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| Too Many Skeletons In Your Closet..., Art Beat Records/Phoenix Records, 2010 |
| Steve Grisham |
Guitar, Vocals |
| Barry Rapp |
Keyboards, Vocals |
| Phill Stokes |
Bass |
| Pug Baker |
Drums |
| Gäste: |
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| Randall Hall |
Guitar (Ain't Nuthin' Changed) |
| George McCorkle |
Guitar (Ain't Nuthin' Changed) |
| Billy Greer |
Bass, Vocals (That's A Good Thing) |
| Gretchen Wilson |
Vocals (It's Only Money) |
| Produziert von: Steve Grisham & Ghost Riders |
Länge: 54 Min 37 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Too Many Skeletons In Your Closet | 8. Bad Reputation |
| 2. Ain't Nuthin' Changed | 9. Let The Ghost Riders Take You There |
| 3. Still Rockin' | 10. Lady Luck |
| 4. That's A Good Thing | 11. Black Plasma |
| 5. Grey Ghost | 12. Sweet Georgia Home |
| 6. It's Only Money | Bonus Track: |
| 7. One Step Ahead Of The Blues | 13. ??? |
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Ist das nun noch eine Band oder nicht? Oder anders gefragt: Durfte man in dem Gebilde GHOST RIDERS jemals mehr als ein Projekt diverser ehemaliger Mitglieder einstmals bekannter (Südstaaten-) Bands sehen? Die wahrscheinliche Antwort lautet spätestens mit dieser dritten CD "Nein, es ist ein Solotrip von Steve Grisham, alle anderen 'Bandmitglieder' sind zwar auf dem Cover zu sehen, ihre Namen erfährt man jedoch nicht, nur die paar Gäste werden erwähnt". Dazu kommt noch, dass es inzwischen die dritte Homepage in sechs Jahren gibt, wieder ziemlich schlecht gemacht und bar jeder Information, und schlussendlich firmieren die GHOST RIDERS auch noch als GHOST RIDERS LEGEND Band, beides mit einem ™ versehen. Sieht echt voll rock'n'rollig aus…
Andererseits muss man der Mannschaft um Grisham ganz klar bescheinigen, dass mit "Back To The Rock" vor drei Jahren eine völlig unerwartet gute CD gelungen ist, deswegen ist das neue Werk mit dem vor vielen Jahren noch originellen Titel "Too Many Skeletons In Your Closet…" grundsätzlich interessant. Noch eine Steigerung, oder Rückfall ins Amateurlager?
Vorweg sei gesagt, dass "Too Many Skeletons In Your Closet…" unterm Strich wie MOLLY HATCHETs "Justice" anmutet, nämlich irgendwie orientierungs- und ein bisschen hilflos, beide Bands schaffen es nämlich, direkt hinter die besten Leistungen seit langem - bzw. im Fall der GHOST RIDERS die besten Leistung überhaupt - ganz fürchterliche Song-Gruselmonster zu packen. In beiden Fällen sind es Machwerke, die ins drittletzte Jahrzehnt gehören und deren Wiederkehr man sich nur als Vokuhila- und Pornobalkenträger wünschen konnte. Was bei HATCHET Tomorrows And Forevers heißt, nennt sich bei den Geisterreitern Bonanza, ach was, natürlich Let The Ghost Riders Take You There oder That's A Good Thing, letzteres gesungen von KANSAS-Nachtigall Billy Greer. Wenn derlei Zeug bei den Southern Rock Bands der älteren und alten Generation Schule macht, dürfen wir uns demnächst vor Fortsetzungen von BLACKFOOTs "Vertical Smiles" und DOC HOLLIDAYs "Modern Medicine" fürchten (im Zweifel reicht auch ein weiteres "God & Guns" von LYNYRD SKYNYRD). Aber man tut der Unregistered Trademark GHOST RIDERS Unrecht, wenn man sie nur an den peinsamen Ausrutschern misst, denn:
"Too Many Skeletons In Your Closet…" klingt für das konservative Genre Southern Rock verblüffend zeitgemäß und transparent, sogar der zuletzt kritisierte Schlagzeugsound ist okay, auch wenn man sich von Pug Baker ab und an etwas mehr Swing wünscht (es ist doch Pug Baker, oder?). Vielleicht würden sogar die altehrwürdigen OUTLAWS heute so ähnlich klingen, wenn Hughie Thomasson noch leben würde (die Demos auf der Homepage der derzeitigen OUTLAWS-Band machen nicht wirklich Mut).
