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New Orleans:

Ein Reisebericht

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Mehr Info:
Homepage der Stadt New Orleans (viel Werbung aber sehr informativ)
Konzertinfo:
www.pollstar.com (Online-Ticketshop mit guter Suchfunktion)
Unser Disclaimer

New Orleans ist immer eine Reise wert, vor allem wegen der Musik und des "Mardi-Gras", dem Karneval.
New Orleans ist die Hauptstadt des US-Bundesstaates Louisiana und befindet sich im Mississippi-Delta, wo der Mississippi in den Golf von Mexiko mündet.
Die Stadt wurde von französischen Einwanderern gegründet, daran erinnern viele französische Straßen- und Gebäude-Namen, ist aber mittlerweile eine Multi-Kulti Stadt, in der auch viele Südamerikaner und Asiaten leben. Die Mehrheit der Bevölkerung ist aber schwarzer Hautfarbe. New Orleans besitzt auch den größten überdachten Sportpalast der Welt, den "Superdome". Hier findet auch immer wieder das Endspiel des "American Football", die "Superbowl" statt, auch wieder im Jahre 2002.

French-Quarter:

Dies ist der touristische, alte, französische Teil der Stadt mit sehenswerten, alten Häusern, Kirchen und Palästen, vor allem aber vielen Musik- und Nachtclubs.
Vor allem auf der Bourbon-Street, der Hauptstraße dieses Quarter, geht nachts der Punk ab!

Hotels:

Es gibt Hotels in allen Preisklassen von 2 bis zu 5 Sternen. Wer ein normales Hotel haben möchte mit sehr sauberen Zimmern, die zwar schlicht, aber entsprechend gut eingerichtet sind, dem kann man das Hotel "La Salle" empfehlen, zumal es nur 5 Minuten zu Fuß vom French-Quarter entfernt ist. Kosten für ein Einzelzimmer pro Nacht ca. DM 130,--, für ein Doppelzimmer DM 150,--.
Vor Festen wie dem Karneval, sind die Preise aber überhöht.
Hier ist es ratsam, schon von Deutschland aus rechtzeitig zu buchen, z.B. über Marlboro-Reisen und dann zu normalen Preisen.

Sicherheit:

Die Stadt ist mittlerweile sehr, sehr sicher geworden. Überall, vor allem im French-Quarter, sind Einsatzkräfte der New Orleans Police, die den Langfingern das Leben schwer machen und bei Schlägereien, vor allem während des Karnevals, sofort wieder für Ruhe sorgen.

Cajun-Food:

Eine kulinarische Spezialität der Stadt und des Bundesstaates ist das sogenannte "Cajun-Food". "Cajun" bedeutet ländlich. Hier werden vor allem sehr viel Meeresfrüchte, Crawfisch (rote Flusskrebse), Hummer, Alligator, Wasserschildkröten, aber natürlich auch Rindfleisch und Geflügel zu sehr schmackhaften Gerichten gekocht. Mit Reis oder Nudeln und einer Sauce, von mittelscharf bis sehr scharf.
Tierschützer brauchen sich wirklich keine Sorgen machen, es gibt genügend Alligatoren und Wasserschildkröten.
Vorteil ist, dass der Crawfisch oder Hummer meistens noch lebt, bis er zubereitet wird.
Spezialitäten sind "Jambalaya", dies sind Krabben und sehr rezente Würste mit Reis und viel Curry gekocht, oder z.B. "Crawfisch-Ètouffé", hier werden Flusskrebse mit Krabben und Nudeln serviert mit einer sehr rezenten Sahne/Käse-Soße.

Man kann relativ günstig außerhalb des French Quarters essen, oft auch mit einem Pauschalpreis von z.B. 15 US-$, bei dem man soviel essen kann, wie es der Magen verträgt.
Es gibt auch sehr viele asiatische Restaurants, in denen man sehr preisgünstig und gut essen kann.
Natürlich gibt es in den vornehmen Hotels auch sehr excellente französische Restaurants, z.B. im Hotel "Maison-Dupuy", aber zum entsprechenden Preis.
Während des "Mardi Gras", dem Karneval, organisieren sich Fischer aus den Sümpfen von Louisiana leerstehende ehemalige Geschäftsräume auf der Canal-Street und kochen mit Personal supergünstig diese Spezialitäten. Unbedingt darauf achten und schlemmen!!! Eine Riesen-Portion Crawfish zum Preis von 5,- US $.

Alkohol:

New Orleans ist, neben Key-West in Florida, die einzige Stadt der USA wo öffentlich in den Straßen Alkohol getrunken werden darf.

Daiquiries:

Daiquiries sind sehr schmackhafte Cocktail-Getränke mit viel dunklem Ruhm oder Tequila, die mit Fruchtsäften und süßen Gewürzen gemischt werden und bereits leicht angeeist kredenzt werden. Der bekannteste Daiquiry ist der "Hurricane-Mix", von dem Gastronom Pat O'Brien erfunden und mit Patent geschützt.
Es gibt überall im French Quarter sogenannte Daiquiry-Bars.

