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Evil Masquerade

Welcome To The Show

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Welcome To The Show
Welcome To The Show, Frontiers Records, 2004
Henrik Flyman Guitar
Henrik Brockman Vocals
Kasper Gram Bass
Dennis Buhl Drums
Gäste:
Mats Olausson (Yngwie Malmsteen) Keyboard
Andre Andersen (Royal Hunt) Keyboard
Richard Andersson (Majestic, Timo Requiem, Space Odyssey) Keyboard
Produziert von: Henrik Flyman Länge: 46 Min 02 Sek Medium: CD
1. Intro (Ride Of The Valkyries/Grand Opening)7. Children Of The Light
2. Welcome To The Show8. Lucy The Evil
3. The Wind Will Rise9. Badinerie (Bonus Track)
4. Oh Harlequin10. Deliver Us
5. Surprises In The Dark11. Evil Masquerade
6. But You Were Smiling

Mit "Welcome To The Show" der dänischen Band EVIL MASQUERADE flatterte mir ein Album auf den Tisch, welches als vielversprechendes Symphonic Metal Debüt angekündigt wurde.
Offen gesagt, wenn ich den Begriff "Symphonic Metal" höre, schwillt mir als einstigem Fan dieses Genres gehörig der Kamm: Wieder eine weitere Formation, die sich dem Trend der allgemeinen Veröffentlichungsflut angeschlossen hat und sich stilistisch von Bands wie RHAPSODY, STRATOVARIUS, KENZINER, RAGE usw. in nichts unterscheidet. Und sie schießen wahrlich wie Pilze aus dem Boden.

EVIL MASQUERADE setzt sich unter anderem aus Mitgliedern von ROYAL HUNT, WUTHERING HEIGHTS und MANTICORA zusammen. Dazu haben sie diverse Gastmusiker verpflichtet, wie Mats Olausson, Andre Andersen und Richard Andersson, die bereits für TIME REQUIEM, MAJESTIC, Malmsteen und ROYAL HUNT in die Tasten hauten.
Klar, schon allein wenn man weiß, dass einige der Musiker im Dunstkreis von ROYAL HUNT oder Malmsteen tätig waren, kann man sich denken, in welche Richtung der Silberling gehen wird: Gniedel - Fiedel - Dudel - Quietsch - Träller - Pomp - Bombast.
Was einstmals Yngwie Malmsteen kreierte und perfektionierte, wird von mehr und mehr Bands kopiert und dermaßen durch den Wolf gedreht, dass sich einem echten Metaller im wahrsten Sinne des Wortes die Haare sträuben.
Kein Wunder, dass ehemalige Anhänger diesem Sound vermehrt den Rücken kehren und als kitschig verabscheuen.

Bei EVIL MASQUERADE sind Musiker an Bord, die ihr Handwerk verstehen und beherrschen, das ist erst einmal Tatsache.
Den Anfang macht das eigentlich sehr schön beginnende klassische Intro Ride Of The Valkyries/Grand Opening. Ich lehne mich entspannt zurück und harre der Dinge, die da noch kommen werden. Aber plötzlich gipfelt dieses Stück in einem totalen Highspeedchaos und wildem Gedudel, vermutlich um zu zeigen, was man technisch drauf hat.
Selbst Nachbars Kater scheint das kalte Grauen zu packen, denn nach den ersten Fiedeltönen ergreift er mit angelegten Ohren die Flucht. Ich kann ihn ja verstehen, nur leider muss ich mir dieses Chaos noch weitere 45 Minuten geben.

Gut 80 Prozent der Songs des Albums sind fast ausschließlich im Highspeed-Tempo gehalten, was das durchgängige Anhören anstrengend und auf mich einen wahrhaft nervtötenden Eindruck macht. Mittlerweile klingeln mir wirklich die Ohren ob der von Minute zu Minute mehr in Lichtgeschwindigkeit auf mich niederprasselnden Noten.
Erst gegen Ende wird es abwechslungsreicher, und mit Lucy the Evil ist endlich ein anhörenswertes Stück zu finden. Dieser Song hat nämlich das, was den meisten Tracks auf "Welcome to the Show" fehlt: Melodie! Und versöhnt mich zumindest etwas.
Deliver Us ist das einzige Ausrufezeichen der Scheibe. Melancholisch und herzzerreißend wird emotional schön aufwühlend gesungen und musiziert, dass mir die Kinnlade nach unten fällt und sich die Lauscher steil nach oben stellen: Endlich rocken sie mal ohne großartige Frickeleien durch die Gegend. Wäre das ganze Album so, gäbe es rein gar nichts zu meckern. Genial! Tja, egal - dieser Song allein rettet das Album nicht.
Doch wehe, sie werden von der Leine gelassen, so wie wieder bei dem Rausschmeißer Evil Masquerade: Ein Track mit größtenteils wahnwitzigen Riffs, reißt mich allerdings genau so wenig vom Hocker, wie alle anderen Hochgeschwindigkeits-Frickeleien. Reines Gefrickle ist nun mal Geschmackssacke, auch wenn es an der instrumentalen Perfektion wahrlich nichts zu deuteln gibt.

Tolle Musiker mit riesengroßem musikalischen Potenzial sind noch lange kein Garant für ein wirklich großartiges Ergebnis in Form eines spitzenmäßigen Rundlings. Ich vermisse hier einfach die Eigenständigkeit.
"Welcome To The Show" könnte vor allem den Sympathisanten des kitschigen Metalls gefallen.

Anspieltips: Lucy the Evil, Deliver Us.

Ilka Czernohorsky, (Artikelliste), 06.05.2004

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