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| Rain Dance - Live, Eigenvertrieb, 2009 |
| Gregg Rolie |
Lead Vocals & Keyboards |
| Kurt Griffey |
Guitars |
| Alphonso Johnson |
Bass |
| Wally Minko |
Keyboards |
| Michael Carabello |
Congas |
| Ron Wikso |
Drums |
| Adrian Areas |
Timbales |
| Produziert von: Gregg Rolie & Ron Wikso |
Länge: 70 Min 51 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Jingo | 7. Give It To Me |
| 2. Going Home | 8. Soul Sacrifice |
| 3. No One To Depend On | 9. Black Magic Woman |
| 4. As The Years Go Passing By | 10. Gypsy Queen |
| 5. Evil Ways | 11. Oye Como Va |
| 6. Across The Water | 12. Bailamos El Son |
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Wer jemals Carlos Santana live erlebt hat, möchte in seinem Leben keine Santana-Coverband, keinen Santana-Coversong und keinen Santana-Gitarren-Imitator mehr hören. In seinen besten Tagen konnte Devadip Carlos Santana nicht nur begeistern, er und seine wechselnden Bands konnten pure Musikmagie erzeugen und Hallen und Stadien respektive deren Besucher in Ekstase versetzen. Und nun kommt der SANTANA Ur-Keyboarder und Teilzeitsänger Gregg Rolie mit einer Live-CD, die überwiegend aus altem Material der feinsten Latin Rock Band aller Zeiten besteht. Droht da Ungemach?
Gregg Rolie, inzwischen wie Carlos S. 62 Jahre alt, war von 1966 bis 1971 prägendes Mitglied von SANTANA und wesentlich am Songwriting etlicher Klassiker beteiligt. Nach den Aufnahmen zur hoch komplexen und dennoch grandiosen LP "Caravanserai" verließ er die Gruppe, unzufrieden mit dem wechselhaften Kurs des Chefs, und gründete schließlich 1973 mit dem noch nicht 20jährigen ehemaligen SANTANA-Zweitgitarristen Neal Schon JOURNEY. Sechs Studioalben lang war Rolie dabei, machte JOURNEYs Entwicklung von einer halbwegs interessanten aber kommerziell irrelevanten jazzig-progressiven (Studenten-) Rock Band zum megaerfolgreichen Stadionact mit und verabschiedete sich 1980 (wohl auch aus Unbehagen über den zunehmenden AOR-Anteil in der Musik JOURNEYs). Sein Vermächtnis ist das überragende Live-Album "Captured", das (1980 aufgenommen) im Jahr 1981 nicht nur wahnwitzig oft verkauft wurde, sondern auch das wohl letzte Rock & Roll Relikt der Siebziger darstellt. JOURNEY und alle anderen Stadion-Dinosaurier versanken danach in der synthetischen Produktionsmanie und Radio- bzw. MTV-Hörigkeit der 80er Jahre. Gregg Rolie war raus, veröffentlichte Soloalben, hatte mit der von ihm gegründeten Band THE STORM 1991 großen Erfolg, später keinen mehr, huldigte SANTANA im Jahr 1997 mit dem aus lauter früheren Kollegen bestehenden Projekt ABRAXAS POOL und war dann seit dem letzten Soloalbum "Roots" (2001) im Studio nicht mehr aktiv.
Nun also ein neues Album von einem der wichtigsten Hammond-Künstler der letzten drei Jahrzehnte.
"Rain Dance" wurde 2007 in Sturgis live aufgenommen und ist derzeit nur als Download via Amazon.com ($ 8,99) und demnächst als auf 2.000 Stück limitierte CD direkt von Rolies Homepage zu beziehen. Je nach Gusto sollte man sich das Album in der einen oder anderen Form besorgen, denn:
Es gibt keine LP/CD von SANTANA, die die Highlights der ersten drei Platten so komprimiert abbildet. Die Dreifach-LP "Lotus" von 1974 kommt dem am nächsten, geht aber von jeher wegen ihrer epischen Länge und vor allem den spirituellen Anwandlungen des Meisters schnell auf die Nerven. "Rain Dance" läuft gute 70 Minuten und bietet doch alles, was man so viele Jahre später noch braucht (außer die angekündigte DVD erscheint doch noch, dann mag man sich das Spektakel auch gerne zwei Stunden ansehen). Und: Gregg Rolie und Band sind unbeschreiblich gut!
Rolie ist als Keyboarder und Sänger grundsätzlich unangreifbar und hat über die Jahre kein Jota seines Talents verloren. Seine Arbeit an den Keyboards ist traumhaft, sein Gesang ist dem von damals ebenbürtig.
Direkt an zweiter Stelle muss Kurt Griffey genannt werden. Der Gitarrist mag auf den ersten Blick (… auf seine Homepage) wie einer der vielen "Hired Guns" der amerikanischen Classic Rock Szene erscheinen, sein Spiel auf "Rain Dance" ist nichtsdestotrotz phänomenal. Nicht außerirdisch, wie man es manchmal vom "Erleuchteten" erleben konnte, aber rasant, exakt, packend, exzellent. Wenn einer kopieren darf, dann dieser Kurt Griffey.
Nicht weniger beeindruckend ist das Zusammenspiel von Drums, Congas und Timbales. Es ist Latin Rock pur, was Michael Carabello (natürlich ein SANTANA Urgestein), Adrian Areas (der Sohn von Jose "Chepito" Areas) und Ron Wikso an Percussion bieten. Die hervorragende Aufnahmequalität unterstützt das Trommelgewitter zusätzlich. Derlei bekommt man derzeit von keiner anderen Band. Man höre bitte die 10 Minuten von Soul Sacrifice und beweise das Gegenteil.
Zwei neue Songs, zwei von "Roots" bzw. ABRAXAS POOL, der Rest ist 38, 39 oder 40 Jahre alt. Verschleißerscheinungen? Keine. K-e-i-n-e!
Spielt diese Musik euren Kindern vor, sie werden ihre Hüften so geschmeidig bewegen wie einstmals ihr zu Black Magic Woman oder Oye Como Va. "Rain Dance" ist ein Festival der Rhythmik und Sinne. Und die limitierte CD wird eines Tages sehr teuer sein. Glücklich, wer sie besitzen wird. Strengt euch an!
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