Sehenswürdigkeiten und Attraktionen:

Attraktionen gibt es reichlich, neben dem Karneval oder sonstigen Festen.
Toll ist eine Fahrt mit dem Mississippi-Dampfer "Natchez" auf dem Mississippi. Hier kann man wunderschöne Panoramafotos der Skyline von New Orleans knipsen.
Man sollte auf keinen Fall, den "James-Audbon-Zoo" und das "Aquarium of the Americas" verpassen. Stars sind hier vor allem die weißen Alligatoren, leider ist im Zoo im Jahre 2000 ein Tier gestorben.
Sehr interessant ist auch eine organisierte Tour durch die Stadt, mit Besuch des alten Friedhofes mit vielen Gräbern, mit denen man Voodoo-Geschichten verbindet.
Das Museum über den Südstaaten-Krieg ist für Historiker sehr lohnenswert.
Ab Mai ist auch der Vergnügungspark "Jazzland" geöffnet.
Nicht entgehen lassen sollte man sich einen Ausflug in die Sümpfe von Louisiana, wo vor allem Alligatoren, Schildkröten und Waschbären neben der Landschaft zu erleben sind.
Eine Tour in eine Südstaatenplantage ist auch ein weiterer Ausflugstip.

Musik:

New Orleans ist natürlich ursprünglich die Stadt des Jazz, vor allem wegen des Jazz-Trompeters und Sängers Louis "Satchmo" Armstrong mit der Preservation Hall of Jazz.
Die Stadt hat aber auch mittlerweile eine tolle Blues-Szene. An Klubs für Jazz, Blues und Rock und Rock'n'Roll, fehlt es wahrlich nicht.
Eine besondere Stilrichtung von Louisiana und New Orleans ist die "Cajun-Musik", eine Mischung aus Country und Blues und dem "Zydeco", wiederum einer Mischung aus Blues, Country und Rock.
Auch der "Mardi Gras" hat seinen eigenen Musikstil, die "Mardi-Gras-Musik", die vor allem eine Mischung aus Jazz, Blues und Soul ist.

Bekannteste New Orleans- und Louisiana-Musiker, außerhalb des Jazz, sind der Keyboarder Dr. John, der Pianist Fats Domino, die Band Radiators, der blinde Blues-Gitarrist Bryan Lee, Gitarrist John Mooney, der Keyboarder John Cleary, der auch mit Bonnie Raitt tourt, und die Keyboarderin Marcia Ball.
Zu den wichtigsten Interpreten von "Cajun" und "Zydeco" gehören sicherlich Waylon Thibodeaux, Beau Jacques, oder Rocking-Doopsey.

Musik-Festivals:

Ende Mai, Anfang Juni findet immer das "Jazzfest-New Orleans" statt.
Hier spielten bereits Muddy Waters, The Band, Bonnie Raitt, Eric Clapton und Stevie Ray Vaughn. Dieses Jahr gastiert, z.B. Mr. B. B. King.

Musik-Klubs:

House Of Blues

Bekanntester Musik-Klub ist zwar das "House of Blues" und hier treten auch die bekanntesten Gruppen auf. Die Eintrittspreise sind aber sehr hoch, ebenso die Preise für Getränke und Speisen.
Z.B. US$ 58,-- für Jeff Beck.
Außerdem ist das Personal sehr unfreundlich, vor allem auch die Presse-Abteilung. Ich habe mir daher für Jeff Beck leider kein Ticket gekauft, der Preis war mir zu hoch!

Tipitinas

Der Hauptclub befindet sich im modernen Viertel von New Orleans, hier spielt vor allem sehr oft Dr. John.

Shim-Sham-Club

Ein sehr interessanter neuer Klub, mit einem Programmstil vor allem aus Metal, Rock und Punk.
Der Club beheimatet aber auch die Burlesque-Girl-Truppe "Shim Shamettes". Unbedingt sehenswert!
Leider konnte ich hier keine Fotos machen, da das Fernsehen den Auftritt mitfilmte. Dafür beim nächsten Mal!

The Howlin Wolf

Das Programm umfaßt Metal, Hard Rock, Country, einfach alle Musik-Stile.
Hier hatte ich das Glück in 2000 die fantastischen "Nashville Pussy" live zu erleben.

Die entsprechenden Konzert-Events sind im Internet unter www.neworleans.com oder www.pollstar.com abrufbar.

Biker-Szene:

Die Biker-Szene hat ihren Treffpunkt in der Church-Street, vor allem am Wochenende.
Natürlich präsentieren die Biker mit ihren Bräuten vor allem ihre "Harley Davidsons". Aber auch Biker mit anderen Fabrikaten sind zugelassen.

