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Masters Of Love

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Masters Of Love
Masters Of Love, Eigenvertrieb, 2003
Eddy Clifford Guitar, Vocals
Don Marco Guitar, Vocals
Mississippi Murdoc Bass, Vocals
Evil Pete Drums, Vocals
Länge: 24 Min 25 Sek Medium: EP
1. One Drunken Night4. I'm Famous, You're Dead
2. Baby, You're Dynamite5. Masters Of Love
3. Gamblin' Crew6. Shoot 'Em All Down

POSERROCK! Haha, huhu, was will man denn nach Marc Bolan, POISON, CRÜE und David Lee Roth noch bringen?
Witzig ist schon mal das mitgelieferte Poser-Manifest. "Wir fordern mehr Pussyrock und Entertainment", ... "holen wir die Chicks zurück zum Rock und stecken sie in vernünftige Klamotten, sie haben es verdient...", "... holen wir die Puppen zurück zum Rock und garantieren einen Rockboom voller Inspiration und hormoneller Transpiration...".

So weit, so schwanzrockig. Seien wir doch mal ehrlich, fast jeder hatte irgendwann seine Glam-Phase und eine Dauerwelle und einen Fuchsschwanz am Gürtel. Und den Mädels konnte man jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Rein hormonell gesehen war das gar keine üble Zeit. Damals, vor mehr als 15 Jahren...

Die dazugehörigen Bands waren meistenteils eher minderbemittelt (musikalisch) und mit mächtigen Dingern ausgestattet und das Resthirn haben sie sich mit diversen Pülverchen aus der Denkerbse geschossen. Im Studio wurden die meisten sowieso gedoubelt und live klang es fast immer laut und dünn und bei manchen Sängern ist während dem Auftritt das mächtige Ding verrutscht und hat sich als Nackenrolle von Omas Couch entpuppt. Ja ja, so war das damals.

Warum zur heiligen Stretchhose macht also eine junge deutsche Band im Jahr 2003 Sleaze-Glam-Poserrock? Es gibt nur eine einzige Entschuldigung: Es macht ihnen Spaß und die Girls stehen im Gänsemarsch vor den Garderobentüren. Dann sei's genehmigt.
Passend zur Musik sind natürlich die Pseudonyme. Evil Pete haut auf die Pauke und Mississippi Murdoc zupfelt die dicken Saiten.

Bei allem Spaß und Vergnügen, ein klein wenig sollten wir noch auf die Musik eingehen. Haha, huhu, nein, Prog Rock darf man nicht erwarten. Es rumpelt und scheppert, dass sich die Balken biegen. 6 Songs (da steckt doch System dahinter?) sind auf dieser Demo-EP drauf und auf Feinheiten legt der Vierer nicht so viel Wert. Trotzdem klingt es insgesamt gar nicht mal so schlecht. Klar, der Sound ist nicht von einem der berüchtigten Hollywood-Glam-Producer glattgebügelt, aber wir reden von Hair-Metal und nicht von PINK FLOYD.
Großes Manko allerdings: Der Gesang! Jungs, da fehlt es hinten und vorne und vor allem an der Richtung. Wo soll es denn hingehen? Einmal typische 80ies-Posertöne (schrei, kreisch), dann growlt einer gar böse und finster daher, dann gibt's alles gleichzeitig und zum Teil schräg. Tipp für die anstehende erste Komplett-CD: Entweder einen Frontmann engagieren oder an den Gesangsarrangements ordentlich arbeiten!

Ansonsten: Pussyrock ist klasse!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 30.09.2003

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