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| The Message - The Story Of Sugar Hill Records, Castle Music/Sanctuary Records, 2005 |
| Länge: 310 Min 58 Sek |
Medium: 4 CD-Box |
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| CD 1: | |
| 1. Rapper's Delight (Long Version) - The Sugarhill Gang | 6. Spoonie Is Back - Spoonie Gee |
| 2. We Got The Funk - Positive Force | 7. Hot Hot Summer Day - The Sugarhill Gang |
| 3. Super-Wolf Can Do It (Short Version) - Super-Wolf | 8. And You Know That (Short Version) - The Sequence |
| 4. Funk You Up (12" Version) - The Sequence | 9. Rapper's Reprise (Jam-Jam) - The Sugarhill Gang |
| 5. Freedom - Grandmaster Flash & The Furious Five | |
| CD 2: | |
| 1. 8th Wonder - The Sugarhill Gang | 7. Ahh Dance - Fine Quality feat. Cuz |
| 2. The Adventures Of Grandmaster Flash On The Wheels Of Steel - Grandmaster Flash | 8. Let's Dance (Make Your Body Move) - West Street Mob |
| 3. Monster Jam - Spoonie Gee Meets The Sequence | 9. Apache - The Sugarhill Gang |
| 4. The Lover In You - The Sugarhill Gang | 10. Whip It - Treacherous Three with special guest Philippe Wynne |
| 5. That's The Joint - Funky Four + One | 11. Do You Want To Rock - Funky Four |
| 6. Showdown - The Sugarhill Gang Meets The Furious Five | |
| CD 3: | |
| 1. The Message - Grandmaster Flash & The Furious Five feat. Melle Mel & Duke Bootee | 7. Scorpio - Grandmaster Flash & The Furious Five |
| 2. Making Cash Money - Busy Bee | 8. Message II (Survivat) - Melle Mel & Duke Bootee |
| 3. Feel It (The Mexican) - Funky Four | 9. Breaking Belts (Take Me To The Mardi Gras) - Crash Crew |
| 4. Ohh Baby (Short Version) - West Street Mob | 10. Yes We Can-Can - Treacherous Three |
| 5. It's Nasty (Genius Of Love) (Short Version) - Grandmaster Flash & The Furious Five | 11. New York New York - Grandmaster Flash & The Furious Five |
| 6. Sing A Simple Song - West Street Mob | 12. Kick It Live From 9 To 5 - The Sugarhill Gang |
| CD 4: | |
| 1. Break Dance - Electric Boogie - West Street Mob | 8. Jesse - Grandmaster & Melle Mel |
| 2. White Lines (Don't Do It) (Long Version) - Grandmaster Flash & Melle Mel | 9. Scratching - Crash Crew |
| 3. We Are Known As Emcees (We Turn Party's Out) - Crash Crew | 10. Turn It Up - Treacherous Three |
| 4. Beat Street - Grandmaster Melle Mel & The Furious Five with Mr. Ness & Cowboy | 11. The Down Beat - The Sugarhill Gang |
| 5. Busy Bee's Groove - Busy Bee | 12. Malcolm X - No Sell Out - Sugarhill All Stars |
| 6. Livin' In The Fast Lane - The Sugarhill Gang | 13. The Adventures Of Grandmaster Himself - Grandmaster Flash |
| 7. Step Off - The Furious Five feat. Cowboy, Melle Mel & Scorpio | |
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Jeder Musikfan kennt die Situation: Man möchte seit Jahren diesen oder jenen Song oder einen repräsentativen Überblick über eine bestimmte Stilrichtung besitzen, mag sich aber nicht zig Alben oder sogar ganze Backkataloge kaufen, denn erstens geht das ins Geld und zweitens weiß man, daß ohnehin nur ein Teil dem persönlichen Geschmack entspricht - eben die Nummern, die man aus vergangenen Discozeiten oder aus dem Knutschkeller der Jugendliebe kennt.
In meiner Sammlung fehlt beispielsweise Black Music fast gänzlich, obwohl mich bereits diverse Songs, vor allem natürlich Isaac Hayes, aus den allerersten "Shaft"-Filmen begeisterten und im Laufe der musikalischen Sozialisierung in den Siebzigern unzählige großartige Funk-, Soul- und R&B-Nummern vom AFN-Radio rauf und runter gespielt wurden. Neben den heavy rockenden MOTHER'S FINEST und der unvergleichlichen Chaka Khan mit ihren ersten LPs, noch als RUFUS, natürlich James Brown oder den ganz alten Sachen von Curtis Mayfield fand allerdings kaum je eine andere LP Platz in meinem Regal. Nicht zuletzt waren daran Schreckgespenster namens Philly-Sound, Geigen, Bläser, weiße Anzüge an peinlich vor sich hin schmachtenden Schwarzen, "Saturday Night Fever" und, spätestens ab 1980, das mega-affige Getue der Hip-Hopper, Break-Dancer und Rapper.
