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| Old New Ballads Blues, Eagle Records, 2006 |
| Gary Moore |
Vocals, Guitar, Brass Arrangements |
| Don Airey |
Keyboards, Brass Arrangements |
| Jon Noyce |
Bass |
| Darrin Mooney |
Drums |
| Vic Martin |
Keyboards (No Reason To Cry) |
| Pete Rees |
Bass (No Reason To Cry) |
| Graham Walker |
Drums (No Reason To Cry) |
| Nick Payn |
Baritone Sax (You Know My Love & Midnight Blues) |
| Nick Pentolow |
Tenor Sax (You Know My Love & Midnight Blues) |
| Frank Mead |
Alto Sax (You Know My Love & Midnight Blues) |
| Sid Gould |
Trumpet (You Know My Love & Midnight Blues) |
| Produziert von: Gary Moore & Ian Taylor |
Länge: 55 Min 46 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Done Somebody Wrong | 6. All Your Love (2006) |
| 2. You Know My Love | 7. Flesh & Blood |
| 3. Midnight Blues (2006) | 8. Cut It Out |
| 4. Ain't Nobody | 9. No Reason To Cry |
| 5. Gonna Rain Today | 10. I'll Play The Blues For You |
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Vor ein paar Wochen hatte ich Gary Moore zwecks Interview am Telefon. Seine (!) erste Frage war, ob ich die neue CD schon hätte. Hatte ich nicht, die wurde von der Plattenfirma just in time einen Tag später verschickt (der Interviewtag strategisch geschickt aber nach vorne verlegt), und Herr Moore beendete daraufhin flugs das Gespräch. Verständlich, was könnte einer mit über 35 Jahren Erfahrung als Recording Artist schon anderes verlauten lassen, als den ihm vorgefertigten Pressetext zum jeweils neuesten Album.
Da hat er Pech gehabt, der feine Herr, weil meine Fragen durchaus wohlwollend gewesen wären und er ganze 30 Minuten Zeit gehabt hätte, sich und seine aktuellen Ergüsse ins rechte Licht zu stellen - und nebenher ein paar, hmmm, Missverständnisse aus der Vergangenheit auszuräumen. Einen neuen Termin kriegen wir (und etliche andere enttäuschte Magazine) wohl nicht, da kann man nichts machen, dann müssen wir die DVD "One Night In Dublin" und die CD "Old New Ballads Blues" eben als das betrachten was sie offenkundig sind: Abzocke und kreative Talsohle eines ehemals ganz heißen Gitarristen. Missverständnisse sind natürlich nicht ausgeschlossen, aber das lässt sich unter diesen Umständen nicht ändern. Was sollte man als Schreiberling mit 30 Jahren Erfahrung als Rock'n'Roll-Konsument schon anderes verlauten lassen als die Wahrheit und nichts als die Wahrheit - völlig subjektiv mit der Fanbrille betrachtet selbstverständlich.
Etwas erschrocken ist man natürlich schon beim Albumtitel. "Old New Ballads Blues" klingt nicht wirklich nach Pfeffer und wildem Powersound. Dazu die Neuauflagen von Midnight Blues und All Your Love (Otis Rush), beide vom Anfang vom Ende, dem Blues-Durchlauferhitzer "Still Got The Blues" von 1990. Das eine ohnehin ein gähnend langweiliger Schieber, das andere in der neuen Fassung deutlich schlapper als vor 16 Jahren, und mit beispielsweise dem Brecher von AEROSMITH ("Pandora's Box", 1991) in keinster Weise vergleichbar. Dazu gibt es Done Somebody Wrong von Elmore James, Vergleiche mit den ALLMAN BROTHERS sparen wir uns besser, You Know My Love von Willie Dixon und I'll Play The Blues For You von Jerry Beach, das man vermutlich am ehesten von Albert King kennt. Der Rest sind neue Eigenkreationen.
Akademisch betrachtet, reißt Moore seine Gitarre ohne Fehl und Tadel an, das tut Clapton auch, die Band zockt computergleich ihren Part und immerhin bei You Know My Love versprüht die Hochkarat-Bläsergilde sowas wie Feuer. Diesmal hat er Don Airey (Keyboards, ansonsten DEEP PURPLE), seinen neuen Freund und Lynott-Ersatzmarionette Jonathan Noyce (Bass; JETHRO TULL) und den seit "Back To The Blues" einfallslos vor sich hin trommelnden Darrin Mooney dabei. Nominell eine klasse Besetzung.
Mit den Ohren besehen und an einem gewissen Spaßanspruch gemessen, lädt die CD zum gepflegten Gähnen ein. Da rührt sich ja wirklich (fast) nichts. Klar, Ain't Nobody shuffelt brav dahin, You Know My Love lebt ganz gut von den Hörnern, Cut It Out befriedigt den gehobenen SRV-Anspruch und Gonna Rain Today hätte das Zeug zu einer wunderschönen Ballade. Hätte, denn sie wird eben nicht vom viel gescholtenen Eric Clapton gespielt, sondern "nur" von Gary Moore. Und der hat nicht das Zeug für echte Stimmungen und Gefühle. Nein, hat er nicht. Gegen Tears In Heaven klingt Gonna Rain Today so seelenvoll wie der Tagesbericht der Frankfurter Börse. Da hilft auch die Hammond von Airey nicht mehr weiter.
Der Rest ist einfach unwichtig.
Falls jemand fragen sollte: Nein, ich bin nicht beleidigt, weil Gary Moore nicht mit mir sprechen wollte. Allerdings ist mir völlig unklar, warum ich diese CD vorher hätte kennen sollen - geschickter wäre auf jeden Fall gewesen, Moore hätte ein paar bewegende Geschichten oder gar Begründungen für dieses Machwerk abgegeben. Möglicherweise hätte ich sie ihm sogar abgenommen. So können wir nur dieses Armutszeugnis kommentieren.
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