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Elroy
Die CD gibt es im Home of Rock zum Hören und Kaufen
Elroy, Imaginary Cat Recordings, 2002
Marc McElroy Vocals, Guitar, Hammond Organ, Piano
Charlie Kickham Electric Guitar
Brian Coliman Bass
Adam Doiron Drums
Produziert von: Marc McElroy Länge: 41 Min 27 Sek Medium: CD
1. Mexican Soap Star (3:45) Ohr7. Do What You Want To Do (3:04)
2. Madina (4:08) Ohr8. Left In The Sand (3:53)
3. Everybody's Angel (4:33)9. Mary (4:13)
4. Trans-Atlantic Blues (3:12) Ohr10. Smoking Dope And Watching TV (3:39)
5. Dangerous Girl (3:22)11. I Threw It All Away (4:05)
6. She's Never Coming Back (3:26)

Vor ein paar Wochen flatterte mir eine CD ins Haus, von der ich nach dem ersten Hördurchgang lediglich von den ersten 4 - 5 Tracks eine positive Meinung hatte.
Doch diese Meinung sollte sich nach mehrmaligem Anhören sehr schnell ändern.

Da die Band ELROY wohl den wenigsten oder besser gesagt niemandem von uns ein Begriff sein wird, möchte ich die Band kurz vorstellen:
Sänger und Frontman ist Marc McElroy, der als Multiinstrumentalist bezeichnet wird, da er außer seinen Stimmbändern sowie der Gitarre auch noch den Bass, das Piano und die Drums bedienen kann. Sein Können hat er bereits über Jahre in verschiedenen Bands (Gitarrist einer Garagenrockband und Organist in einem Funk-Jazz-Trio) und als Studiomusiker bewiesen. Er bringt also genügend Erfahrungen mit.

Dem Electric Guitar-Man Charlie Kickham wird nachgesagt, dass sein Spiel von so vielen Einflüssen beeinflusst wird, dass es unmöglich ist, diese alle aufzuzählen. Als Jugendlicher saß er oft mit seiner Gitarre vor der Stereoanlage und spielte jedes Riff nach.
Dritter im Bunde ist Brian Coleman. Auch er hat eine enorme musikalische Vergangenheit und zupft den Vier-Saiten-Bass bei ELROY.
Last but not least, Adam Doiron, der Drummer, der ein fabelhaftes Ludwig Schlagzeug hat.

Damit wäre die Band also komplett.
Nun aber zum wichtigsten Teil, nämlich dem vorliegenden Album.

Wie Eingangs schon erwähnt, es brauchte einige Hördurchgänge, aber das Teil wuchs von mal zu mal und nahm immer mehr musikalische Gestalt an. Solche Silberlinge sind für mich meistens immer die besten. Fressen sie sich gleich ins Ohr, werden sie sehr schnell langweilig, aber hier gibt es immer wieder Neues zu entdecken und das macht es für mich auch so interessant, zumal man die Band in keine Schublade stecken kann.
Sie spielen wunderschöne Rocksongs und herrliche Balladen mit Folkeinflüssen, aber sie sind nicht brav; sie sind nicht dreckig genug für eine reine Rockband und nicht hart genug, um sie als Metalband einstufen zu können. Es passt im Grunde genommen nichts.

Der Eröffnungssong Mexican Soap Star ist ein absoluter Knaller, ein Midtempokracher allererster Güte und macht sofort Appetit auf mehr.
Simpel und einfach gestrickt, dafür aber wunderschön anzuhören ist Madina, untermalt mit tollen Gitarrensoli und einer Stimme, die hin und wieder an Bob Dylan erinnert. Es ist ein Song, der für mich mit Sicherheit zu meinen Faves des Jahres gehören wird. Unter anderem ein Highlight auf der Platte!
Mit Everybody's Angel hört man die erste richtige Ballade, und was für eine! Faszinierende Gitarrenläufe, dazu werden kleine Gitarrensoli sparsam eingeflochten. Das ist kein selbstverliebtes Frickeln, sondern ein Gitarrenspiel mit Herzblut.
Trans-Atlantic Blues, wie könnte man diesen Song bezeichnen? Schnelle Bluesnummer oder Uptempo-Rock'n Roller? Keine Ahnung, ich weiß nur so viel: Er ist einfach nur schön.
Bei den Tracks 5 ( Dangerous Girl) und 8 (Left In The Sand) könnte man meinen, Dylan persönlich hätte sich hier wieder ans Mikro geschwungen. Ich bin begeistert.

Sehr lustig finde ich She's Never Coming Back in Szene gesetzt: eine Uptempo-Nummer, die nur mit einer Hammond sowie Drums und Bassgitarre eingespielt wurde und der Gesang aus einer Talk Box dröhnt. Alle Instrumente bediente Marc McElroy himself.
Do What You Want To Do, für mich ein weiteres Highlight auf dem Silberling, ist eine bezaubernde Ballade. Hier fallen wieder die sparsamen, aber wunderschönen Gitarrensoli auf, kurzer Backgroundgesang würzt alles noch. Der Bass wird wiederum von Marc gezupft.
Eingeleitet von einem Gitarrensolo, wird Mary wieder einen ganzen Zacken schneller. Man könnte diesen Song fast als poppig bezeichnen.
Mit den letzten beiden Stücken, Smoking Dope And Watching TV sowie I Threw It All Away, geht es noch einmal richtig zur Sache, man gibt mächtig Gas und lädt zum mitbangen ein. ELROY verabschieden sich von ihren Zuhörern würdig mit zwei echten Rock'n Roll(?)-Knallern.

Zu bemerken wäre noch, dass Marc McElroy bei allen Tracks auch die Backing Vocals übernommen hat. Seine Stimme ist übrigens ein Phänomen. Fast könnte man denken, sämtliche Stücke wurden abwechselnd von verschiedenen Sängern eingesungen.

Hier wurde eine Silberscheibe ohne Ausfälle abgeliefert, sehr abwechslungsreich und für jeden Geschmack etwas dabei, wenn man mal von den Metalljüngern absieht (grins).
Eine gelungene Platte, die meine Sammlung bereichert und die wieder einmal zeigt, dass man die ausgetretenen musikalischen Pfade unbedingt verlassen sollte, denn gerade auf den Nebenwegen findet sich so manche Perle.

P.S.: Zu erwähnen wäre vielleicht noch, dass die Band eine Menge Songs auf ihrer Homepage zur Verfügung stellt und überhaupt ein sehr entspanntes Verhältnis zum Thema Downloads pflegt. Die Redaktion.

Ilka Czernohorsky, (Impressum, Artikelliste), 30.04.2003

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