Mardi Gras:

Der Mardi Gras ist die französische Bezeichnung für den weltbekannten Karneval von New Orleans und die Touristenattraktion Nummer eins. Die Stadt ist rammelvoll von Menschen. Auf der Bourbon-Street herrscht totales Gedrängel und kaum eine Möglichkeit zum Weiterbewegen.
Haupttag ist natürlich der Mardi Gras, der fette Dienstag. Der Termin ist der gleiche wie bei unserem Karneval, zeitmäßig vom "Schmutzigen Donnerstag" bis "Fastnachtsdienstag".
Um Mitternacht ist dann alles vorbei, notfalls mit Polizeigewalt und Einsatz von Feuerwehrspritzen, vor allem um die Straßen zu reinigen.

Die Mardi Gras-Besucher, vor allem die weiblichen Schönheiten, sind superscharf auf "Beads". Dies sind billige Schmuckketten, in allen Varianten von simpel mit Glanzbezug, bis zu kunstvoll mit Maskenmotiven, nackten Frauenfiguren oder dem männlichen Glied.

Die Girls sind total hemmungslos und zeigen für die "Beads" alles, entweder ihre "Tits", "Ass" oder sogar die "Pussy". Ein Riesenspaß, mein Fotoapparat und meine Augen waren im Dauereinsatz und Dauerstress. (Lieber Markus. Das glauben wir Dir aufs Wort. Du hast sicher Dein 36cm Teil, also Objektiv, dabei gehabt. Die Redaktion sammelt für ein 50cm Ding.)

Höhepunkte daneben sind natürlich die "Parades", die Paraden. Diese ziehen durch die Hauptstraßen, vor allem die "Canal Street".
Die Paraden beginnen schon eine Woche vor den eigentlichen Haupttagen des Karnevals. Hierbei präsentieren sich Prunkwägen, heutzutage mit Kosten von manchmal über 1 Million US $. Diese Prunkwägen, sogenannte "Floats", werden von den "Krewes", den Umzugsgruppen, zum Hauptteil selbst finanziert. Hier spielen natürlich reiche Gruppenmitglieder eine wichtige Rolle.

Der "Mardi Gras" wurde im Jahre 1947 von "Mr. Blaine Kern", dem heutigen Inhaber des Millionenimperiums "Mardi-Gras-World" neu organisiert.
Die tollen "Floats" können das ganze Jahr über in "Mardi-Gras-World" besichtigt werden. Dies sollte man sich auf jeden Fall nicht entgehen lassen, wenn man New Orleans ausserhalb des Karnevals besucht.
Blaine Kern hielt sich mehrere Monate in Europa auf, um die Kunst der Kreation von Masken, Paradewägen und Kunstketten zu erlernen. Herr Kern ist aber trotz seines Millionenreichtums weiterhin sehr sympathisch und bezeichnet den Mardi Gras als "Inklusivität".
Er finanziert mit seiner "Krewe of Allah" 14 Tage vor dem Karneval eine Parade, bei der sehr viele schwarze Mitbürger ohne finanzielle Mittel teilnehmen dürfen. Hauptsächlich auf seine Kosten.
Die tollsten Prunk-Tagesparaden sind die Paraden am Dienstag von "Zulu" und "Rex".

Die "Truck-Parade", als Abschluß-Parade am "Mardi-Gras", ist ein Augenschmaus für Truck-Fans, bei der Unmengen von Beads und Plüschtieren verteilt werden.
Besonders imposant sind die Nachtparaden. Vor allem die Paraden am Samstag-Abend von den "Krewes" von "Orpheus" und "Leviathon". Ein riesiger Drache mit Beleuchtung ist jedes Jahr das Prunkstück von "Leviathon". Dieser kann aber auch immer in "Mardi-Gras-World besichtigt werden.

Voodoo-Kult:

New Orleans ist eine sehr magische Stadt und besitzt durch die schwarze Bevölkerung eine große Glaubensgemeinde des Voodoo-Kults. Hier findet man auch die größte Voodoo-Kirche der Welt.
Es werden von den Glaubensanhängern tatsächlich unerwünschtee Personen verflucht!
Man merkt dies auch manchen Personen an, weil diese Stöcke mit echten Schädeln mit Diamantsteinen in den Augen mit sich tragen.
Der Kult dreht sich um "Marie-Laveaux", die im 14. Jahrhundert umgebracht wurde.
Für Touristen gibt es zwei sogenannte Voodoo-Houses im French Quarter und ein Voodoo-Museum. Dies hat aber mit dem wirklichen "Voodoo-Glauben" nichts zu tun.
Es empfiehlt sich für Touristen, die mehr Einblicke und wirkliche historische Fakten mitbekommen möchten, eine Voodoo-Tour durch die Stadt mit Besuch des alten Friedhofes.
In die Viertel, in denen der Voodoo-Kult herrscht, kommen normal keine Touristen. Und man sollte auch sehr vorsichtig sein, wenn man doch dieses Viertel betreten möchte!!!

Die Stadt ist, wie oben gesagt, immer eine Reise wert. Zu jeder Jahreszeit ist immer eine Attraktion geboten und es finden immer Konzerte statt.

Markus Hagner (Impressum, Artikelliste), Mai 2001

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