HoR Logo kl CD-Review:

Logo Hank Davison Band

Hard Way

Logo Home-of-Rock

Link Homepage & Kaufen:
Offizielle Hank Davison Homepage
Link Kaufen:
www.amazon.de
Link Promotioncompany:
Brooke Lynn Promotion

Unser Disclaimer
Hard Way
Hard Way, Firebird/Turicaphon, 2005
Hank Davison Vocals
Doc Reinelt Guitar
Wolf Schludi Guitar
Lewis Glover Harp
Al Morris Bass
Andy Dick Drums
Produziert von: Hank Davison Länge: 50 Min 50 Sek Medium: CD
1. Face Of A Wanted Man7. Trouble, Trouble
2. Panhead '49 (Born To Be Free)8. Amazing Ride
3. Come On And Say Yeah9. Hard Way
4. Prisoner Blues10. Free Man
5. Motorcycle Mama11. Gamblers Roll
6. Leather Angel12. A Little Bit Of Rock And Roll

Oh nein, das wird nix mit dem ganz großen Wurf. Nein nein, die Gesamtanmutung passt nicht ins Konzept. Und nein, kleine Mädchen kriegt Herr Hank mit dem Gekrähe auch nicht rum. Es liegt nicht so sehr an der Musik, im Detail ist der Teufel versteckt. Wer von Trouble, Trouble 3 Sekunden eigenmächtig abzwackt, wer ausgerechnet den Klischeetitel Motorcycle Mama covert, Free Man nachschiebt und Gambler's Roll in Gamblers Roll umbenennt und neben dem ' auch noch 11 Sekunden entwendet, dem ist der Bohlen'sche Glückskeks auf ewig verwehrt. Tja, Pech für die HANK DAVISON BAND. Müssen sie sich eben weiterhin mit profanen Rockfans abplagen.

Nix verstanden? Trouble, Trouble ist von FOGHAT und deren erster LP aus dem Jahr 1972 und eines der ersten Meisterwerke von Lonesome Dave Peverett. Wo die drei fehlenden Sekunden abgeblieben sind, ist mir wurscht, Rock & Roll bleibt Rock & Roll und die Nummer läuft eh öfter nacheinander. Motorcycle Mama hat sich Hank von den vergessenen Holländern NEW LEGEND entliehen, bei denen unser verehrter Carl Carlton die Gitarre zupfte. Free Man ist von der ersten POINT BLANK, die 1976 und '77 zwei der besten Scheiben aller Zeiten gemacht haben und dann in der kommerziellen Idiotie versunken sind. Und Gambler's Roll ist natürlich von Warren Haynes für die ALLMAN BROTHERS geschrieben worden. Comprende?

Die anderen acht Songs sind eigene und was soll man sagen - sie sind ganz genau das gleiche Kaliber, fallen nicht ab, im Gegenteil, sie sind frisch, unverbraucht und treten Schienbein ohne Ende. Nun ja, ganz neu ist nicht alles, Panhead '49 (Born To Be Free) beispielsweise kennt man schon einige Jahre, falls man die Band je live gesehen haben sollte. Aber das ist ja nicht jedem gegeben... Und von wem Come On And Say Yeah geklaut ist, fällt mir ums verrecken in meinem Pilzkopf nicht ein. Irgend so eine langhaarige Beatband wird es schon gewesen sein. Egal, ich schrei freiwillig yeah yeah bei dem Boogie.
Es ist ja so, dass man dieses notorisch-texanische how how how how in den modernen Medien ohnehin dauernd übergebraten bekommt und ob der Ausfallschritt nun status quo oder abba top ist, who cares, it's only Rock & Roll.

Herrschaften, die HANK DAVISON BAND gibt es schon seit vielen vielen Jahren (ungefähr so lang wie die beste deutsche Band) und mir ist es als diplomierter Wortverdreher nicht möglich, der H.D.B. mit mehr Ernst als jeder anderen geilen Rockband zu begegnen - ohne Spaß keine gute Musik. Ob sie nun knietief in der ach so harten Bikerszene verwurzelt ist oder nicht, Hank himself ist einfach der kauzig-skurrile Typ mit der klassischen Nicht-Sänger Brüll- und Knarzstimme, den man ohne Widerspruch mögen muss. Sonst wird er ganz böse.
Die Angst vor dem Chef hat wohl auch die restliche Band getrieben und deswegen haben sie ein klassisches Hard-, Blues-, Boogie-, Southernrock Album eingespielt, das nicht nur wohl tönt, sondern fast ein Stündchen uneingeschränkt beste Stimmung verbreitet. Ihr wisst, was ich meine? Der Griff ins Kühlregal bleibt unausweichlich und A Little Bit Of Rock And Roll klingt so dermaßen nach BLACKFOOT-in-Chuck-Berry-Laune, dass einem die Tränen kommen könnten.
Klassisch, weil's eben überhaupt nicht nach Moderne klingt, weil das Songwriting seit Jahrzehnten unverrückbar gleich ist (und sogar die Namensgebung der Platte durchaus an Bands wie POINT BLANK, REBEL STORM, Tinsley Ellis und ein paar handvoll andere Rocker gemahnt), weil die Gitarren sensationelle Riffs verblasen, gepflegt dreckig dahinsliden oder sich zur rechten Zeit doppelläufig vergnügen und damit die Härchen auf den Ärmchen zu Berge stehen lassen, weil's stampft und dampft und knallt und weil's nur einem Grundsatz folgt: Give the people what they want!
Schöner Zufall, dass dem geneigten Schreiberling genau das gefällt, auch wenn ein Bike für ihn eher was zum radeln ist.

Es ist toll, Hank Davison und seine Band nach den dramatischen Turbulenzen der letzten Jahre in dieser phantastischen Form wieder zurück zu haben. Respekt, Prost & never stop Rock'n'Roll!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 15.06.2005

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum