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| Live In Japan, Eigenvertrieb, 2007 |
| John Corabi |
Vocals, Guitar |
| Eric Singer |
Drums, Backing Vocals |
| Bruce Kulick |
Guitar, Backing Vocals |
| Chuck Garric |
Bass, Backing Vocals |
| Produziert von: Bruce Kulick |
Länge: 48 Min 56 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Watchin' You | 7. War Machine |
| 2. Love (I Don't Need It Anymore) | 8. Oh Darling |
| 3. Unholy | 9. School's Out |
| 4. Do Your Own Thing | 10. I Love It Loud |
| 5. Domino | 11. Power To The Music |
| 6. Black Diamond | |
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Allerliebst, ein Druckfehler auf dem Cover. Statt ESCP steht nur ESP drauf. ERIC SINGER PROJECT. Lieber Mister Singer, das C stünde für COVER, nix anderes als eine Cover-Band ist Ihr Projekt nämlich. Aber eines der glaubwürdigen Sorte, da gibt es nicht den allergeringsten Zweifel.
Was 1999 mit einer wundervollen (natürlich: Cover-) CD begann, wurde 2006 fortgesetzt. Hätte man nicht gedacht, dass aus der eigentlich einmaligen Vorstellung mehr werden könnte. Wer das damalige Debut kennt, weiß, dass sich darauf unter anderem eine überwältigende Version von THE WHOs Won't Get Fooled Again befand. Und 11 weitere mehr oder weniger zu Klassikern gewordene Spitzensongs. Und derjenige weiß auch, dass bei ESP John Corabi singt. Das ist der arme Hund, der bei MÖTLEY CRÜE den Pausenclown spielen musste. Und dabei ist der so ein gigantischer Sänger. Außerdem war/ist bei ESP damals und heute Bruce Kulick dabei. Den kennt man am besten von KISS und geschätzten 750 anderen Produktionen.
Corabi und Kulick versuchten sich übrigens auch mit dem Flop UNION.
Vorsitzender von ESP ist natürlich Eric Singer, der aber trotzdem der am weitesten hinten sitzende Teil der Band ist. Der Schlagzeuger ist inzwischen auch schon mehr als 20 Jahre im Business dabei und hat für Gott und die Welt und außerdem für BLACK SABBATH, BADLANDS, ALICE COOPER, natürlich KISS und sogar DORO getrommelt. Und er ist einer von denen, die nicht nur fürchterlich draufhauen, sondern auch ab und an Groove im Bein haben.
2006, und bei der dieser Tage (im März 2007) gelaufenen kleinen Europatour, war als Bassist noch Chuck Garric angestellt. Den hat man zuletzt bei ALICE COOPER entdecken können.
Nun aber zu dieser "Live In Japan"-CD. Spannender Name. und der warnende Hinweis auf die "explicit lyrics" ist auch dringend nötig. *gähn*
Aufgenommen wurde das Teil bei einer der pausenlos stattfindenden KISS-Conventions - in Japan halt. Macht sich zweifellos besser als Wanne-Eickel.
Tja, und dann legen die vier chronischen Mietmusiker los. Wie die Feuerwehr übrigens.
Das mit der Feuerwehr ist eine blöde Floskel. Es soll in diesem Fall nur umschreiben, dass man für die gute Dreiviertelstunde das Original vergessen kann. Meistenteils DAS Original, denn 6 der 11 Songs sind natürlich von KISS. Dazu kommen zwei von UNION, School's Out von Roy Black (oder so), Power To The Music vom unsäglichen 94er CRÜE-Album und Oh Darling von den BEATLES, das auch schon von UNION verwendet wurde. Die Vielfalt des ersten Albums ist also leider nicht mehr gegeben. Da war von Johnny und Edgar Winter, MONTROSE, HUMBLE PIE, AEROSMITH, dem unvermeidlichen Hendrix und diversen anderen Großmeistern deutlich mehr Historie verwurstet worden.
Aber wie ESP sich in den 2006er Set stürzen, ist bemerkenswert. Den Eindruck einer abgehalfterten Verliererband hat man in keiner Sekunde, nie gewinnt die Routine über die Spielfreude. Beachtlich. Klar, Corabi ist der prägende Teil der Kapelle. Der ist so gut, dass er fast schon wieder zu wandlungsfähig erscheint, denn vom Furnier-Cooper zum Simmons zum Stanley bringt er alles vollkommen stilecht hin. Nimmt man dazu noch seine Darbietungen auf der 99er Scheibe, muss man beinahe Angst haben um die echte Identität des John Corabi. Wann ist er er selbst? Vielleicht bei CRÜEs Power To The Music, das er wirklich überwältigend grölt?
Die KISS-Brüllwürfel kommen allesamt grundböse daher, rocken teils sogar besser als auf den bekannten Live-LPs der Originale. Watchin' You zum Beispiel geht direkt in die Magengrube, wer Unholy dringend braucht, bekommt es von Kulick und Corabi gehörig um die Ohren gehauen, Gene Simmons' Domino ist sowieso eine Weltklassenummer und lässt auch bei ESP keinen Millimeter Partyfaktor aus. Bei Black Diamond kann man nur das alberne "Uhuhu" am Anfang und im Chor bekritteln, ansonsten wird Venue-gemäß geholzt. Vor 15.000 in einer riesigen Halle hört sich das natürlich anders an, aber wird sind ja nur bei einer KISS-Convention. Dafür kommt War Machine umso überzeugender. Ihr wisst ja alle, dass dieser Song von Gene Simmons und den beiden Hardcore-Metallern Bryan Adams und seinem Partner Jim Vallance verfasst wurde. Haha, auch solche Komplett-Kapitalisten wussten schon vor 25 Jahren, wie sie den "doofen" Fans die Kohle aus den Taschen ziehen können. Viele hätten seinerzeit sogar einen Song von Ralph Siegel geschluckt, wenn es nur knallt. I Love It Loud.
Was ESP hier treiben ist sehr gut, phasenweise sogar exzellent. Wenn man keine Coverband-Allergie hat, ist man mit diesen Herren bestens bedient. Als Neugieriger wünscht man sich allerdings etwas mehr Kreativität.
Eine Erwähnung ist noch wert, dass selbst gestandene Musiker wie Singer, Corabi und Kulick keine Plattenfirma mehr haben, sondern sich auf eigenen Vertrieb verlassen und beschränken müssen. So weit sind wir im heutigen Rock & Roll. Da kann der Liebhaber über einen zuständigen Mailordersklaven froh sein.
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