"Realistisch gesprochen, denke ich, daß Rap auf ein paar wenige Erfolge beschränkt sein und dann in die Geschichte eingehen wird" sprach Wonder Mike von der auch bei uns populären SUGARHILL GANG im Jahr 1979 und ich war durchaus seiner Meinung, auch ohne Kenntnis seiner Worte. Ein historischer Irrtum, denn nach Punk hat außer Rap kein Stil mehr den Status einer Modeerscheinung überlebt oder gar nachhaltige kulturelle Spuren hinterlassen.
In den letzten 25 Jahren dürfte auch der altbackenste Rocker erkannt haben, daß Rap (allerspätestens ab AEROSMITHs Walk This Way mit RUN-D.M.C.) eine ganz maßgebliche Rolle in der weiteren Entwicklung fast jeder zeitgenössischen Musik seitdem spielte. In der Konsequenz ist es schändlich und ignorant, wenn man Rap und Hip Hop auf die sattsam bekannte Mainstream-Massenware beschränkt, die letztendlich auch durch europäische Discotheken und Radios blubberte und jedem Gitarrenfreak den allerletzten Nerv zog.
In den amerikanischen Großstädten, speziell natürlich in New York, hatte sich bereits seit den frühen Siebzigern eine ganz spezielle Subkultur aus schwarzen DJs und MCs entwickelt, die zum Teil mit Unterstützung von echten Livebands eine wilde Mischung aus traditionellen Soul-, Funk- und Rock-Tönen - im wahrsten Sinne des Wortes - mixten und damit weniger eine Revolution als satt abgehende Partys auslösen wollten. Vermutlich wurden die Clubs in Harlem und der Bronx damals von den Heroen der Szene auch gründlich angezündet, den meisten Mitteleuropäern dürfte ein solches Vergnügen verwehrt geblieben sein.
1979 gründete Sylvia Robinson, eine seit den Fünfzigern aktive Sängerin, das Label Sugar Hill Records und taufte ihr erstes Signing in matriarchalischer Art SUGARHILL GANG. Deren erste Single Rapper's Delight verkaufte sich alleine im 12"-Single-Format über 2 Millionen mal und löste einen Boom aus, der bis heute Spuren nach sich zieht und seinerzeit diverse althergebrachte Black Music-Prostituierte ins endgültige Abseits stellte. Neben Labels wie z.B. Def Jam war Sugar Hill Records eines der ersten, das schwarze Künstler nicht zwanghaft in eine für (mehr oder weniger reaktionäre) Weiße akzeptable Form preßte, sondern auf Grund des kommerziellen Erfolgs seinen Acts relativ freie Hand lassen konnte.
Und damit sind wir endlich bei dieser 4-CD-Box zu Ehren des Sugar Hill Labels.
Die Geschichte der Firma dauerte nur sechs Jahre, also bis 1985, dann trat der bekannte Effekt "Erfolg - Mißgunst - Streit - Gerichtsverhandlungen - Mißerfolg - Ende" ein. Doch in diesen paar Jahren entstand etwas, das heutzutage kaum mehr vorstellbar ist: Grandiose Musik!
Nicht vorstellbar aus einigen Gründen. Rap hat sich inzwischen über kriminelle oder möchtegernkriminelle Individuen längst neu definiert, stellt heute keine partykompatible Unterhaltung mehr dar, sondern ist, neben Klamotten- oder Accessoire-Labels, nur noch ein Beiwerk für eine alles umfassende Unterhaltungs-Berieselungs-Industrie, die für Menschen über 25 und mit einer gewissen Grundintelligenz wohl zum größten Teil, nicht nur linguistisch, schwer verständlich ist.
Fast alle von Sugar Hill Records veröffentlichten Acts sind auf dieser Sammlung verewigt, vieles klingt nach purer Disco-Mucke (guter Disco-Mucke!), manches nach "altmodischem" Funk oder Soul, einiges bis heute revolutionär, das allermeiste allerdings einfach nach Party und Spaß. Kein Unterschied also zu unseren sonstigen Party-Faves wie AC/DC oder Born To Be Wild.
Wer nach 15 Minuten Rapper's Delight nicht tanzt, sollte sich direkt einbalsamieren lassen. Das gilt genauso für den zweiten Großverkäufer des Labels, Grandmaster Flash, und all die anderen, zum Teil namentlich nicht mehr ganz geläufigen Namen, Bands, DJ-Konglomerate und Studio-Projekte. Dazu kommt ein ungeahnter Humor in manchen Produktionen, der sich mit dem Graffiti-Style der Musik wunderbar ergänzt.
"The Story Of Sugar Hill Records" schließt eine eminente Lücke in meiner Plattensammlung und dürfte dies auch in vielen Home of Rock Leserhaushalten tun. Darüber hinaus ist das in Buchform aufgemachte schöne Stück auch noch toll illustriert und mit einer ausführlichen Story bereichert. Zu 5 Stunden Hörspaß kommt ähnlich langes Lesevergnügen.
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