Der Schatten von Henry Paul liegt auch auf "Too Many Skeletons In Your Closet…", mit Grey Ghost und Lady Luck sind zwei von ihm mitverfasste Songs enthalten. Grey Ghost vom gleichnamigen Album der HENRY PAUL BAND aus dem Jahr 1978 ist auch bei den GHOST RIDERS ein Bringer, selbst wenn Keyboarder Barry Rapp ein windelweicher Sänger ist. Grishams Gitarrendemonstration in den drei letzten der insgesamt sechs Minuten ist grandios; übrigens noch eine Parallele zu MOLLY HATCHET, auch hier ist nur ein Gitarrist an vielen Gitarren zu hören.
Lady Luck stammt vom schlechten OUTLAWS-Album "Soldiers Of Fortune" (1986) und wird auch in der Neuauflage nicht besser. Da wendet man sich besser den feinen Songs auf "Too Many Skeletons In Your Closet…" zu, unter anderem dem Titelsong, bei dem Jim Peterik als Songwriter auftaucht. Ja, der alte AOR-Schmierlappen (der übrigens ein ausnehmend netter Mensch und Gesprächspartner ist) konnte und kann immer noch richtige Rocker schreiben, auch wenn man das oft wegen seiner Radiohits vergisst. Scharfe Gitarre zu klassischer Orgel und wundervollem Gesang mit nicht zu verleugnendem Hit-Anspruch ist das Ergebnis dieser Zusammenarbeit mit Grisham und Rapp. Klingt zwar auch wie vorvorgestern, macht aber Laune auf mehr.
Mehr kommt sogleich im fetzigen Southernrocker Ain't Nuthin' Changed. An den Gitarren sind Randall Hall (der von SKYNYRDs "1991" und "The Last Rebel") und George McCorkle zu hören. McCorkle ist nicht nur Gründungsmitglied der MARSHALL TUCKER BAND und Verfasser des Superhits Fire On The Mountain, er ist auch seit beinahe drei Jahren tot. Was wollen uns Grisham und Rapp hier ohne jede Erklärung verkaufen? Werden da etwa Altbestände verramscht? Ganz sicher sogar, denn auf dem bei uns in Europa gänzlich unbekannten Album "Fortune Teller 2.0" von Anfang 2008 ist nicht nur Ain't Nuthin' Changed und Bad Reputation sondern auch It's Only Money schon vertreten. Auf diesem obskuren "Fortune Teller 2.0" sind außerdem drei Songs vom ersten "Fortune Teller" und diverse Nummern ungeklärter Herkunft. Das riecht nicht nur, das stinkt direkt nach Gammelfleisch.
Besagtes It's Only Money wird gesungen von Gretchen Wilson, der Country-Heulsuse aus der ganz und gar republikanischen Ecke (sie hat 2008 für Sarah Palin Wahlkampf betrieben). Und geschrieben ist die Nummer, man glaubt es kaum, von Howard Bellamy, dem älteren der BELLAMY BROTHERS. Bitte, aus deren Let Your Love Flow und der epochalen Übersetzung Ein Bett im Kornfeld einen Rückschluss auf die GHOST RIDERS zu ziehen, ist nicht statthaft, aber irgendwie wundert man sich doch.
Da rockt und rollt eine CD so unbeschwert wie eine Florida-Band nur rocken und rollen kann, schon kommen die bösen Geister und zerreden alles. Zum Beispiel folgendes: Wer spielt bei Grey Ghost den fantastischen Bass? Und wo kommt plötzlich das äußerst groovende Schlagzeug her? Beim offensichtlich sehr live aufgenommen Banal-Blues One Step Ahead Of The Blues ist noch am ehesten eine echte Band zu vernehmen, der große Rest passt, so gut er auch teilweise ist, irgendwie nicht richtig zusammen. Man nehme das famose Still Rockin', das so auffällig zufällig nach 38 SPECIAL klingt und mit den anderen Songs kaum in Verbindung gebracht werden kann.
Ganz einfach gesagt: "Too Many Skeletons In Your Closet…" ist nicht das aktuelle Werk einer Band, es ist ein Zusammenschnitt. Aber in weiten Teilen ein gut rockender. Und letztendlich passt dann auch der Albumtitel.
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