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| Soul Gravy, Universal South Records, 2004 |
| Cody Canada |
Lead Guitars, Lead Vocals, Harmonica |
| Grady Cross |
Rhythm Guitars |
| Jeremy Plato |
Bass, Backing Vocals |
| Randy Ragsdale |
Drums, Percussion |
| Gäste: |
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| Steve Palousek |
Dobro (Down) |
| Lee Ann Womack |
Harmony Vocals (Sick And Tired) |
| Produziert von: Mike McClure & C.C.R. |
Länge: 56 Min 58 Sek (CD) & ca. 103 Min (DVD) |
Medium: CD & DVD |
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| CD: | |
| 1. Number | 8. Leave Me Alone |
| 2. Again | 9. Down |
| 3. Lonely Girl | 10. Wanna Rock & Roll |
| 4. Cold Hearted Woman | 11. Alabama (New Version) |
| 5. Sick And Tired | 12. Pay |
| 6. Hammer Down | 13. Too far gone |
| 7. Flowers | Hidden Track (!!) |
| DVD: | |
| 1. Anywhere But Here | 9. Brooklyn Kid |
| 2. Suicide Blues | 10. Boys From Oklahoma |
| 3. 17 | 11. Long Way Home |
| 4. Hammer Down | 12. 42 Miles |
| 5. Carry You Home | 13. Don't Need You |
| 6. Freedom | 14. Alabama |
| 7. Constantly | 15. Carney Man |
| 8. Walls Of Huntsville | 16. Bang My Head |
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Als unser Joachim vor drei Jahren ihre damals dritte CD "Highway 377" besprochen hatte, waren CROSS CANADIAN RAGWEED bei uns noch ein richtiger Geheimtipp und in der Country-Szene grade dabei sich einen Ruf zu machen. Ihre Platten erschienen beim kleinen Underground Sound Label und die Verkaufserfolge hielten sich in Grenzen. Jetzt ist die Band bei Universal South gelandet und prompt schoss vorliegendes Album (das sechste übrigens) auf Platz 5 der Billboard Country Charts. Das ist eigentlich ein sicherer Grund, eine CD sofort an unseren Cowboy Daniel an den Niederrhein zu schicken und ja nicht reinzuhören, weil akute New-Country-Nashville-Schmalzvergiftung droht. Glücklicherweise habe ich das in diesem Fall nicht getan.
Ein, zwei Zugeständnisse an die Industrie haben sie gemacht. Ist ok, wenn sich Kohle damit machen lässt und die Band sich ansonsten nicht verbiegen lassen muss. Zum Beispiel ist das Jammerduett mit Lee Ann Womack reichlich unnötig. Was soll's, der große Rest ist feinster Country Rock mit etwas Texas, etwas Südstaaten und viel Rock &, Roll. Sogar die Slowsongs finden in meinen abgehärteten Ohren fast durchweg Zustimmung.
Großartig wird es selbstverständlich immer wenn's rockt. Gleich im Opener Number baut sich die schöne Gitarre vom hervorragenden Chef Cody Canada zwischen Neil Young-artigen Tönen zu einem fetten Rocker auf. Oder im folgenden Again: Richtig schmutzige Tunes. Das knackt! Herr Cross spielt dazu eine nette, oft akustische, Rhythmusgitarre. Von mir aus dürften all diese Songs deutlich länger als die Single-tauglichen 3 1/2 Minuten dauern.
Entscheidende Punkte sammeln C.C.R. mit ihrem einfallsreichen Songwriting. Da wird nicht auf Teufel komm raus die Geschichte wiedergekäut oder im Fundus genrebekannter Cowboyhutträger gekramt, C.C.R. sind - im Rahmen des möglichen - eigenständig. Stampf-Nummern wie Cold Hearted Woman würden mich bei vielen Countryrockern kalt lassen, zu oft hat man so was gehört. Hier klingt es frisch und unverbraucht.
