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Blues Away

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Blues Away
Die CD gibt es im Home of Rock zum Hören und Kaufen
Blues Away, Smatterafact Records, 2001
Pauli De Simone Guitars, Vocals
Jimmy Davis Bass, Vocals
Rob James Drums, Percussion, Vocals
Produziert von: Otto D'Agnolo & Blusion Länge: 50 Min 54 Sek Medium: CD
1. Get Back Time Ohr7. Sleeping In The Spotlight
2. Divided Attention8. Put It To The Other Side
3. Temptation Of You9. Haunted Ohr
4. Blues Away10. Under The Sound
5. Monumental Ohr11. Changes
6. Cardboard House12. Mr. Politician

Die Welt ist voll von Trios. Und früher war alles besser.
Da gab es ZZ Top, Rory Gallagher, Cream, Bauer, Garn & Dyke, Triumph, West, Bruce & Laing und x andere Powertrios, die einfach nur gewaltig waren.
In den letzten Jahren hat mich kaum ein Trio begeistern können. Es herrscht dröge Blues-Einfältigkeit vor. Ein "Super-Guitar-Hero" und zwei Statisten, die so austauschbar wie beliebig sind. Außer Rob Tognoni und seine Band.

Jetzt kommt allerdings Blusion aus Arizona und renkt dieses Bild wieder ein.
Sowas hab ich lange nicht mehr gehört. Und mit herkömmlichem Triosound hat das auch letztlich nichts zu tun. Das ist Hardrock, der so abgeht, daß man meint, die 80er-Synthesizer-Jahre wären nie gewesen. Dabei ist die Platte erst im März dieses Jahres entstanden.

Ein paar Vergleiche mögen genannt sein. Triumph (als sie mit ihren ersten 2, 3 Platten wirklich gerockt haben). Rush (weil die ein ähnlich hohes spielerisches Niveau hatten, aber nie so geil gerockt haben). Kreisch-Axl Rose (weil der sich die Platte anhören sollte, um zu hören, wie man richtig singt und rockt). Und die allererste Platte von Pat Travers geht als Referenz auch noch durch (wegen dem Rock'n'Roll und Boogie).
Zum Sänger und Gitarristen Pauli De Simone fällt mir als Vergleich vielleicht noch Ray Gillen von Badlands (R.I.P.) ein.

Die drei ersten Nummern gehen voll auf die 12.
Bluesbeeinflusster, melodiöser Hardrock, extrem dynamisch und variabel und mit einem gewaltigen Schuss Boogie. Rocker wie Get Back Time, mit seinen Breaks, Boogieexplosionen und mächtigem Gesang sollten Pflicht für alle Fans guter Musik sein.
Und was ein gepflegter Chorus aus einem Lied machen kann, sollte sich so manche Hochglanzkapelle mal bei Blusion abschauen.

Der Titelsong Blues Away ist etwas ruhiger, aber dafür irre "tricky".
Bei Cardboard House wird ähnlich gezaubert, das aber etwas härter und mit dem einen oder anderen jazzigen Lick. Naja, nicht wirklich jazzig. Einfach sehr anspruchsvoll.

Monumental ist wirklich monumental. Selten hört man einen solchen Shuffle. Rock & Roll vom allerbesten. Keine Furcht vor dem Boogieriff! Es beisst nicht. Höchstens sich im Ohr fest. Der Song kommt sicher auf meinen nächsten Partysampler. Gleich nach Rocky Mountain Way.

Ach ja, die beiden anderen Musiker, also Jimmy Davis am Bass und Rob James (Drums), zeigen bei jedem Lied, daß sie nicht die Begleitgruppe eines Egomanen sind.
Das ist tight, kraftvoll und es gibt vor allem nicht ein einziges "Loch", wie es bei so vielen Trios oft entsteht, wenn der Gitarrist grad mal kein Solo fidelt.
Beispielhaft sei Sleeping In The Spotlight und das gesanglose Put It To The Other Side genannt. Da gehören die (kurzen aber wirkungsvollen) Bass- und Drum-Fills in die Kategorie Cream. Drei wunderbare Instrumentalisten (damit sind beide Bands gemeint).

Das wird auch beim magischen Haunted deutlich. Zu einem genial einfachen Riff kommt ein wunderbar melodischer Rocksong mit Dreiergesang und weltklasse Drum-/Percussionarbeit.

Es gibt kaum einen Song auf dieser Platte, der von Anfang bis Ende gleich tönt. Aber Blusion gebrauchen Breaks nicht, um den Hörer zu verwirren und um zu beweisen, daß sie so toll sind. Nein, es wird immer gerockt, daß es eine wahre Freude ist. Nur eben abwechslungsreich. Was gibt es schöneres, als in einem Lied Hard Rock, Blues, Boogie, Rock & Roll und wieder Hard Rock zu hören?
Hört mal Under The Sound an. Was für ein Gesang! Vor ca. 15 Jahren (und mit dem gewissen Bon Jovi-Schmalz) wäre das wohl ein Hit gewesen.

Natürlich gibt es bei einer Platte fast immer einen Song, der dem Hörer nicht so gefällt. Bei mir ist es Changes. Mit den akustischen Gitarren und einer etwas zu "gefälligen" Melodie ist es einfach nicht mein Ding. Aber dafür wird ansonsten elfmal volles Rohr geboten.

Noch ein paar lobende Worte an Blusion.
Die CD ist erstklassig produziert. Druckvoller, sauberer und transparenter geht es kaum.
Das Cover sieht toll aus, beinhaltet alle Texte und ein paar Bilder, auf denen man sieht, daß Blusion eine nicht nur musikalisch, sondern auch optisch voll überzeugende Band ist.

Für mich eine der besten Platten des Jahres und ein heißer Favorit für meine all time Favoriten.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste) 18.08.2001

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