern. Es bliebe nur noch zu klären, ob Gitarrist Ingolf Engler genetisch mit gleichnamigem Hartmut zu tun hat. DAS wäre dann Anlass für ein Blutbad...
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