Das einzige Cover der CD ist von Ray Willie Hubbard und heißt Wanna Rock & Roll. Klassischer Outlaw-Rock; von Tom Petty mal vergleichbares zu hören wäre schön.
Außerdem gibt es noch eine Neuauflage von Alabama vom "Highway 377" Album. Nicht unbedingt nötig aus meiner Sicht, aber akzeptabel.
Der Höhepunkt kommt aber am Schluss. Too Far Gone ist ein mächtiger Groover mit tadelloser Southern-Gitarre.
Halt, der richtige Höhepunkt kommt ganz am Schluss! Nach minutenlanger Stille donnert plötzlich ein furioses Stranglehold aus den Boxen. Die Ragweeder schenken Onkel Ted nichts und lassen es gewaltig dampfen. Einmal mehr wird deutlich, dass Cody Canada ein klasse Gitarrist ist.
Zugabe zu dieser feinen CD ist ein vollständiges (?) Konzert des Vierers auf DVD. Aufgenommen in einem Club namens Shadow Canyon irgendwo in Texas. Volles Haus, vor der Bühne ein Haufen Texas-Chicks, dahinter viele viele Texas-Hütte und alle haben Miller's Light oder eine ähnliche Brühe in der Hand. Hübscher Club (erinnert irgendwie ans Manitu in Forst) und die Band ist in Rock-Laune.
Anywhere But Here heizt an und dann folgt bereits der absolute Höhepunkt, wegen dem alleine sich der Kauf dieser limited Edition absolut lohnt. Der Suicide Blues vom "Purple" Album ist eine der geilsten Southern-Rock & Roll Nummern der letzten Jahre. Was Canada an der Gitarre abzieht ist Spitzenklasse, Cross schrubbt im Hintergrund heftigen Rhythmus und die Band shuffelt sich schier zu Tode. Als Referenz seien die KENTUCKY HEADHUNTERS oder gar die großen GEORGIA SATELLITES genannt. Wenn das alles wirklich live ist, dann sind CROSS CANADIAN RAGWEED eine Band, die man sich in deutschen Landen mehr wünschen sollte als manche Superstars.
Apropos live. Den völlig unnötigen Gimmick mit dem x-fach gedoppelten Publikum hätte sich der Cheftechniker sparen können. Die Leute hatten bei diesem Konzert unübersehbar Spaß, da braucht es keine künstliche Baseballstadionatmosphäre.
Cody Canada ist natürlich ein absolutes Schnuckelchen mit seinen langen (gefärbten) blonden Haaren und den schicken Tattoos. Rick Medlocke sah mal ähnlich aus. Kein Wunder, dass die örtliche Cheerleaderfraktion die leicht aufgemotzte Oberweite an den Bühnenrand presst.
Die Band bietet einen Querschnitt aus den bisherigen Alben, teilweise wird der Gang etwas lang in den akustischen Balladenbereich zurückgeschaltet, aber auch hier gilt: Es macht Laune und irgendwann rocken sie dann auch wieder richtig kraftvoll.
Die Bild- und Tonqualität ist ohne Tadel, die Kameraführung mir mal wieder viel zu hektisch, auf besondere Effekte wird verzichtet. Es wurde einfach ein tolles Clubkonzert abgefilmt und das reicht voll und ganz.
Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit habe ich mir die anhängende Bildergalerie angeschaut und die verdirbt den guten Eindruck dann allerdings leicht und stellt wieder eine gewisse Verbindung zum Obernationalisten Nugent her. Sind diese Jungs sich doch tatsächlich nicht zu blöde, ein Bild von der "Mutter aller Bomben" einzustreuen oder vor einer Wandmalerei mit Saddams Portrait zu posieren. Irgendwelche Militaristenfratzen und Panzer (im Irak oder Afghanistan oder sonst wo) geben mir den Rest. Dummer, aufgesetzter Amerikanismus ohne Sinn und Verstand.
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