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The Black Crowes

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Warpaint

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Warpaint
Warpaint, Silver Arrow Records, 2008
Chris Robinson
Rich Robinson
Steve Gorman
Sven Pipien
Adam MacDougall
Luther Dickinson
Produziert von: Paul Stacey Länge: 54 Min 04 Sek Medium: CD
1. Goodbye Daughters Of The Revolution7. Movin' On Down The Line
2. Walk Believer Walk8. Wounded Bird
3. Oh Josephine9. God's Got It
4. Evergreen10. There's Gold In Them Hills
5. We Who See The Deep11. Whoa Mule
6. Locust Street

Alles klatscht, alles kreischt, die BLACK CROWES haben nach Jahren mit "Warpaint" ein neues Album eingespielt, und die Robinson-Brüder scheinen sich auch wieder zu vertragen. Darf man da ein böses Wort verlieren oder muss man sich in die Schlange der Jubelkrähen einreihen?

Ein Träumer, der sich Geniestreiche wie Jealous Again oder Remedy im Jahr 2008 erwartet, das wird sofort bei der ersten gesungenen Zeile von Goodbye Daughters Of The Revolution klar. Nicht wegen dem Titel, wegen Chris Robinsons Stimme. Der Mann klingt, sorry, alt und müde.
Marc Ford ist bekanntlich nicht mehr dabei, neben Rich Robinson klampft bzw. slidet nun Luther Dickinson. Den kennt man von den NORTH MISSISSIPPI ALLSTARS und dem ein oder anderen Leser wird diese Band möglicherweise auch nicht gefallen. Nicht dass die schlecht wären, es ist nur dieser leicht akademische Ansatz, der über den Veröffentlichungen der N.M.A. liegt und immer einen Zweifel an der Authentizität hinterlässt. Man könnte auch sagen, dass man lieber zu den alten Platten der ALLMAN BROTHERS greifen sollte, wenn man eine geile Slidegitarre hören will. So perfekt Dickinson das Röllchen fliegen lässt, so wenig echte Emotion kommt dabei rüber. Da wird die Mandolinen-Ballade Locust Street zur Wohltat, auch wenn sie ganz genauso drei Jahrzehnte alt und von Rod Stewart gesungen sein könnte.
Die wahre Vorfreude auf eventuell anstehende Konzerte mag nicht wirklich aufkommen, wenn man sich einen müden Chris, einen vergeistigten Slidegitarristen und ein paar ziemlich handzahme neue Songs vorstellt.

Apropos handzahm. Movin' On Down The Line ist ein super Song - wenn er von Typen wie beispielsweise den DIAMOND DOGS oder SUGAR MOUNTAIN gespielt wird. Da ist der Groove, der Soul und die Power, wird aber von den CROWES nicht abgerufen, obwohl der neue Keyboarder Adam MacDougall eine wunderbare Orgel-Grundlage legt. Die zaghaften Versuche, einen Shuffle zu starten, werden von Dickinson und Chris schnurstracks unterbunden und enden in einem (selbstverständlich perfekten) Betts-Plagiat.
Dann aber, bei Wounded Bird, geht's endlich richtig ab. Jedenfalls bis die beiden Hauptdarsteller wieder den Schaumteppich auslegen. Wenigstens lässt Rich nix anbrennen und rifft ein paar Sekunden lang anständig. Es müsste auch mehr Unterstützung von Sven Pipien am Bass kommen, doch der scheint im Mix ein wenig vernachlässigt worden zu sein.
Irgendwie ist es bezeichnend für "Warpaint", dass die lebendigste Nummer ein Cover ist. God's Got It, vom 2006 mit knapp 75 Jahren verstorbenen Reverend Charlie Jackson. Auch wenn es "nur" ein Blues-Stampfer ist, hier fliegen die Vögel zwischenzeitlich mit einem kräftigen Aufwind. Feiner kleiner Rhythmuswechsel inklusive. Na gut, We Who See The Deep kann auch was mit seiner tollen Spannung, einem Hauch von Honky Tonk und der ziemlich fetzigen Gitarrenschlacht. Hat man dergleichen etwa bei den STONES vor ewigen Zeiten schon mal gehört?
Zum Abschluss kommt mit Whoa Mule noch ein Titel, der nicht enttäuscht, weil er nicht zwanghaft vorgeben muss zu rocken. Ein entspannter Folksong mit akustischen Gitarren und hübscher Percussion.

"Warpaint" wirkt ernüchternd. Nicht weil, siehe oben, man ein Remake der beiden ersten Platten erwartet hat, sondern weil dem neuen Stoff der Sauerstoff im Blut fehlt. Für die BLACK CROWES reichen ein paar Anleihen bei den STONES, FACES etc. nicht aus, um sich über den eigenen drögen Jam Rock der letzten Platten zu erheben, da hätte es ein paar Wachmacher gebraucht. Der zähe aber eigentlich grundanständige Blues Walk Believer Walk ist auch keiner, schon wegen dem lustlosen Gesang im Mittelteil. So was macht ein gewisser Herr Plant in hundert Jahren noch orgiastischer. Und There's Gold In Them Hills wünscht man sich von einem gesunden Frankie Miller.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 23.03.2008

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