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| Sunday Nights - The Songs Of Junior Kimbrough, Fat Possum Records, 2005 |
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Länge: 67 Min 11 Sek |
Medium: CD |
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David genannt Junior Kimbrough, geboren 1930 in Hudsonville, Mississippi, war nicht nur ein Veteran des Mississippi Blues, dessen raue, gewissermaßen schlammige Variante mit reichlich Soulbeigaben er bevorzugte, sondern auch eine Inspirationsquelle für Bands wie die JON SPENCER BLUES EXPLOSION, IGGY & THE STOOGES und eine inzwischen auch nicht mehr ganz junge Truppe namens ROLLING STONES. In den 70er und 80er Jahren war er sicherlich in fast jeder Blues-Kneipe im amerikanischen Deltagebiet zu hören, sein Plattendebüt gab er im schlappen Alter von 62 Jahren mit dem legendären, überaus erfolgreichen "All Night Long" anno 1992.
Als er im Jahre 1998 starb, hinterließ er neben einem umfangreichen Werk an rohen Delta-Blues-Diamanten auch sage und schreibe 36 Kinder (so viel zum Thema Verhütung in Mississippi). Sein Stammlabel Fat Possum Records hat ihm nun mit diesem Tribute-Sampler ein spätes, aber verdientes Denkmal gesetzt, das neben der Freude an den darauf enthaltenen Interpretationen auch Anlass geben soll, sich wieder einmal mit den Originalen auseinanderzusetzen:
1) IGGY & THE STOOGES: You Better Run (Version 1)
Ein äußerst gelungener Auftakt; der selbst schon als Legende durchgehende Iggy Pop zersägt mit seinen STOOGES schön krachig, heftig und schräg den Kimbrough-Klassiker.
2) SPIRITUALIZED: Sad Days Lonely Nights
Schon etwas traditionalistischerer Swamp Blues der Psychedeliker um Jason Pierce, mit dann allerdings ziemlich abhebender Gitarre.
3) BLUES EXPLOSION: Meet Me In The City
Gewohnt cool und reduziert, Mr. Spencer schneidet wieder mal die Luft.
4) HEARTLESS BASTARDS: Done Got Old
Das Trio um Erika Wennersrom mit einem leider recht unspektakulären, irgendwie holzschnittartigen Beitrag.
5) THE BLACK KEYS: My Mind Is Rambling
Das ist dagegen ein echtes Highlight; ein charismatischer Düster-Blues des Duos aus Akron, Ohio. Würde bestens ins Glitterhouse-Repertoire passen.
6) PETE YORN: I Feel Good Again
Der Singer/Songwriter aus New Jersey, bekannt geworden auch durch seine Zusammenarbeit mit den berühmten Film-Chaotikern, den Farrelly-Brüdern, empfiehlt sich mit einem herrlich schrägen Groove, der allenfalls auf die Dauer etwas ermüdend wirkt.
7) CAT POWER & ENTRANCE: Do The Romp
Die minimalistische Songwriterin Chan Marshall überrascht mit ihren Begleitmusikern mit einem erdig stampfenden Country Blues.
8) THE FIERY FURNACES: I'm Leaving
Eine wunderschön einfache, elektrifizierte Blues-Nummer der Band um die Geschwister Friedberger. Dank der toll eingefangenen Atmosphäre ein weiteres Sahnestückchen dieses Samplers.
9) MARK LANEGAN: All Night Long
Ein bisschen enttäuschend, da weitgehend ereignislos. Lebt halt von der fantastischen Stimme des ehemaligen SCREAMING TREES- und gelegentlichen QUEENS OF THE STONE AGE-Sängers.
10) THEE SHAMS: Release Me
Bei diesem Stück wird der Einfluss Kimbroughs auf die ROLLING STONES geradezu greifbar, das klingt wie die Jaggers/Richards-Truppe in jungen Jahren.
11) JIM WHITE: Done Got Old
Nanu, den Song hatten wir doch schon? Allerdings hier deutlich spannender als von den HEARTLESS BASTARDS, da noch stärker, gewissermaßen bis auf die Knochen reduziert und mit einer famosen Orgelspur versehen.
12) OUTRAGEOUS CHERRY: Lord Have Mercy On Me
Ein leider etwas lendenlahmer Elektro-Folk-Psychedelia-Blues mit einem reichlich unnötigen Fade out.
13) WHITEY KIRST: Pull Your Clothes Off
Iggys Leadgitarrist spielt bewusst mit dem Stilmittel der Monotonie, bevor er eine herrlich krachende Gitarre loslässt.
14) JACK OBLIVIAN: I'm In Love With You
Einer schöner, kleiner, dreckiger Bluessong ganz im Sinne des hier gewürdigten Meisters.
15) THE PONYS: Burn In Hell
Leider auch etwas valiumgetränkte Bluesnummer, die einfach zu sehr breitgetreten wird.
16) IGGY & THE STOOGES: You Better Run (Version 2)
Iggy zeigt sein zweites Gesicht: deutlich zahmere, dafür aber soulige Version und eine gelungene Einrahmung der Tracklist.
Insgesamt überwiegen die erfreulichen Momente in diesem Tribute an einen großen, mittlerweile selbst etwas in Vergessenheit geratenen Bluesmusiker, der jedoch in seinen musikalischen Nachfahren, von denen hier etliche vertreten sind, weiterlebt. Meine Anspieltipps sind die Songs von IGGY & THE STOOGES, SPIRITUALIZED, BLUES EXPLOSION, THE BLACK KEYS, THE FIERY FURNACES und Mark Lanegan.
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