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Quick Fix

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Quick Fix
Quick Fix, BLP Music, 2009
Björn Lodin Lead Vocals
Örjan Fernkvist Organ
Emanuel Hedberg Guitar
Björn Lundkvist Bass & Backing Vocals
Robban Bäck Drums
Produziert von: Björn Lodin Länge: 37 Min 59 Sek Medium: CD
1. I'm All About Me6. The Shame Lingers On
2. Haze Of Wonder7. Tell Me Who You Wanna Be Today
3. I Am Who I Am When I Am Alone8. Somebody Look At Me
4. Make Good9. Shoot The Dark
5. How Can You Undo What's Become Undone10. The Bet

20 Jahre macht Björn Lodin nun schon in BALTIMOORE. Als wir im Home of Rock Ende 2003 anlässlich der prima Cover-CD "Ultimate Tribute" das letzte Mal von der Band Notiz nahmen, war eine Aussage, dass BALTIMOORE nie wirklich aus dem Knick kam. Fast sechs Jahre später stimmt das immer noch, die drei inzwischen erschienen Alben "Fanatical", "Kaleidoscope" und "X" gingen schlichtweg an uns (und wohl dem Großteil der potentiellen Zielgruppe) vorbei. Prompt hat der hartnäckige Schwede auch für sein neues Album "Quick Fix" hierzulande keinen anständigen Vertrieb, man muss die Scheibe direkt über die Homepage oder beim amerikanischen Spezialisten-Mailorder CD Baby bestellen. Das lohnt sich garantiert (nicht nur wegen dem Dollar-Kurs) für alle Freunde anständigen Hardrocks, falls sie nicht ihr musikalisches Leben 1987 beendet haben.
1987 ist das Stichwort. "Quick Fix" hat nämlich verdammt viel mit WHITESNAKE zu tun, aber so gut wie nichts mit dem Ende der Coverdale-Kreativära, dem Blondinen-Nassmacher "1987".

Die 'schrecklich' dreckige Gitarre im Opener I'm All About Me ist zugegebenermaßen überhaupt nicht schlängelig, aber spätestens im melodischen Teil der Nummer bzw. wenn die Orgel einsetzt ist alles klar, und hätten Moody und Marsden jemals gedurft wie sie wollten, wäre möglicherweise ein so wunderschön luftiger Groover wie Haze Of Wonder auf "Trouble", "Lovehunter" oder "Ready An' Willing" gelandet. Nichts gegen das famose Frühwerk von WHITESNAKE, aber es ist 30 Jahre her, heute zeigt ein weithin unbekannter Schwede wie man Hard Rock mit Jam- und Southern-Sounds mischt. Tolles Drumming auch. Ein paar Minuten länger und man könnte Haze Of Wonder als Song von WIDESPREAD PANIC verkaufen.
Stumpfsinnigen Bollersound gibt es auf "Quick Fix" nicht, entweder es wird straight und vorteilhaft arrangiert gerockt oder es steht eine allzeit Rock-Radio konforme Melodie parat (meist beides gleichzeitig), einzig die Ballade How Can You Undo What's Become Undone übertreibt die Schmeichelei ein bisschen. Dafür ist Tell Me Who You Wanna Be Today die Nummer, die Herr Bongiovi nie zustande brachte, weil im niemals eine so druckvolle, auf Bass und Keys ausgelegte Hookline einfiel und Somebody Look At Me stampft mit Lead-Slide weit aus dem Schatten irgendeines Blues direkt in den gesanglichen Grenzbereich zwischen Coverdale und Ian Gillan. Der Lodin kann es wirklich. Er kann auch einen so trickreich aufgebauten Bastard aus Boogie und Melodic Rock wie Shoot The Dark. Einmal mehr macht Örjan Fernkvist an den Tasten auf sich aufmerksam und Gitarrist Emanuel Hedberg zieht alle Register - und zwar alle Register der Zurückhaltung! Es tut so gut, einen tollen Gitarristen ohne aufdringliche Ego-Soli zu hören. Wenn sich da nur all die anderen Saitenzauberer ein Beispiel nähmen.
"Quick Fix" ist ganz klar ein Tipp für Freunde markanter Stimmen, für halbwegs erwachsene Hardrocker und für Kindsköpfe mit Hang zu modernem Retro-Sound.

Nebenbei sei auch noch das Nebenprojekt BALLS erwähnt. Sehr geiler Rock & Roll mit zwei Gitarren und einer Menge Power. Anhören bei MySpace, kaufen bei CD Baby oder BLP Music, Lodins Privatlabel.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 27.05.2009

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